Fahrgastverband »Pro Bahn« fordert Ende des »Zuständigkeitsgeschachers«

Tourismus braucht mehr Bahn

Zug im Oberallgäu
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Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ fordert den Freistaat Bayern auf, „touristische Eisenbahnverkehre“ dauerhaft zu bestellen.

Allgäu – Der Fahrgastverband „Pro Bahn“ sieht einen dringenden Bedarf, dass der Freistaat Bayern touristische Eisenbahnverkehre bestellt, um das Angebot weiter auszubauen und die Finanzierung der regionalen Infrastruktur durch die Trassenentgelte zu unterstützen.

In vielen Regionen Bayerns bieten Eisenbahnen touristische Verkehre an. In der Regel sind diese nicht gewinnbringend und nur dadurch zu finanzieren, dass Ehrenamtliche als Lokführer und Zugbegleiter einspringen. Auch bei der Infrastruktur sieht es nicht anders aus. Engagierte Bahnbefürworter schneiden in ihrer Freizeit die Vegetation zurück, reinigen Durchlässe und schmieren Weichenantriebe. Aufgrund der limitierten Ressourcen bedeute das oft, dass nur wenige Verkehrstage im Jahr angeboten werden können, obwohl die Nachfrage vorhanden wäre, kritisiert der Verband weiter.

„Auf Dauer kann es nicht sein, dass der Eisenbahntourismus davon abhängig ist, dass sich Ehrenamtler dafür aufopfern“, stellt Lukas Iffländer, stellvertretender Vorsitzender des Fahrgastverbands Pro Bahn in Bayern, fest. Daher fordern die Fahrgastvertreter mindestens an allen Wochenenden und Feiertagen im Sommerhalbjahr Zugfahrten zu bestellen.

Ähnliches schlägt auch die Enquetekommission des bayerischen Landtags zur Förderung des Ländlichen Raumes vor: „Auf stillgelegten Strecken, bei denen sich eine dauerhafte Reaktivierung nicht wirtschaftlich darstellt, sollen zum Erhalt der Strecke touristische Verkehre bestellt werden können.“

„Bisher schieben sich hier das bayerische Wirtschaftsministerium und das Verkehrsministerium gegenseitig die Zuständigkeiten zu“, so der Fahrgastverband. Das Verkehrsministerium meine, Tourismus wäre die Aufgabe des Wirtschaftsministeriums und dieses argumentiere wiederum, dass die Bestellung von Verkehren dem Verkehrsministerium zugeordnet sei. „Dieses Zuständigkeitsgeschacher ist unwürdig und muss ein Ende haben“, stellt Timm Kretschmar, Beisitzer im Vorstand des Fahrgastverbands, klar.

Die Position des Verkehrsministeriums, nach der eine Bestellung mit Regionalisierungsmitteln sogar illegal wäre, da damit nur der tägliche Schienenpersonennahverkehr bestellt werden dürfe, ist für Iffländer nur eine billige Ausrede. „Einige Bundesländer bestellen touristische Verkehre seit vielen Jahren, ohne verklagt zu werden.“

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