Eine Öffnung für die Entwicklung

Oberallgäuer Kreistag soll den Weg frei machen für eine neue Grüntenhütte

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Allzu viel soll sich den ersten Entwürfen zufolge am Erscheinungsbild der Grüntenhütte nicht ändern.

Oberallgäu – Mit dem geplanten Ersatzneubau „Grüntenhütte“ stand für die letzte Sitzung des Kreisausschusses vor der Neuformierung des Oberallgäuer Kreistages ein heißes Eisen auf der Tagesordnung. Dabei ging es nicht um das umstrittene Bauvorhaben selbst, sondern um den „Weg“ des Projektes: Das Gebäude liegt im Landschaftsschutzgebiet Grünten. Mit einer sogenannten Öffnungsklausel kann der Ersatzneubau genehmigt werden, ohne die Vorgaben der Landschaftsschutzgebietsverordnung auszuhebeln. Der Kreisausschuss beschloss mehrheitlich, dem zukünftigen neuen Kreistag diesen Weg zu empfehlen.

„Das ist lediglich eine Vorberatung mit entsprechender Empfehlung“, betonte Landrat Anton Klotz. Eine tatsächliche Entscheidung werde der neue Kreistag treffen müssen. Klotz zerstreute auch Bedenken der Grünen-Fraktion, dass das heikle Thema womöglich noch schnell „durchgedrückt“ werden sollte, bevor im Mai das neu gewählte Gremium seine Arbeit aufnehme.

Der Neubau der Grüntenhütte bringe „keine großartige Veränderung“, betonte Felix Schädler vom Planungsbüro Alpstein aus Immenstadt. Man befinde sich in einer Kulturlandschaft und wolle letztlich „genau das Gleiche bauen, wie es heute dasteht, nur ein bisschen größer“. Obwohl die Grundfläche fast identisch sei mit knapp 450 Quadratmetern, schaffe der Neubau etwa 100 Sitzplätze (30 mehr als bisher); auf den Terrassen werde es 300 Sitzplätze geben statt bisher 250. An der Bettenzahl ändere sich nichts: 42 Übernachtungsgäste können im Untergeschoss beherbergt werden. „Eine sehr behutsame und landschaftsschonende Einbindung“, so Schädlers Fazit.

Eine Sanierung der maroden Grüntenhütte, die ohne eine Änderung der Schutzgebietsverordnung möglich wäre, sei nicht möglich, ergänzte Landrat Klotz. Das bestehende Gebäude, das ohnehin seit langem nicht mehr als Alpgebäude diene, werden abgerissen. Der Neubau in Form eines typischen Alpgebäudes soll den Planungen zufolge nur einen Steinwurf weit entfernt platziert werden.

Rettenbergs Zweiter Bürgermeister Thomas Tanzer verwies auf einstimmige Beschlüsse des Gemeinderates zu dem Vorhaben. Die geplante Entwicklung der „oftmals romantisierend“ dargestellten Grüntenhütte biete unterm Strich „große Chancen für Kranzegg, Rettenberg und die Region“. Tanzer wünschte sich im Namen des Gemeinderates und aller Beteiligten eine sachliche Diskussion und einen fairen Dialog.

Ob die geplante Änderung der Verordnung nicht etwa doch die Möglichkeit eröffne „eine Art Hotel in Form eines Alpgebäudes“ zu bauen, kritisierte Kreisrätin Ulrike Hitzler (Grüne). Den Begriff „Hotel“ nahm sie in der weiteren Diskussion allerdings zurück.

Die schließlich gefasste Empfehlung sieht eine „Offnungsklausel“ vor, derzufolge eine Sonderzone Grüntenhütte den Neubau – mit diversen Vorgaben – ermöglicht. Die Verordnung zum Landschaftsschutzgebiet bleibt in Gänze in Kraft. Das schließe auch Großveranstaltungen in der Grüntenhütte weiterhin aus, betonte Markus Haug, Jurist am Landratsamt.

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