10 Jahre Dorfladen Altstädten: Aus der Not heraus entstand ein neuer Dorftreffpunkt

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Freundliche Verkäuferinnen bedienen im hellen, gut sortierten Dorfladen die Kunden mit den Waren des täglichen Bedarfs.

Altstädten – Der Dorfladen in Altstädten feiert heuer sein 10-jähriges Jubiläum. Das Erfolgsprojekt entstand aus der Not – der letzte Laden im Dorf sollte geschlossen werden.

die Bewohner von Altstädten, Hinang, Beilenberg und Hochweiler gefragt als feststand, dass der „Sparladen“ schließt. „Müssen wir jetzt wegen jedem Einkauf zum Discounter in die Stadt fahren? Was bedeutet dies für ältere Menschen, die nicht mehr Auto fahren, und auch für junge Familien, mit Kindern?“

Schnell kam die Frage auf, ob es eine Möglichkeit gäbe, den Bürgern zu ermöglichen einzukaufen „wo man zu Hause ist“. Die Idee einen Dorfladen zu gründen fand sofort große Unterstützung in der Bevölkerung. Einen Laden im Ortskern von Altstädten, der auch ein Treffpunkt für die Bürgerinnen und Bürger sein kann.

Im Rahmen einer „Bürger für Bürger-Aktion“ wurde die Dorfladengenossenschaft Altstädten eG gegründet. In der Gründungsversammlung der Genossenschaft zeichneten 240 Genossen mindestens einen Anteil zu jeweils 150 Euro. So konnte das Grundkapital geschaffen werden, das zur dringend erforderlichen Renovierung der Räumlichkeiten, der Beschaffung der notwendigen Einrichtung und des Warenbestandes erforderlich war.

Viele Freiwillige halfen dann mit, und der Laden konnte im September 2007 eröffnen.

Ein Treffpunkt im Dorf

„Guten Morgen, wie geht es Ihnen heute?“ – so freundlich und persönlich werden die Kunden im Dorfladen Altstädten nun seit 10 Jahren begrüßt. Die Herzlichkeit des Personals ist für viele Kunden nicht weniger wichtig, wie das Sortiment. Über die Jahre hinweg hat sich der Dorfladen sehr gut entwickelt und ist nicht mehr aus dem Dorfleben wegzudenken. Der Dorfladen hat sich etabliert und neben den Waren des täglichen Bedarfs werden auch verschiedene Schmankerln angeboten. Exklusiv wird zum Beispiel der Pfarrwein zugunsten der Renovierung der katholischen Pfarrkirche vertrieben. Wichtig ist den Betreibern des Dorfladens auch, dass vor allem regionale Produkte im Angebot sind. So kommen die Wurstwaren aus Immenstadt und der Käse aus Untermaiselstein. Sehr interessant ist für viele Kunden des Ladens auch, dass ein DHL Paketshop integriert ist. Langes Anstehen beim Versenden eines Pakets gibt es hier nicht.

Eine junge Mutter mit Kinderwagen berichtet: „ Der Dorfladen ist wichtig für mich. Ich habe kein Auto, mit dem ich mal schnell zum Supermarkt fahren kann. Hier bekomme ich alles“. Auch viele ältere Altstädter sind fast jeden Tag hier. Der Dorfladen ist für sie zur wichtigen Kommunikationsstätte geworden. „Hier fragt man nach, wie es mir geht und die netten Damen packen meine Einkäufe ein, damit ich sie mit meinem Rollator nach Hause bringen kann“, so eine begeisterte Kundin. Wichtig ist der Dorfladen auch für die vielen Urlaubsgäste in Altstädten. Die Mieter von Ferienwohnungen kommen regelmäßig während ihres Urlaubs in den Laden.

„Unsere Dividende heißt: Lebensqualität“. Dies ist Lohn genug für die Männer und Frauen der Vorstandschaft und des Aufsichtsrats der Genossenschaft. Sie arbeiten ehrenamtlich und ohne Aufwandsentschädigung, da ihnen der Dorfladen sehr am Herzen liegt. Trotzdem ist es nicht einfach Gewinne zu erwirtschaften. Eine schwarze Null ist in jedem Jahr das Ziel und diese wurde in den 10 Jahren auch erreicht.

Allerdings hat der Dorfladen auch zu kämpfen, obwohl an die 100 Kunden am Tag in den Laden kommen. „Es ist schwer für uns zu überleben, wenn immer nur Kleinigkeiten eingekauft werden. Wir bräuchten mehr Familien in unserem Laden, die auch mal für einen größeren Umsatz sorgen“, so Barbara Schratt, Verkäuferin im Dorfladen. Steffen Holz, ehrenamtlicher Vorstand der Genossenschaft ergänzt: „ Der Umsatz muss daher auch steigen, damit wir weiterhin überleben können“.

Unbestritten ist, dass „unser Dorfladen“ die Lebensqualität und auch die Zukunftsfähigkeit von Altstädten fördert. Das Ziel muss es deshalb sein, dass dieser „Dorfmittelpunkt“ erhalten wird und die Nahversorgung sichergestellt ist. Dies ist jedoch nur möglich, wenn jetzt noch mehr Altstädter regelmäßig im Dorfladen „groß“ einkaufen. Wer bereits jetzt regelmäßig dort einkauft weiß, dass die Auswahl groß ist und auch die Preise mit der Konkurrenz schritthalten können. Als Beispiel sei hier die Wursttheke genannt: „Es kommen sogar Kunden extra aus Sonthofen und Fischen, um hier ihre Wurstwaren einzukaufen“, berichten die Verkäuferinnen im Dorfladen.

Der Dorfladen braucht die Unterstützung aller Bürgerinnen und Bürger. Alle haben die Möglichkeit dazu, wenn sie viel und oft dort einzukaufen. Geöffnet ist der Dorfladen: Montag bis Samstag von 7.30 bis 12 Uhr und nachmittags von 16 bis 18 Uhr (außer Mittwoch und Samstag).

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