Einfach ganz normal loslaufen

Schneeschuhwandern liegt im Trend und ist ein Wintervergnügen für Jung und Alt mit hohen Zuwachsraten. Oberstdorf hat nun auf diesen Trend reagiert und in Zusammenarbeit von Tourismus Oberstdorf mit Alpinberater Moritz Zobel, d

en örtlichen Bergschulen und der Firma Salewa einen Lehrpfad für Schneeschuhwanderer eingerichtet. An sechs Stationen geben Schautafeln Informationen über die Gehtechnik, die richtige Ausrüstung, Schneebeschaffenheit, Natur- und Wildschutz und die nicht zu unterschätzende Lawinengefahr. Zumindest wenn man das erste Mal auf den etwas klobigen Geräten steht, können professionelle Hilfe und ein paar gute Tipps vom Fachmann nicht schaden. Bei einer „Schnuppertour“ geht es unter der Führung von Bergführer Walter Ott von der „Alpin-Oase“ vom Langlaufstadion Ried Richtung Golfplatz und über den Burgstall wieder zurück. Sieben Grad minus, Sonnenschein und ein paar Zentimeter Neuschnee sind ideale Bedingungen für die ersten Gehversuche. Bis alle mit den Bindungen klarkommen, dauert es etwas. Damit ist eigentlich der schwierigste Teil schon erledigt. „Einfach ganz normal loslaufen“, gibt Ott das Startzeichen. Und tatsächlich hat keiner der Teilnehmer, von denen die meisten zum ersten Mal Schneeschuhe unter den Füßen haben, Probleme mit der Fortbewegung. Schnell haben alle ihren Rhythmus gefunden. Spätestens in Höhe Golfplatz ist Betriebstemperatur erreicht und klar, dass diese Spielart des Wintersports ein schweißtreibendes Vergnügen ist. An den einzelnen Stationen erläutert Ott was im Gelände zu beachten ist. Besonders warnt er vor der Lawinengefahr. In den Tallagen und da wo Wanderwege und Loipen vorhanden sind, drohen kaum Gefahren. Für Touren in Hochlagen und steilerem Gelände ist Lawinenausrüstung notwendig. „Sorgfältig den Lawinenbericht studieren und die Touren genau planen“, mahnt der Bergführer zur Vorsicht. Gerade Schneeschuhgänger seien besonders gefährdet, weil sie im unberührten Gelände relativ unbeweglich sind und in der Regel auch nicht die Erfahrung - wie zum Beispiel Skitourengeher - mitbringen. Wichtig sei auch eine gute Spur anzulegen – den Hang nicht steil und direkt angehen sondern Serpentinen ziehen. „Das Allgäu ist geradezu prädestiniert zum Schneeschuhwandern“, hat Ott noch einige Tourentipps parat. Vom Gebiet Oberstdorf/Kleinwalsertal und der Hörnergruppe bis nach Hindelang und Gunzesried, den Vorbergen um den Alpsee und bis ins Ost- und Westallgäu gebe es ideale Bedingungen. Inzwischen werden von den Bergschulen auch Mehrtagestouren und sogar Alpenüberquerungen angeboten. Die Teilnehmer an der gut zweistündigen „Schnuppertour“ waren auf jeden Fall begeistert von der Fortbewegungsart und dem intensiven Naturerlebnis. So will Johannes Seidel aus Wiesloch, der seit Jahren Winter-Stammgast in Oberstdorf ist, sich beim nächsten Besuch Schneeschuhe anschaffen, um seine Urlaubsregion auf diese Art neu zu erkunden. Die Schnupperkurse finden jeden Mittwoch statt. Anmeldung am Vortag bis 15 Uhr bei Alpinberater Zobel unter der Nummer 08322/700200.

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