Ein kleiner "Kurpark"

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Ein Schmuckstück mitten in Ofterschwang: Bürgermeister Alois Ried (vorne von links) und Baudirektor Max Lang feierten mit vielen Bürgerinnen und Bürgern den Abschluss der „einfachen Dorferneuerung“ mit einem erfrischenden Fußbad und frisch gezapftem Bier.

Ofterschwang – Einen kleinen „Kurpark“ hat sich die Gemeinde Ofterschwang im Zuge der „einfachen Dorferneuerung“ geschaffen. Dabei zeigte sich Bürgermeister Alois Ried einmal mehr von seiner an der Praxis orientierten Arbeitsweise. Jetzt konnte der Dorfplatz wie aus dem Bilderbuch eingeweiht und der Bestimmung übergeben werden.

Der Zufall spielte den Ofterschwangern in die Hände. Ein altes Bauernhaus in zentraler Ortslage, das Anwesen „Busche Berta“, stand mitsamt den Grundstücken zum Verkauf. „Eine schöne Möglichkeit, die zur Entwicklung der Dorfmitte genutzt werden sollte“, meinte Bürgermeister Alois Ried in seinem Rückblick. Die Gemeinde Ofterschwang schlug zu und wandte sich auch gleich an das Amt für Ländliche Entwicklung Schwaben, wo das Konzept auf offene Ohren stieß.

In der weiteren Planung ergab sich bald ein „unkompliziertes Miteinander“ bei der Ausgestaltung des Projektes. Sogar eine kurzfristige aber dennoch wesentliche Änderung – die komplette Drehung der neuen Eisdiele – konnte Ried beim Amt in Krumbach plausibel erklären – und durchsetzen. So wurde aus einer Brachfläche ein kleiner Dorfteich mit Park. Ein verrohrtes Rinnsal wurde freigelegt und fließt jetzt als kleiner Bach. Der frühere Bauerngarten wurde aufgemöbelt und neu genutzt.

„Was dabei rausgekommen ist, kann sich sehen lassen“, findet nicht nur Bürgermeister Ried. Die Chance, etwas aus der Dorfmitte Ofterschwangs zu machen, habe man genutzt und auch das alte Bauernhaus werde man mit Leben erfüllen. Er, Ried, könne sich da eine Schaukäserei vorstellen, oder auch eine Brennerei – ein Brennrecht habe er sich jedenfalls schon mal gesichert, deutete der rührige Bürgermeister an. Eine Konkurrenz zu bestehenden Unternehmen im Ort werde es bei allen Überlegungen nicht geben.

„Wir dürfen nicht alle das Gleiche machen!“, warnte er vor naheliegenden Schnellschüssen und dem bloßen Kopieren von Ideen. Bauernhofmuseen gebe es schon genug. „Die Vielfältigkeit unserer Region macht ihre Attraktivität aus“, brachte Ried seine Einschätzung auf den Punkt.

Dass Ofterschwang mit dem Instrument der „einfachen Dorferneuerung“ eine einmalige Chance genutzt habe, bestätigte auch Baudirektor Max Lang vom Amt für Ländliche Entwicklung in Krumbach. Mit dem neu gestalteten Panoramaweg, dem neuen Dorfplatz mit Eisdiele und Verkaufsstand und der Sanierung und Umnutzung der alten Hofstelle mit Bauerngarten seien die Ziele der Dorferneuerung optimal erreicht worden. Auch die Vermarktung regionaler Produkte werde so weiter gefördert, meinte Lang mit Blick auf die neue Eisdiele und die bekannte Ofterschwanger Produktpalette „Gutes vom Dorf“.

Das zuständige Ministerium habe angesicht der beispielhaften Umsetzung die Fördersumme von 250 000 Euro auf 316 000 Euro erhöht, so Lang. „Jeder Förder-Euro in der Dorferneuerung löst Folgeinvestitionen bis zu sieben Euro aus. Damit werden auch Arbeitsplätze in der Region gesichert.“ Der Anteil der Gemeinde wird etwa 200 000 Euro betragen, plus 75 000 Euro Straßenbauarbeiten.

Josef Gutsmiedl

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