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Erste Wasserstoff-Tankstelle im Allgäu entsteht bei Memmingen

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Wasserstofftankstelle Allgäu Memmingen
David Keidler (von links) und Thomas Leger von Gerhard Leger GmbH, freuen sich wie der Allgäuer Landtagsabgeordnete Alexander Hold und Manfred Schilder, Oberbürgermeister der Stadt Memmingen, auf die erste Wasserstoff-Tankstelle im Allgäu. © K. Dorsch

Allgäu – In den nächsten zwei Jahren entsteht unweit des Autobahnkreuzes Memmingen eine Wasserstofftankstelle.

Vor Kurzem hat sich Alexander Hold, Landtagsabgeordneter der Freien Wähler für Kempten, das Oberallgäu und die Stadt Memmingen, vor Ort zusammen mit dem Memminger Oberbürgermeister Manfred Schilder über den aktuellen Stand der Planungen und den Baubeginn der Wasserstofftankstelle informiert.

Beim gemeinsamen Treffen im Gewerbegebiet Nord waren außerdem dabei die Verantwortlichen der Linde GmbH aus Pullach, welche für die Anlagetechnik verantwortlich ist, als auch Urs Breitmeier von H2 Energy Europe aus Zürich, in Europa federführend im Bereich der Wasserstoff-Technologien. In den nächsten zwei Jahren entsteht an der strategisch besten Stelle unweit des Autobahnkreuzes Memmingen eine leistungsfähige Wasserstofftankstelleninfrastruktur, die vor allem den Schwerlastverkehr ansprechen soll.

Bayerische Wasserstoffstrategie

„Geredet ist genug. Nun ist es an der Zeit, Taten folgen zu lassen. Um unsere gesetzten Klimaziele zu erreichen, muss noch viel passieren. Ich freue mich deshalb besonders, dass ich den Bau der ersten Wasserstofftankstelle im Allgäu persönlich mit anstoßen konnte und diese mit der kraftvollen Förderung im Rahmen der Bayerischen Wasserstoffstrategie von Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger nun verwirklicht werden kann“, sagt Alexander Hold.

Insbesondere im Schwerlastbereich ist die Umstellung auf emissionsfreie Antriebe dringlicher denn je. Für Logistikunternehmen, die über einen Umstieg auf alternative Antriebe nachdenken, sind die kurze Betankungszeit von etwa 20 Minuten, die uneingeschränkte Nutzlast sowie die hohe Reichweite von 500 Kilometer pro Tankfüllung die entscheidenden Vorteile gegenüber batteriebetriebenen E-Fahrzeugen.

„clean vehicle directive“ der EU

„Wir werden in den nächsten Jahren ein flächendeckendes Netz an Wasserstofftankstellen brauchen, allein schon deshalb, weil die Auftraggeber von den Logistikern zunehmend klimaneutrale Transporte fordern“, erläutert Hold die aktuelle Situation. Zudem seien öffentliche Auftraggeber zur Erfüllung der „clean vehicle directive“ der EU seit diesem Jahr, aber verstärkt ab 2025, gezwungen, auf emissionsfreie Busse und LKW umzusteigen.

Die Entwicklungsdynamik bei Wasserstoff im Verkehr ist groß, daher erwarten die Fachleute rasche Fortschritte bei Technologieentwicklung und Innovationen.

Förderbescheid für Wasserstofftankstelle

„Je schneller sich grüner Wasserstoff gegenüber Diesel im Verkehr durchsetzt, desto besser. Wasserstoff spielt als Zukunftstechnologie eine tragende Rolle. Nachdem der Förderbescheid für die erste Wasserstofftankstelle im Allgäu nun vorliegt, können die weiteren Maßnahmen beginnen. Wenn alles gut geht, dann wird im Frühjahr 2023 der erste LKW mit Wasserstoff betankt werden“, freut sich Hold. Bayern habe sich ehrgeizige Klimaziele gesetzt und strebt eine konsequente Energie- und Mobilitätswende an.

Innovative Technologien und CO2-frei erzeugter, grüner Wasserstoff spielten dabei eine besondere Rolle. Das seit dem Oktober 2020 laufende Förderprogramm unterstützt öffentliche wie nichtöffentliche Wasserstofftankstellen für Nutzfahrzeuge, Busse sowie für Logistikfahrzeuge mit bis zu 90 Prozent der förderfähigen Kosten.

Ebenso wird die Umrüstung der genannten Fahrzeuge in Kombination mit betriebsinternen Tankstellen gefördert. Unter Federführung des bayerischen Wirtschaftsministers Hubert Aiwanger soll sich der Freistaat im Rahmen der Bayerischen Wasserstoffstrategie zu einem weltweiten Wasserstoff-Technologieführer entwickeln.

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