Auszeichnung für "Tat vor Ort" von Bosch und die "IG OMa" in Martinszell

Ehrenamtspreise gehen ins Oberallgäu

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Esther Menacher-Friedrich (Bayer. Sozialministerium, Mitte) und Vize-Landrat Roman Haug (links) überreichten das „Herz fürs Ehrenamt“ an Thomas Fritsch (von rechts) den Projektleiter „Tat vor Ort 2.0“ und Simona Knoll (Bosch, Projektbeauftragte), sowie an Elke Hermann (2. von links), die Vorsitzende der IG OMa e.V.

Oberallgäu – Das Bayerisches Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales verleiht alle zwei Jahre den „Bayerischen Innovationspreis Ehrenamt“ unter dem Motto „Ehrenamt ist nachhaltig! – Ehrenamt gestaltet unsere Zukunft!“. Diesmal gingen zwei Hauptpreise an Ehrenamtsprojekte im Oberallgäu: Das Oberdorfer Bahnhofsprojekt der IG OMa in Waltenhofen-Martisnzell und „Tat vor Ort“ von Bosch in Blaichach.

„Für 2020 sind über 300 Bewerbungen für die beiden Kategorien ‚Innovative Projekte‘ und ‚Neue Ideen‘ eingegangen“, berichtete Esther Menacher-Friedrich vom Bayerischen Sozialministerium. Eine unabhängige Jury habe dann elf Preisträger ausgewählt, darunter zwei aus dem Oberallgäu in der Kategorie ‚Innovative Projekte. Der Preis ist verbunden mit jeweils 10 000 Euro.

IG OMa e.V. präsentierte ihre vielfältigen Angebote wie z.B. Backen im Dorfbackhaus, Kleinkunst im Wartesaal und Wochenmarkt. (von links) Barbara Kraus, Elke Hermann, Claudia Lau und Hans-Jürgen Richter.

Die Jury würdigte das Engagement der „IG OMa e.V.“, weil Bürgerinnen und Bürger in diesen Ortsteilen von Waltenhofen in herausragender Weise Eigenverantwortung für ihr Dorf übernommen hätten. „Als das letzte Wirtshaus und der letzte Tante-Emma-Laden am Ort zusperrten, packten sie selbst mit an. Im Zentrum des 2014 gegründeten Vereins steht der in ehrenamtlicher Arbeit umgebaute ehemalige Bahnhof als Dorftreff mit Bistro und Kleinkunstbühne. Dabei hat sich die Initiative ein breites Themenspektrum auf die Fahnen geschrieben und stetig fortentwickelt: Dorfgestaltung, Infrastruktur, Klimaschutz, soziales Miteinander und Kultur am Ort zählen dazu. Es ist dadurch eine lebendige Dorfgemeinschaft mit Vorbildcharakter entstanden“, so die Würdigung des Sozialministeriums.

Das sogenannte „Tat vor Ort“-Projekt des Blaichacher Bosch-Werkes wurde ausgewählt, weil sich Bosch und seine Mitarbeiter schon seit Jahren ehrenamtlich für soziale Projekte im Oberallgäu engagieren (wir berichteten). Seit 2011 bereits führen Bosch-Azubis im zweiten Lehrjahr eigenständig ehrenamtliche Projekte bei Schulen, Kitas, Gemeinden oder karitativen Einrichtungen wie der Lebenshilfe durch. im Jahr 2017 wurde diese Projektidee auf alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ausgeweitet als „Tat vor Ort 2.0“. Bosch unterstützt die Projekte dabei auch finanziell. Dieses Unternehmensengagement sei vorbildlich, weil von diesem ehrenamtlichen Einsatz sowohl die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das Unternehmen als auch die Region profitieren würden, unterstrich Ester Menacher-Friedrich.

Da die für Mai im Nymphenburger Schloss in München geplante Preisverleihung wegen der Corona-Pandemie ausgefallen war, stellten die beiden Preisträger ihre ausgezeichnete Innovationsfähigkeit und Kreativität unter Beweis und veranstalteten einen eigenen kleinen Festakt im Oberdorfer Bahnhofsgarten. Claudia Lau (IG OMa) moderierte einen kurzweiligen kleinen Festakt mit Vorstellung der Projekte und einer Preisübergabe mit Herz umrahmt von Live-Musik. „Allein die Tatsache, dass zwei Preisträger ihre eigene Preisverleihung gemeinsamen organisieren, ist preiswürdig“, lobte Esther Menacher-Friedrich vom Bayerischen Sozialministerium die Gestaltung der Feierstunde.

Abschließend gratulierte der stellvertretende Landrat Roman Haug den Preisträgern zu ihrer Auszeichnung und dankte ihnen für deren vorbildliches Engagement, mit welchem sie „ein Gemeinwesen lebens- und liebenswerter machen“.

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