Große Chance genutzt: Optimaler Hochwasserschutz für Fischen-Weiler

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Die „Großbaustelle“ bei Fischen-Weiler aus der Vogelperspektive.

Wenige Tage nach dem Kommando „Wasser marsch!“ für die Umleitung der Weiler Ach konnte bereits die Meldung „Alles dicht!“ erfolgen. Die Arbeiten für den Hochwasserschutz an der Weiler Ach sind damit weitgehend abgeschlossen. Aktuell geht die Abdichtung des nördliche Damms auf die Zielgerade. 

Eigentlich wäre das Thema Hochwasserschutz im Bereich des Ortsteils Weiler noch gar nicht an der Reihe gewesen. Doch dann stand der Ersatzneubau von drei Brücken im Verlauf der Bundesstraße auf dem Programm des Staatlichen Bauamtes Kempten. Nach einigen Verhandlugen und Gesprächen wurden die in den kommenden Jahren ohnehin anlaufenden Bauarbeiten des Wasserwirtschaftsamtes Kempten vorgezogen und in die Planungen des Straßenbau einbezogen.

„Das war die große Chance, den Hochwasserschutz mit dem Brückenbau zu kombinieren“, freut sich Fischens Bürgermeister Edgar Rölz. Zwar sei die Weiler Ach nicht unter den Top-Kandidaten für den Wildwasserausbau gewesen, aber die Verlegung der Bauarbeiten habe gut funktioniert. „Wenn wir die nächsten Jahrzehnte von Hochwasser an dieser Stelle verschont bleiben, haben wir alles richtig gemacht.“ Die Weiler Ach hat jetzt mehr Platz, und zwei scharfe Kurven, die bisher bei starken Niederschlägen für Rückstau und Geschiebeablagerungen sorgten, stellen durch die „Streckenführung“ kein gefährliches Hindernis mehr dar.

Nach der Verlegung der Ach in ihr neues Bett auf dem Abschnitt zwischen der Brücke an der B 19 und der Mündung in die Iller, gehen die Straßenbauarbeiten weiter. Noch vor dem Winter sollen die neuen Unterführungen fertig sein und die Fahrbahn wieder hergestellt werden. Derzeit wird der neue Damm weiter verstärkt indem bis zu acht Meter lange Stahlelemente eingerüttelt werden und eine massive Spuntwand bilden. Die Dammböschungen auf dem neu gebauten Abschnitt wurden zudem sehr abwechslunsgreich gestaltet und bieten allerlei Tieren attraktive Lebensräume. Ähnlich sensibel und aufwändig wurde das Bachbett „neu konstruiert“. Damit soll erreicht werden, dass auch bei wenig Wasserführung einzelne Teilbereiche weiter unter Wasser stehen und Fischen und Amphibien das Überleben in Trockenzeiten ermöglichen, so der Chef des Wasserwirtschaftsamtes Kempten, Karl Schindele.

gts

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