Kraftvoll und kerngesund

+
„Gut aufgestellt“ sei die Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu, meinen die Vorstände Mathias Schneider (von links) Heinrich Beerenwinkel, Rainer Schaidnagel und Wilhelm Oberhofer.

Sonthofen - Fast schon den Schlussstrich unter die Fusion ziehen kann die Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu. Und die erste gemeinsame Bilanz der früheren Raiffeisenbank Kempten und der Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd schreibt offenbar die Erfolgsgeschichte der beiden Unternehmen fort.

Die neue Kulisse ist inzwischen auch im Logo zu sehen: Das Panorama der Allgäuer Alpen (für das südliche Oberallgäu) wurde ergänzt um eine Ansicht des Grünten, um den Schulterschluss anschaulich zu machen. „Eine kleine Modifikation“, kommentiert Vorstandssprecher Heinrich Beerenwinkel die verlängerte Bergkulisse.

Im vergangenen Sommer haben die beiden Raiffeisenbanken die technische und juris- tische Verschmelzung vollzogen. Daran schlossen sich die Zusammenführung der Abteilungen und Konzentrationsprozesse an. Jetzt sehe man sich „in den Nachwehen der Fusion“, wobei es hauptsächlich um die Optimierung interner Abläufe gehe, sagt Beerenwinkel. „Das Klima in der Bank ist sehr, sehr gut“, ergänzt sein Sprecherkollege Rainer Schaidnagel.

„Gut aufgestellt“ sei die Raiffeisenbank Kempten-Obertallgäu, meinen die Vorstands- sprecher. Auch mit Blick auf „gute Rahmenbedingungen“ und eine erfreuliche wirtschaftliche Entwicklung im Oberallgäu. Sorgen mache aber allen Banken das anhaltend niedrige Zinsniveau. „Es ist verdammt schwierig“, bringt es Heinrich Beerenwinkel auf den Punkt. Auch die zunehmende Regulierung und Bürokratie mache den Banken zu schaffen. „Das bindet Personalkapazität.“

Die erste gemeinsame Bilanz bestätige den Erfolgskurs der „neuen“ Raiffeisenbank und zeige eindeutig die Fortsetzung des qualitativen und nachhaltigen Wachstumskurses, stellen die Vorstände fest. Sie machen das nicht zuletzt an einer anhaltend hohen Kreditnachfrage mit 203 Millionen Euro fest. Das Gesamtvolumen an Kundenkrediten liegt bei 968 Millionen Euro (plus 3,5 Prozent). Zudem sei die Raiba hier „flächig unterwegs“ und könne die Kredite einem „breit gestreuten Publikum“ zuordnen. Das bedeute letztlich mehr Sicherheit.

Erfreulich sei – gerade bei einem niedrigen Zinsniveau – die Steigerung bei den Kundengeldern um 50 Millionen Euro auf 1,1 Milliarden. Diese Entwicklung werten die Raiba-Chefs auch als einen Vertrauensbeweis für die regionale Genossenschaftsbank. Allerdings ging in diesem Bereich der Anteil befristeter Anlagen um 20 Prozent deutlich zurück, während Sichteinlagen und Sparguthaben zulegten. „Es gibt offenbar ein hohes Bedürfnis nach Liquidität“, betont Schaidnagel.

Unterm Strich stellt Vorstandssprecher Schaidnagel zur Jahresbilanz 2014 fest: „Wir wachsen in der Region, für die Region aus der Region.“ Mit einem Betriebsergebnis von fast 15,4 Millionen Euro könne die Raiffeisenbank Kempten-Oberallgäu „durchaus zufrieden“ sein. Den Bilanzgewinn beziffert Beerenwinkel auf 2,4 Millionen Euro. Und als Steuerzahler sei die Raiba ein „verlässlicher Partner“ mit mehr als 4 Millionen Euro – 1,8 Millionen allein als Gewerbesteuer.

Freuen können sich auch heuer die Mitglieder der Raiba Kempten-Oberallgäu. Zur Grunddividende von 5 Prozent kommt ein Bonus von 1 Prozent. So zumindest soll es die Vertreterversammlung im April beschließen. „Eine sehr angemessene Verzinsung“, finden Beerenwinkel und Schaidnagel. Solide untermauert ist das Unternehmen Raiba nicht zuletzt durch seine Eigenkapitalquote von gut 10 Prozent. „Das sichert eine entsprechende Substanzkraft. Wir sind gut aufgestellt“, unterstreicht Beerenwinkel. „Eine Ecke über dem Bayern-Durchschnitt.“

Die Eigenkapitaldeckung ist ein wesentlicher Faktor für die „Benotung“ einer Bank, das Rating. Hier schneidet die Raiba Kempten-Oberallgäu mit „A0“ im Analysesystem des Genossenschaftsverbandes sehr gut ab; ebenso bei der Klassifizierung der Bayerischen Volks- und Raiffeisenbanken, wo erneut ein „A++“ erwartet werden könne. Beerenwinkel: „Das alles dokumentiert die gesunden Strukturen unseres Hauses.“

Nicht minder solide sei schließlich das Verhältnis von Mitgliederzahl gut 31 000) zur Kundenzahl (mehr als 78 000) mit 41 Prozent.

Josef Gutsmiedl

Meistgelesen

In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
In Oberstdorf wird Wasser zu Bier
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
Nordische Ski-WM ein kostspieliger Spaß
Nordische Ski-WM ein kostspieliger Spaß

Kommentare