Eine Röhre mit Panoramablick anstatt eines dunklen Tunnels

B 19 bei Fischen: Der Tunnel bekommt Augen

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Eine Galerie könnte dem Tunnel „Augen“ geben. Mit dieser verführerischen Perspektive will die SPD frischen Wind in die Diskussion um den Neubau der B 19 bei Fischen bringen.

Frischen Wind in die „endlose Geschichte“ Tunnel Fischen bringt jetzt eine Planung, die einen neuen Weg geht: Tunnel ja – aber keine Röhre, sondern mit Fenstern! Das Architekturbüro Noichl & Blümel in Oberstdorf will auf Anregung der örtlichen SPD für die umstrittene Tunnellösung eine Tür aufstoßen.

Dass ein Tunnel bei Fischen die Verkehrsbelastung für den Ort reduzieren würde, steht nicht in Frage. Ein Haken bei der Sache, so erklärt Dr. Jürgen Groß, sei allerdings, dass Fischen als Blickfang genauso verloren ginge wie der Blick auf die Kulisse der Allgäuer Alpen. „Fischen würde aus der klassischen Tunnelröhre ja nicht mehr zu sehen sein“, betont Groß, der wie viele Fischinger befürchtet, dass der Ort über kurz oder lang auch „aus den Köpfen“ der Allgäu-Besucher verschwindet. Für den Tourismus sei das nicht wünschenswert.

Für den Neubau der B 19 zwischen Sonthofen und Oberstdorf liegen jetzt die ersten Detailplanungen auf dem Tisch. Im Auftrag der Allgäuer SPD präsentierte das Oberstdorfer Architekturbüro Noichl & Blüml erstmals konkrete Pläne für ein kombiniertes Galerie- und Tunnelbauwerk, das im Ortsbereich von Fischen zu einer deutlichen Entlastung der Anwohner vom Verkehr führen soll.

Die vorgelegten Pläne sehen für die neue B19 zwischen Fischen-Berg und der Abzweigung nach Obermaiselstein keinen herkömmlichen Tunnel, sondern eine unter der bisherigen Trasse verlaufende circa 100 Meter lange, verglaste Galerie vor, die den Blick nach Osten auf Fischen und die umliegende Berglandschaft freigibt.

Südlich dieser Abzweigung ist auf Höhe der Stinesser-Skilifte ein zweites, nach Südwesten gerichtetes „Tunnelauge“ vorgesehen. Nur im unmittelbaren Bereich der bisherigen ampelgesteuerten Einmündungen der Kreisstraßen OA 9 vom Riedbergpass und der OA 26 von Schöllang her soll die neue Bundesstraße in geschlossener Tunnelbauweise geführt werden, außerdem im Zuge der Grundbachunterquerung am südlichen Ortsrand von Fischen.

Unverändert gegenüber den im Bundesverkehrswegeplan ausgewiesenen Grobplanungen des Staatlichen Bauamts Kempten bleibt die Gesamtlänge des Neubauabschnitts, der Rückbau der bisherigen B19-Trasse sowie die Umgestaltung der Beslerkreuzung zu einem Kreisverkehr.

„Der Neubau fügt sich sehr harmonisch in die vorgegebene Topografie ein“, erläuterte Chefplaner Klaus Noichl. Die erforderlichen Eingriffe in die Landschaft seien minimal. Deshalb fielen auch die Mehrkosten nicht ins Gewicht. Vor allem aber bleibe Fischen auch künftig von der B 19 aus sichtbar – für eine tourismusabhängige Gemeinde ein nicht zu unterschätzender Vorteil. „Augen auf Fischen“, laute deshalb das doppelsinnige Motto, das den Planungsarbeiten zu Grunde lag.

Als „großen Wurf“ bezeichnete der Stellvertretende Vorsitzende der Allgäuer SPD und Fischinger Gemeinderat Dr. Jürgen Groß den nunmehr gefundenen Lösungsansatz. „Das Bauwerk besitzt alle verkehrlichen Vorteile eines Tunnels, vermeidet aber weitgehend dessen Nachteile“, bringt Groß den Vorschlag auf den Punkt. Er forderte das zuständige Staatliche Bauamt auf, auf dieser Grundlage die weiteren Planungen zügig voranzutreiben.

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