Ja zur erweiterten Beschneiung

Trotz Bedenken des Naturschutzes stimmte der Umwelt- und Wirtschaftsausschuss des Kreistages mit 12:3 Stimmen den Plänen zur Ausweitung der Beschneiung im Skigebiet Gunzesried-Ofterschwang zu. Das Bergbahn-Unternehmen will hier einen neuen Speicherteich im Gebiet Geißrückenalpe bauen – die Beschneiungsfläche soll von jetzt 27 auf 53 Hektar steigen. Weiter sind eine Verbindungspiste und Geländekorrekturen geplant.

Während die Gemeinden Blaichach und Ofterschwang sich für die Baumaßnahmen aussprachen, lehnen der Bund Naturschutz, der Alpenverein und der Naturschutzbeirat des Landkreises die Erweiterung ab. Im Ausschuss brachten vor allem die Grünen Bedenken gegen den Schneiteich und die geplanten Waldrodungen vor. Dies seien „starke Eingriffe in die Natur“, so Kreisrat Uli Leiner. Leiner wollte wissen, ob die Beschneiungspläne in erster Linie für die Weltcup-Veranstaltungen notwendig seien. Dies verneinte Michael Fässler, CSU-Kreisrat und Gesellschafter der betroffenen Bergbahngesellschaft. Für die internationalen Veranstaltungen sei die jetzige Anlage ausreichend. Es gehe in erster Linie darum, bei geeigneten Wetterverhältnissen in kurzer Zeit das ganze Gebiet zu beschneien. Dies sei am umweltschonendsten und energiesparendsten. Fässler verwies auf die Konkurrenz der Skigebiete in den Nachbarländern. In Österreich und der Schweiz sei „mehr möglich als bei uns“. Eine endgültige Entscheidung ist mit der Zustimmung des Ausschusses noch nicht gefallen. Nun muss sich der Naturschutzbeirat des Bezirks Schwaben mit der Materie befassen. Weiter bewilligten die Kreisräte zwei Zuschüsse, die ebenfalls mit dem Wintersport im Oberallgäu zu tun haben. 50000 Euro erhält die Nordische Skisport GmbH in Oberstdorf zur Erweiterung der Rollerbahn beim Langlaufstadion. Ebenfalls 50000 Euro gibt es als Beitrag für die Organisatoren des alpinen Ski-Weltcup 2009 in Ofterschwang. Auch hier setzte die Kritik der Grünen ein. Sie sind der Ansicht, dass die Unterstützung solcher Baumaßnahmen und Großveranstaltungen nicht Aufgabe des Landkreises sei. Die Mehrheit sah allerdings die Gelder als Sportförderung und zur Unterstützung einer internationalen Veranstaltung gut angelegt. Landrat Gebhard Kaiser und mehrere Kreisräte verwiesen auf die Werbewirksamkeit der Wintersportveranstaltungen für die Region. hb

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