Energie erzeugen – Energie speichern

+
Erst seit wenigen Tagen ist der Batteriespeicher im Keller von Gebhard Lochbihler (Mitte) installiert. Martin Sambale, Geschäftsführer von eza! (links) und Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl (rechts) begutachten die Anlage.

Sonthofen – Immer mehr Hausbesitzer installieren auf ihren Hausdächern Photovoltaikanlagen. Um möglichst viel des erzeugten Stromes auch selbst nutzen zu können, muss dieser aber auch gespeichert werden können.

Welche Speichertechnologien in der Region möglich und sinnvoll sind, testen das AÜW und das Energie- und Umweltzentrum eza! im Rahmen des EU-Projektes Alpstore in fünf Privathaushalten – einer davon ist der der Familie Lochbihler in Sonthofen. 

„Mein Ziel war es, die Energie, die ich verbrauche, selbst zu erzeugen!”, erklärt Gebhart Lochbihler aus Sonthofen. „Das ist ein Beitrag, den beinahe jeder leisten kann!” Seit knapp einem Jahr hat Lochbihler eine Photovoltaikanlage auf dem Dach – in dieser Zeit hat er in etwa 8.000 Kilowattstunden Strom erzeugt. „Auf Dauer rechnet sich die Photovoltaikanlage!”, ist er sicher. 

Die Stadt Sonthofen ist eine der führenden Gemeinden im Bereich erneuerbare Energien und Klimaschutz. Im Jahr 2011 wurden laut dem Klimaschutzkonzept der Stadt bereits 19 Prozent des Gesamtenergiebedarfs durch erneuerbare Energien gedeckt. „Die Energiewende kann jedoch nur funktionieren, wenn Stromspeichermöglichkeiten vorhanden sind”, sagte Sonthofens Bürgermeister Hubert Buhl bei der Besichtigung der Batteriespeicher im Hause Lochbihler. Deshalb beteiligt sich die Stadt auch an den Kosten des Versuchs – 75 Prozent der Kosten werden durch das Förderprogramm Alpstore getragen. „Sonthofen macht sehr viel!”, bestätigt auch Martin Sambale von eza!. 

Bis zu 50 Kilowattstunden produziert Lochbihler am Tag selbst – abhängig natürlich von der Intensität der Sonneneinstrahlung, auch wenn seine Photovoltaikanlage selbst bei diffusem Licht noch etwas Strom erzeugt. Ein großer Teil des am Tag erzeugten Stroms könne er jedoch nicht nutzen, weshalb der Batteriespeicher in seinen Augen sehr sinnvoll ist. Vor allem, da die Einspeisevergütung ins Stromnetz nicht mehr so hoch ausfalle und sich nicht rechne. Die Batterie, die erst vor einigen Tagen im Keller der Familie eingebaut wurde, hat ein Speichervolumen von 18 Kilowattstunden – neun davon sind nutzbar. 

Felix Geyer von eza! erklärt, dass ein „normales” Einfamilienhaus für die Nacht etwa drei bis vier Kilowattstunden verbraucht. AÜW und eza! testen in der Region zwei verschiedene Speicherbatterien: Lithium-Ionen-Batterien und Bleigelbatterien. Die Batterien werden ein Jahr meßtechnisch getestet um zu sehen, welche am wirtschaftlichsten arbeiten. Nach Ablauf des Jahres haben die Testhaushalte die Möglichkeit, ihre Batteriespeicher zu kaufen. Neben den Batterien bekommen sie auch einen Elektroroller gestellt – Elektromobilität als zusätzliche Möglichkeit, Strom zu speichern.

Eva Veit

Meistgelesen

Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" - LaBrassBanda vs. Musikkapelle Burgberg
"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
"Bettl mit Dettl" an der Drogeriemarktkasse
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn
Kreisjagdverband: Kein Kuhhandel am Riedberger Horn

Kommentare