Teilhabegesetz im Fokus

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Michael Hauke, Geschäftsführer der Allgäuer Werkstätten

Sonthofen – Es soll Menschen mit Behinderung mehr Selbst- und Mitbestimmung verschaffen, mehr individuelle Unterstützung bringen und auch mehr Geld – das neue Bundesteilhabegesetz. Bei den Elternabenden in den Allgäuer Werkstätten Kempten und Sonthofen stand dieses neue Gesetz jetzt im Mittelpunkt.

Dabei gab Geschäftsführer Michael Hauke auch einen Ausblick auf 2018. Ab diesem Zeitpunkt kann es auch andere Leistungsanbieter – also alternative Werkstattanbieter geben. Hierzu meinte Hauke: „Das macht uns keine Sorgen. Wir sind als Werkstatt gut aufgestellt, haben beispielsweise schon vor zwei Jahren eine Selbstverpflichtungserklärung zusammen mit der Werkstatträtin Iris Roth unterschrieben.“

Außerdem ist die Allgäuer Werkstätten GmbH mit sieben Standorten und Angeboten für geistige, körperliche und seelische Beeinträchtigungen die größte unter den sieben Werkstätten für Menschen mit Behinderung (WfbM) in Schwaben. In Sonthofen wird zudem noch einmal gebaut: Eine 30er Werkstatt, um dem Platzbedarf im Süden gerecht zu werden.

Veränderungen gebe es immer und man müsse sich strategisch darauf einstellen, so Hauke weiter. „Momentan stagnieren wir etwa bei knapp 700 Beschäftigten mit Behinderung.“ Das liege zum einen an der überaus guten Vermittlung in sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze über Integra, zum anderen daran, dass manch einer sein Glück erst auf dem ersten Arbeitsmarkt versuche – und erst später bei den Allgäuer Werkstätten einsteige. Sollte ein Mensch mit Behinderung bei einem anderen Leistungsträger übrigens nicht „zurande“ kommen, sei für ihn der Weg zurück in eine anerkannte Werkstatt wie die Allgäuer Werkstätten immer offen.

Mehr Mitbestimmung für den Werkstattrat, mehr Zeit für Schulungen, die Schaffung einer Vermittlungsstelle und einer Frauen-Beauftragten – das sind die wichtigsten Neuerungen in der Werkstätten-Mitwirkungs-Verordnung (WMVO). Das sind, neben der Erhöhung des Arbeitsförderungsgeldes von 26 auf 52 Euro, laut Christina Thüringer und Andreas Niedermeier mit die aktuellen Änderungen, die auch Eltern und Betreuer interessieren.

Personalleiterin Sonja Binser informierte: „Für die tariflich Beschäftigten wird ein erweitertes Führungszeugnis Pflicht!“ Außerdem berichtete sie über den neu gegründeten Spendenbeirat der Allgäuer Werkstätten. Anträge auf Unterstützung bei einer Freizeitmaßnahme, für Spezialschuhe etc. können an die Mitglieder des Beirates herangetragen werden.

mori

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