Eine Tür geht zu, eine andere auf

Dr. May Ziller von der „Deutschen Menopause-Gesellschaft“ in Marburg (rechts) und die Veranstalterin der Immenstädter Gynäkologietage Claudia Hailer, Frauenärztin im Panoramahaus an der Klinik Immenstadt. Foto: privat

Das Klimakterium als Anfang vom Ende? Mitnichten, stellte Dr. May Ziller beim Immenstädter Gynäkologietag fest. Fast 200 Frauen und einige Männer waren der Einladung des Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) ins Gesundheitszentrum gefolgt, um sich durch Vorträge und Gespräche mit Experten über die „Wechseljahre“ im Leben einer Frau zu informieren. May Ziller vom Vorstand der „Deutschen Menopause-Gesellschaft“ hielt für die Zuhörer die ermutigende Botschaft bereit, dass sich zwar einerseits eine Tür schließe, dafür aber eine andere auftue.

Christiane Krause-Todd aus Sonthofen schmunzelte: Das könne sie bestätigen. Denn jetzt habe sie immer schöne warme Hände und Füße, so die 61-jährige Sportlehrerin und Staffel-Olympiasiegerin von 1972. Die Reaktion der Frauen auf die Hormonumstellung falle individuell sehr verschieden aus, betätigte May Ziller. Als typische Beschwerden gelten Hitzewallungen, Schlafstörungen, Unruhe, Hauttrockenheit, Vergesslichkeit oder Gewichtszunahme. Was können Frauen gegen die Beschwerden unternehmen? Ziller hatte einige Tipps parat, von Sport gegen Hitzeschauer bis zur heißen Milch mit Honig bei Schlafstörungen. Hilfreich können auch Methoden der alternativen Medizin sein wie Homöopathie oder Yoga, deren Techniken und Wirksamkeit die Hindelanger Yoga-Lehrerin Wiebke Zint vorstellte. Auch eine Hormonbehandlung könne „sehr effektiv“ sein, so Ziller. Hormone seien „kein Giftzeug“, wenngleich eine Therapie wohl überlegt sein soll. Ebenfalls empfehlenswert: Massagen und pflanzliche Mittel vom Mönchspfeffer bis zur Rhabarberwurzel. Apotheker Arndt Botzenhardt aus Immenstadt informierte unter anderem über „natürliche“ Medikamente wie die Traubensilberkerze oder das Johanniskraut. Dr. Susanne Kümmerle von der Wasach-Klinik in Oberstdorf gab in ihrem erfrischenden Vortrag den Frauen ebenfalls handfeste Ratschläge mit auf den Weg. Soja und Salbei können östrogen-stabilisierend wirken, ebenso ein Stück dunkle Schokolade und gute Fette wie Raps- oder Olivenöl. Für einen guten Schlaf sorgten Magnesium und Melisse, eine Wärmflasche oder Walnüsse („lebensverlängernd“). Ein stabiles Nervenkostüm gebe es mit den Vitaminen B (Fleisch), E (Grünzeug) und C (Beeren, Kohl), aber auch ganz einfach mit dem Bemühen, einfach mal die Seele baumeln zu lassen. „Eine sinnvolle Veranstaltung“, bestätigte Christiane Krause-Todd. Im nächsten Jahr sei eine Fortsetzung geplant, kündigte Organisatorin Claudia Hailer, Frauenärztin im Medizinischen Versorgungszentrum, an. Das Echo sei „überwältigend“ gewesen und zeige das große Interesse von Frauen an gynäkologischen Themen.

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