"Feier und Eis" in Oberstdorf

Am 29. Dezember 1958 eröffnete in Oberstdorf das erste ganzjährig nutzbare Eisstadion Deutschlands mit einem internationalen Schaulaufen - ein Meilenstein in der Allgäuer und Oberstdorfer Sportgeschichte. So betonten zum 50-jährigen Jubiläum zahlreiche Gratulanten die Bedeutung für die Entwicklung des Eissports und wünschten dem Stadion weitere 50 erfolgreiche Jahre. Bürgermeister Laurent Mies erinnerte „an eine Jahrzehnte alte Tradition, die den Ruf Oberstdorf in alle Welt hinaus getragen hat“ und wünscht sich für die Zukunft eine neue und gesicherte Basis für das Eissportzentrum.

Der Bau vor 50 Jahren war ein echter Kraftakt, bei dem alle mit anpackten. Um das Eis im Sommer vor dem Schmelzen zu bewahren, musste zu Beginn noch ein Zelt über die Eisfläche gespannt werden. 1961 folgte dann eine feste Holzkonstruktion. Oberstdorf entwickelte sich zur Eissporthochburg und Talentschmiede mit Schaulaufen, Eishockeyspielen und nicht zuletzt einer erfolgreichen Curlingszene. Unvergessen sind die Auftritte des deutschen Traumpaares Marika Kilius und Hans Jürgen Bäumler. 1979 gab es mit der Ernennung zum „Bundesleistungszentrum“ nochmals einen Riesenschub, was zum Bau der jetzt bestehenden 3 Eishallen und dem angegliederten Sportinternat führte. Der Europa- und Vize-Weltmeister Norbert Schramm war einer der ersten, der hier trainierte und wohnte. Im neuen Jahrtausend sieht die Entwicklung nicht mehr ganz so rosig aus. Mit der Aberkennung als Bundesstützpunkt und den damit fehlenden Zuschüssen wurde das Eislaufzentrum zur finanziellen Belastung für die Gemeinde mit einer unsicheren Zukunft. Obwohl immer noch jedes Jahr hochkarätige Veranstaltungen stattfinden und das Stadion einen festen Platz im Oberstdorfer Tourismusgeschehen hat. Als aktiver Sportler, langjähriger Vorsitzender des Eissportclubs Oberstdorf und heutiger Ehrenpräsident hat Sigi Heinle die Entwicklung von Anfang an hautnah mit erlebt und erinnert sich gerne an die glorreiche Zeit, als die internationalen Stars ihre großen Auftritte in der Eisarena hatten. Für ihn gehört „der Eissport genau so zu Oberstdorf wie der Skisport“. Das Eislaufzentrum bringe dem Ort eine Menge Übernachtungsgäste, betont Heinle die Wichtigkeit für den Tourismus. Die Verantwortlichen um Sportamtsleiter Peter Jokschat setzen nun darauf, die Trainingszeiten besser zu vermarkten und wieder mehr Spitzensportler für Oberstdorf zu gewinnen. Mit dem Ziel, langfristig wieder als Bundesstützpunkt anerkannt zu werden. Trotz der Zukunftssorgen wurde das 50jährige Bestehen unter dem Motto „Feier und Eis“ groß gefeiert. Von Show-Demonstrationen und Workshops der Eissportdisziplinen Curling, Shorttrack, Eishockey und Eiskunstlauf bis zum Eisquiz und einer Kinderdisco war für Jung und Alt einiges geboten. Höhepunkt für viele Besucher war die Autogrammstunde mit der Eislauflegende Marika Kilius, dem „Oberstdorfer Eigengewächs“ Norbert Schramm und der aktuellen Deutschen Meisterin Anette Dytrt. Kilius und Schramm fühlen sich Oberstdorf und ihrer ehemaligen Trainingsstätte immer noch verbunden und konnten mit mancher Anekdote aus ihrer aktiven Zeit aufwarten. Anette Dytrt, die sich nun auf die Welt- und Europameisterschaften vorbereitet, fühlt sich wegen der „optimalen Bedingungen“ für ihren Spitzensport hier sehr wohl.

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