Eine Lebens für das Ehrenamt

Toni Haßler machte sich besonders um die Förderung des Alphornblasens im Allgäu verdient. Foto: privat

Ein „Stück Alphorngeschichte“ feiert heute, am 16. Dezember, seinen 75. Geburtstag: Toni Haßler aus Sonthofen. Eine Leben, das geprägt war von ehrenamtlicher Tätigkeit, vor allem für die Musik, und ganz besonders für das Alphornblasen im Allgäu. Der rührige Oberallgäuer wurde bereits 1995 mit dem Bundesverdienstkreuz am Bande ausgezeichnet.

Mit sieben Jahren war der kleine Toni zum ersten Mal als Hirtenbub auf einer Allgäuer Alpe. Geschenkt worden sei einem damals nichts beim verantwortungsvollen „Ferienjob“. Es seien harte Sommer gewesen, aber auch eine gute Schule für sein weiteres Leben, erinnert sich Haßler. Toni Haßler hätte gerne einen Beruf erlernt, aber 1950 gab es für 50 Schüler eine Lehrstelle. So fing er 1951 in der damalige Weberei in Blaichach eine berufstätigkeit an. Danach erlernte er noch das Enzianbrennen und Weinkeltern in Sonthofen. Von 1960 bis 1995 arbeitete er sich durch Fleiß, Weiterbildung und Umschulungen vom Gießereiarbeiter bis zum kaufmännischen Kalkulator hoch. In dieser Zeit war Toni Haßler 20 Jahre Gesamtvertrauensmann der Schwerbehinderten, sowie im Gesamtbetriebsrat und im Wirtschaftsausschuß des BHS-Konzerns tätig. Außerdem war er von 1963 bis 1998 ehrenamtlicher Arbeitsrichter beim Arbeitsgericht Kempten sowie am Landesarbeitsgericht in München. Sein fast 60-jähriges musikalischer Engagement von 1951 2009 ist der Oberallgäuer Musikszene bestens bekannt. Über 16 Jahre war Haßler Erster und Zweiter Vorstand der Stadtkapelle Sonthofen; zudem Gründungsmitglied der Jugendblaskapelle Sonthofen. Für den Musikbezirk II Sonthofen war er 20 Jahre tätig, davon zehn Jahre als Bezirksleiter im Bezirk II des Allgäu Schwäbischen Musikbunds (ASM). Seine besondere Liebe und Leidenschaft galt - und gilt - dem Alphornblasen. So war Toni Haßler Gründungsmitglied der Alphorngruppe Sonthofen und hier natürlich langjähriges aktives Mitglied. Immer wieder machte er sich für die Förderung des Alphornwesens im Allgäu stark. Auch die „Erfindung“ der Strausbergmessse bei Sonthofen geht auf Haßlers „Konto“. Fünf Jahrzehnte zog der als Organisator die Fäden dieser Traditionsveranstaltung. Ganz im Sinne der Brauchtumspflege und des Alphornblasens hat er 1991 die Jakobi-Kirbe, sowie 1999 die Älplerletze auf den Weg gebracht. Anläßlich des ersten Euregio Musikfestivals 1999 entstand auf Grund einer Idee von Toni Haßler die Euregio-Alphomgruppe die er sieben Jahre mit Erfolg führte. Haßler war auch sehr aktiv am Aufbau des Euregio Musikfestival beteiligt. Inzwischen ist es etwas stiller um Toni Haßler geworden. Der gesundheit wegen hat er sich in den vergangenen Jahren nach und nach von allen Ehrenämtern zurückgezogen. Der Oberallgäuer Landrat, Gebhard Kaiser, hat Toni Haßler bei der Verabschiedung 2008 mit dem Ehrentitel „Euregio Kulturbotschafter" seinen großen Dank für fast 60 Jahre Ehrenamt zum Ausdruck gebracht. Seine schönste Auszeichnung bekam er 2008 von seiner Heimatstadt Sonthofen. In Würdigung seiner besonderen Verdienste für das Gemeinwohl bekam er aus der Hand von Bürgermeister Hubert Buhl die „Goldene Ehrennadel" der Stadt Sonthofen verliehen.

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