Kontakt-Nachverfolgung: Bundeswehr leistet Amtshilfe im Oberallgäuer Gesundheitsamt

Einsatz an der Corona-Front

Soldaten der Bundeswehr im Geshundheitsamt Oberallgäu
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Amtshilfe der Bundeswehr im Gesundheitsamt Oberallgäu: Zehn Soldatinnen und Soldaten des Standortes Sonthofen sind derzeit bei der Nachverfolgung von Infektionsketten im Einsatz.
  • vonJosef Gutsmiedl
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Oberallgäu – Eine der wesentlichen Aufgaben bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie ist die Unterbrechung der Infektionsketten. Mit einer ansteigenden Zahl der gemeldeten „positiven Fälle“, nahm auch die Zahl der Kontaktpersonen zu. Um die Nachverfolgung der Kontakte weiterhin möglichst vollständig und schnell zu gestalten, ersuchten viele Gesundheitsämter in den bayerischen Landkreisen um Amtshilfe bei der Bundeswehr nach. So war es auch am Landratsamt Oberallgäu. Seit Ende Oktober sind Soldaten der Schule für ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben in Sonthofen im Rahmen dieser Unterstützung für das Gesundheitsamt tätig.

Das Naheliegende werde öfter als erwartet vergessen, berichtet Stabsfeldwebel Stefan Rohrbach: Die Kinder. Der Ehemann. „Erst als ich beim Telefongespräch mit einer Kontaktperson darauf aufmerksam machte, dass im Hintergrund doch ein Kind zu hören sei, fiel es den Leuten ein, dies schließlich zu den eigenen Kontakten zu rechnen.“ Ganz menschlich und verständlich sei das, räumt er ein.

Eine Handvoll Kontakte „abzutelefonieren“ gehe recht zügig, berichtet Rohrbach weiter. Aufwändiger werde es dann allerdings bei umfangreicheren Listen, die ganze Kollegenkreise umfassten. In jedem Fall werde erklärt, was der Kontakt mit der infizierten Person letztendlich für den Betroffenen bedeute: Weiteres Kontaktverbot, Quarantäne im häuslichen Bereich und möglichst schnell ab zum Corona-Test. „Da ist Einfühlungsvermögen angezeigt“, so Rohrbach. Man müsse schon mit Menschen umgehen können, sie zum Mitmachen bewegen und Einsicht in die doch ungewöhnliche Maßnahme hervorrufen. „Aber bislang ist das meinen Kameraden und mir ganz gut gelungen. Wir hatten es mit verständnisvollen Personen zu tun.“ Entsprechend umsichtig sei seine Dienststelle bei der ABC-Schule in Sonthofen auch bei der Rekrutierung und Auswahl der freiwilligen Soldatinnen und Soldaten vorgegangen.

Seit Ende Oktober waren zunächst sechs Soldaten bei der Amtshilfe für das Oberallgäuer Gesundheitsamt eingesetzt, fünf weitere im Landkreis Lindau. Inzwischen sind es zehn Soldaten in Sonthofen, die auch am Wochenende arbeiten. Einen großen Rückstau bei der Kontaktverfolgung gebe es derzeit nicht. Das sei ohnehin das A und O bei dieser besonderen Aufgabe: Je länger die Kontakte zurückliegen, umso schwieriger sei es, verlässliche Informationen zu erhalten und die Kette der möglichen Infektionen zu kappen. Es nütze schließlich wenig, die Betroffenen nach der zweiwöchigen Quarantänezeit zu informieren, erklärt Stefan Rohrbach. Auch das Erinnerungsvermögen der Kontaktpersonen nehme ab.

In Quarantäne „schicken“ können die Mitarbeiter des Gesundheitsamtes und auch die Bundeswehr-Angehörigen bei der Amtshilfe alle Kontaktpersonen der Kategorie 1, also Menschen, die Kontakt zu einer infizierten Person hatten. Diese müssen zudem schnellstmöglich einen Covid19-Test machen lassen. Die Quarantäne-Anordnung gilt übrigens auch dann, wenn dieser Test negativ ausfällt. Kontaktpersonen der Kategorie 2 – Personen, die sich in der Nähe eines bestätigten Corona-Falls aufgehalten haben, – werden informiert und angehalten, sich bei Symptomen testen zu lassen.

Froh über die Entlastung ist man auch im Landratsamt Oberallgäu. Unser Hilferuf um war absolut richtig, zumal das Angebot der Bundeswehr ja längst fix war“, erklärt Pressesprecher Michael Läufle. Das Oberallgäuer Gesundheitsamt sei beileibe nicht die einzige Behörde gewesen, die eine Nachverfolgung mit eigenen Kräften nicht mehr bewältigen konnte. Letztendlich trage der Einsatz der Soldatinnen und Soldaten dazu bei „den Überblick wieder zu bekommen“. Dasselbe gelte gelte für den momentanen Lockdown.

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