Ein Erfolgsmodell fiert Jubiläum

Bis in die 1950er Jahre war die transportable Gattersäge im praktischen Einsatz im Oberallgäu. Am Jubiläumswochenende setzten Sepp Linder (rechts) und Markus Rist das mobile Sägewerk wieder in Bewegung. Foto: Josef Gutsmiedl

Ein „kleines Jubiläum“ feierte das Allgäuer Bergbauernmuseum in Diepolz - und eine großartige Erfolgsgeschichte. Mit mehr als 650000 Besuchern in den vergangenen zehn Jahren weist das ungewöhnliche Museum Zahlen auf, von denen vergleichbare Einrichtungen nur träumen können. Von diesem Erfolg wagten die „Erfinder“ nicht zu träumen. Doch das Konzept, das dem Bergbauernmuseum zugrunde gelegt wurde, geriet zum Volltreffer: Geschichte und den Alltag der Menschen früherer Generationen lebensnah darstellen und erlebbar machen. Keine verstaubten Requisiten, sondern eine begreifbare Welt, der Alltag der Bergbauern. Das „lebendige Museum“ will auch in Zukunft dem bewährten Konzept treu bleiben und offen sein für Entwicklungen.

Allen Grund, zu feiern hatte man im Allgäuer Bergbauernmuseum in Immenstadt-Diepolz: Erst zehn Jahre alt - und schon eine Erfolgsgeschichte. Jährlich kommen rund 65 000 Besucher in das ungewöhnliche Museum, wo das Leben der Bergbauern früherer Generation nicht nur dargestellt ist, sondern im Wortsinn „begreifbar“ wird im hautnahen Erleben. „Den Bergbauern im Oberallgäu ein Gesicht geben...“ Das war die Idee des damaligen Immenstädter Bürgermeisters, Gerd Bischoff, und des Stadtrates kurz vor der Jahrtausendwende. Dabei sei es nie die Idylle gewesen, der hier eine Art Denkmal gesetzt werden sollte, so Christine Ritter, Vorsitzende des Vereins Bergbauernmuseum. Vielmehr sah das Konzept die Verknüpfung von Geschichte mit dem aktiven Erleben, Nachempfinden und Begreifen vor. Offenbar ein gutes Rezept, wie Christine Ritter in ihrem Rückblick feststellt. Ein Erfolgsmodell, das auch dem Dorf Diepolz und der Dorfgemeinschaft „etwas Gutes getan“ habe. Und ein Rezept, das ständige Weiterentwicklung brauche, ergänzte Immenstadts Bürgermeister, Armin Schaupp: „Die Botschaft, die das Bergbauernmuseum vermittelt, ist aktueller denn je.“ Es gelte, die Nachhaltigkeit, wie sie etwa die Bergbauern früher praktizierten, heute mit Leben zu erfüllen - über das bloße Reden hinaus, im Handeln. „In zehn Jahren sind diese Themen nicht abgearbeitet“, sagte Schaupp weiter. Er sei optimistisch, dass das Allgäuer Bergbauernmuseum seinen Beitrag leisten werde. Ergänzt werde dieser Auftrag aktuell vom neuen AlpSeeHaus und dem Naturpark Nagelfluhkette. „Das Wesentliche“ könne der Besucher des Allgäuer Bergbauernmuseums erfahren, so der Schirmherr des Jubiläums, der Parlamentarische Staatssekretär im Landwirtschafts- und Verbraucherschutzministerium, Dr. Gerd Müller. Die Zahl von rund 670 000 Besuchern in zehn Jahren spreche ebenso für sich, wie die 3500 großen und kleinen Teilnehmer pro Jahr bei den vielen Kursen und Aktionstagen, lobte Müller die „großartige Arbeit des Museumsteams und des Vereins“. Daneben, so Müllers Ausflug in die Politik, gelte es, die Rahmenbedingungen „so zu gestalten, dass die Bergbauern von heute ihr Auskommen haben“. An der einen oder anderen Förderschraube werde man noch drehen müssen, deutete der Bundestagsabgeordnete an. Wertvolle Lebensmittel könne man nicht verschleudern. Der Verbraucher müsse aber bereit sein, faire Preise zu zahlen, betonte Müller.

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