Petition gegen die geplante Umsetzung der EU-Pauschalreiserichtlinie - Reisen kann teuer werden

Reisebüros kritisieren neue Pauschalreiserichtlinie

+
Sommer, Sonne, Strand und Meer - Reisen könnte bald teuer werden.

Oberallgäu – Wer derzeit eine Reise bucht, wird im Reisebüro von den Mitarbeitern höchstwahrscheinlich gebeten, eine Petition zu unterzeichnen. Die Reisebüros wollen die Umsetzung einer neuen EU-Richtlinie zu Pauschalreisen in nationales Recht stoppen.

Für Verbraucher bedeute die neue Richtlinie eine „ekla­tante Verschlechterung bei der Buchung von Reisen“, gerade kleine Reisebüros könnten zudem in ihrer Existenz bedroht werden.

Bereits gebuchte Reisen könnten demnach um bis zu acht Prozent teurer werden, falls der Reiseveranstalter bis 20 Tage vor Urlaubsantritt die Preise erhöht. Der Reiseveranstalter kann hierzu „besondere Gründe“ geltend machen, beispielsweise höhere Kerosinpreise oder geänderte Wechselkurse, ohne diese beweisen zu müssen. Die Richtlinie sieht vor, dass der Kunde den Gegenbeweis antreten muss, wenn er die Gründe anzweifelt. „Es geht wie immer zu Lasten der ‚kleinen Leute‘“, ärgert sich Manuela Zorn vom Oberallgäuer ReiseCenter in Sonthofen.

Die Richtlinie gefährdet auch die Existenz kleiner und mittlerer Reisebüros. Sobald sie für einen Kunden mehrere Einzelleistungen, wie Flug und Hotel, zu einer attraktiven und kostengünstigen Reise zusammenstellen, gelten sie künftig als Pauschalreiseveranstalter, der auch haftbar gemacht werden kann. Sie tragen demnach das gleiche finanzielle Risiko wie jeder große Reiseveranstalter. „Dieses Risiko“, heißt es in der Begründung der Petition, „müsste durch entsprechende Versicherungen abgedeckt werden, deren Kosten einen überproportionalen finanziellen Mehraufwand zu Lasten der Reisevermittler (Reisebüros) bedeutet.“ Um dem Risiko aus dem Weg zu gehen, wären viele Reisebüros gezwungen, den Kunden nicht mehr individuell passende Reisen zusammenzustellen sondern eventuell teurere Pauschalreisen anzubieten. Oder sie müssten die Versicherungskosten auf die Kunden umlegen und somit die Reise verteuern. „Ich finde es nicht gut, dass man uns den Vermittlerstatus nehmen will. Warum soll ich haftbar gemacht werden, wenn ich die Reise gar nicht veranstalte?“, sagt Susi Krach vom Oberallgäuer Reisebüro in Immenstadt.

Ein weiterer Kritikpunkt ist der in der Richtlinie vorgeschriebene große bürokratische Aufwand. „Ich möchte für meine Kunden den wohlverdienten Urlaub suchen und buchen und nicht mit ihm über gesetzlich vorgeschriebene Formblätter sprechen!“, so Manuela Zorn.

Die Petition läuft noch bis 20. Dezember. Wer unterschreiben will, kann dies bis spätestens 14. Dezember in Reisebüros tun oder online zeichnen unter https://epetitionen.bundestag.de/petitionen/_2016/_11/_17/Petition_68543.nc.html.

eva

Auch interessant

Meistgelesen

Kreisbote Festwochen-Bummel
Kreisbote Festwochen-Bummel
Unbekannte beschädigen Sonnenschirm in Sonthofen
Unbekannte beschädigen Sonnenschirm in Sonthofen
Ausstellung "Vielfalt" im Fiskina - "außergewöhnlich und überraschend"
Ausstellung "Vielfalt" im Fiskina - "außergewöhnlich und überraschend"
Was tun beim Narbenbruch?
Was tun beim Narbenbruch?

Kommentare