Jedermann-Tests einstellen

FDP-Landtagsabgeordneter Spitzer fordert: Test-Strategie ändern!

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Probestäbchen für die Speichelprobe (Symbolbild)

Oberallgäu – In seinem Brief an Bayerns Ministerpräsident Dr. Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml fordert der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Dominik Spitzer eine rasche Strategie-Anpassung bei der Corona-Testung.

Dominik Spitzer kritisiert: „Die im Raum stehende Ausweitung der Corona-Tests kann aufgrund von Kapazitätsproblemen und der für den Herbst zu erwartenden steigenden Infektionszahlen nicht standhalten. Die Labore sind schon jetzt am Limit. Ärzte müssen Termine absagen. Gesundheitsämter sind nicht erreichbar.“

Als Mediziner kritisiert der FDP-Landtagsabgeordnete Dr. Dominik Spitzer aus Kempten die aktuelle Corona-Strategie der Staatsregierung.

Er, Spitzer, habe selbst geplante Reihentest fast nicht durchführen können, nachdem ihm ein Labor aufgrund von Engpässen kurzfristig abgesagt habe. „Als einer von nur zwei Allgemeinmedizinern in Kempten führe ich Reihentestungen für Schulen, Kitas oder Pflegeheime durch. Die anderen Hausärzte sind bereits mit den Jedermann-Tests ausgelastet oder lehnen Testungen ab.“ Der Unmut über die momentane Teststrategie der Regierung bei den niedergelassenen Ärzten wachse ständig.

Zudem seien viele Menschen extrem unsicher, wann und wo sie sich überhaupt testen lassen könnten. „Die Teststrategie in Bayern ist zu komplex, um die Pandemie effizient zu bekämpfen. Für den Herbst brauchen wir einen Plan, wie wir den zu erwartenden Ansturm auf die Praxen und Teststationen Herr werden können“, fasst Spitzer seien Einschätzung zusammen.

„Ich appelliere deshalb an Sie: Passen Sie Ihre Teststrategie an! Beziehen sie wissenschaftliche Erkenntnisse ein, berücksichtigen Sie vorhandene Ressourcen – insbesondere Personal, Schutz- und Labormaterial in den Laboren.“

Das Verfahren müsse sicherstellen, dass die Getesteten ihre Test-Ergebnisse zeitnah erhalten. Ein Fehler wie im August dürfe sich nicht wiederholen!

Der Landtagsabgeordnete legt fünf Vorschläge für einen Kurswechsel vor: An die Testzentren könnten kleine, mobile Teams andocken, die die Reihentestungen in Schulen, Kitas, Pflegeheimen oder Risiko-Betrieben durchführen. Die Teams müssen ausdrücklich nicht aus ärztlichem Personal bestehen. Betriebsärzte müssen in dieses Konzept jedoch mit eingebunden werden. Die Schulleitungen vermissen die Unterstützung durch das Ministerium und den Behörden vor Ort bei der Organisation der Reihentests. In den Testzentren Kempten und Sonthofen führen die Probanden die Tests unter Anleitung selbst durch, was ich – zurückhaltend formuliert – für suboptimal erachte.

Und: Das Bayerische Testangebot („Jedermanns-Test“) sollte Spitzer zufolge mit sofortiger Wirkung eingestellt werden. „Das für mich zuständige Labor hat die tägliche Testmenge auf rund zehn Tests pro Tag und Praxis reduziert. Ihre bayerische Teststrategie nimmt Testkapazitäten in Anspruch, die für symptomatisch Erkrankte dringend benötigt würden und nicht für Wunschtests ohne medizinische Notwendigkeit“, beklagt Dr. Spitzer.

„Die Corona-Versorgung ist wieder strikt von der Regelversorgung zu trennen, um Querinfektionen in den Praxen vorzubeugen. In den Hausarztpraxen werden schwerpunktmäßig chronisch Kranke und Risikogruppen behandelt. Eine strikte Trennung zu Covid-19 Verdächtigen muss gewährleistet sein. Viele akut und chronisch Erkrankte blieben den Praxen und Krankenhäusern aus Angst vor Ansteckung fern. Dies darf sich nicht wiederholen!“ so Spitzer weiter

Desweiteren müssten die Testzentren in den Regionen schnellstens ausgebaut und mit genügend Personal, sowie technischer Ausrüstung ausgestattet werden. Die Digitalisierung müsse hier zum Standard werden. Die online QR-Code-Ergebnisübermittlung via Corona-App habe etwa vergangene Woche für die durchgeführten Reihentests nicht funktioniert, stellt der FDP-Abgeordnet weiter fest.

„Stocken Sie die Gesundheitsämter mit Personal auf und gewährleisten Sie eine telefonische Erreichbarkeit der Behörden!“, appelliert Spitzer weiter. „Meine medizinischen Fachangestellten haben diese Woche drei Tage lang versucht das Gesundheitsamt telefonisch zu erreichen. Leider ohne Erfolg, da durchgehend belegt war...“

„Bitte haben Sie Einsicht, bevor es zu spät dafür ist – im Sinne unserer Bürgerinnen und Bürger, sowie einer effektiven Pandemiebekämpfung“, schließt Dr. Dominik Spitzer seinen Brief an Ministerpräsident Dr. Söder und Gesundheitsministerin Huml.

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