Erster Corona-Todesfall im Oberallgäu - Verstärkte Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus

Landratsamt informiert über Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Corona Virus

Das Landratsamt bestätigte am vergangenen Wochenende den ersten Todesfall in Kempten im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion mit. Des weiteren informiert das Landratsamt über die aktuellen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Virus.

Oberallgäu – Für den Landkreis Oberallgäu und die Stadt Kempten wird ein erster Todesfall im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion vermeldet. Dabei handelt sich um eine über 80-jährige Patientin, die in der Nacht zu Sonntag in einer Oberallgäuer Klinik gestorben ist. Sie war Bewohnerin eines Seniorenheimes in Kempten.

Landrat Anton Klotz und Oberbürgermeister Thomas Kiechle: „Wir müssen in diesen schweren Stunden zusammenhalten. Wir müssen unbedingt und mit aller Kraft verhindern, dass wir in eine Situation geraten, wie sie sich derzeit in manchen Regionen in Italien abspielt. Wir appellieren daher an alle Oberallgäuer und Kemptener Bürgerinnen und Bürger: Reduzieren Sie Ihre persönlichen Kontakte auf ein absolut notwendiges Minimum. Verzichten Sie auf Veranstaltungen jeglicher Art, soweit sie nicht unbedingt notwendig sind. Verzichten Sie auch auf Reisen. Im Bus oder in Warteschlangen im Supermarkt achten Sie bitte darauf, Abstand zu halten – mindestens ein Meter.“ 

Mit Blick auf die an Dynamik gewinnende Entwicklung und die europaweit exponentiell steigenden Fallzahlen einerseits und den weitreichenden Entscheidungen von heute im benachbarten Bundesland Tirol andererseits werde es möglicherweise auch bei uns zu noch weiteren Einschränkungen des öffentlichen Lebens kommen, so die Pressemitteilung weiter. „Helfen Sie bitte mit und vertrauen Sie uns. Wir tun alles, um unsere Bürgerinnen und Bürger zu schützen!“, appellieren Klotz und Kiechle. 

Mit Stand von Sonntag Nachmittag sind es mittlerweile 28 Fälle im Landkreis und in Kempten. Im Landratsamt bereitet man sich darauf vor, in den kommenden Tagen den Parteiverkehr auf ein absolut notwendiges Niveau zu reduzieren. Es wird wahrscheinlich ein „Fensterschalter“ für dringende Fälle eingerichtet, die Eingänge des Gebäudes dann gesperrt. 

Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus 

Die Stadt Kempten hat weitere Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des Virus bekannt gegeben. Das Landratsamt und die Stadt bitten die Bevölkerung, alle Behördengänge zu verschieben oder ihre Anliegen telefonisch oder per E-Mail zu klären. Die telefonische und digitale Erreichbarkeit wird natürlich weiterhin gewährleistet. 

Laut Mitteilung von Ministerpräsident Dr. Markus Söder sind alle Schulen und Kindertagesstätten in Bayern ab Montag, 16. März, bis Sonntag, 19. April, geschlossen. Die Schließung gilt für alle Schularten, auch für Privatschulen und Berufsschulen. Betroffen sind auch die Kindertagespflege und auch die Großkindertagespflege. 

Mit dem Unterrichtsausfall an den Schulen wird auch die außerschulische Nutzung der Turn- und Sporthallen in kommunaler Verantwortung ab Montag, 16. März, untersagt. Ausgenommen davon bleiben die Sportplätze im Freien. Vereine sind dazu aufgerufen, Wettkämpfe abzusagen. Bereits ab Samstag, 14. März, sind das Wonnemar Sonthofen, das Aquaria Oberstaufen und das Hallenbad Immenstadt bis 19. April geschlossen. 

Die öffentlichen Pflichthegeschauen sind ebenfalls abgesagt und werden auf einen späteren Zeitpunkt verlegt. Auch eine Anlieferung und Bewertung der Trophäen findet nicht statt. 

Veranstaltungen und Kurse der Oberallgäuer Volkshochschule entfallen ab 16. März bis 19. April. Gleiches gilt für die Volkshochschule Kempten und den nördlichen Landkreis Oberallgäu sowie das Kempodium. 

Schuleinschreibungen finden statt

Die Schuleinschreibungen finden zu den vorgesehenen Terminen als rein formale Einschreibungen statt. Die Eltern werden gebeten, sich möglichst mit den Schulen wegen einer Terminvereinbarung in Verbindung zu setzen. All diese Maßnahmen dienen dazu, die Ausbreitung des Coronavirus zu verzögern, die älteren Menschen und Menschen mit Vorerkrankungen zu schützen. Zum anderen sind diese Maßnahmen zwingend notwendig, um das Funktionieren unseres Gesundheitssystems, insbesondere unserer Krankenhäuser, aufrecht zu erhalten. 

Das Landratsamt Oberallgäu bittet die Bürgerinnen und Bürger daher eindringlich, ihre Behördengänge auf ein notwendiges Maß zu beschränken und nur absolut notwendige Termine, nach vorheriger telefonischer Rücksprache mit ihrem zuständigen Sachbearbeiter, zu vereinbaren und durchzuführen. Auch diese Regelung gilt vorerst seit Montag, 16. März, bis voraussichtlich bis 19. April. 

Da im Moment auch die für die Jahreszeit übliche Influenza Grippe im Umlauf ist, bedeuten Husten und Fieber nicht sofort, dass man sich mit Corona infiziert hat. In diesem Fall sollte man – wie generell für Grippe und grippale Infekte empfohlen – zu Hause bleiben und sich für einige Tage krank schreiben lassen. Wer jedoch Verdacht hat, sich mit dem dem Corona Virus angesteckt zu haben, sollte seinen Hausarzt/-ärtzin, den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter Tel. 116 117, die Hotline des Landratamtes 08321/612520 oder des bayerischen Landesamts für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit 09131/6808 510 anrufen und weitere Schritte abklären. Aktuelle Informationen zum Corona Virus gibt es im Internet auf der Webseite des Landratsamtes unter www.oberallgaeu.org.

Rubriklistenbild: © Sabine Tulachan

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