Mit Kreisel viel Schwung

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Ein zusätzlicher Kreisel an der Einmündung der OA 5 soll den Verkehrsfluss auf der B 19 im Umfeld des Geiger-Kreisels verbessern, meinen die Planer beim Straßenbauamt.

Eine neue Runde beim Streit über den „Wert“ eines neuen Kreisverkehrs an der B 19 / Einmündung der Kreisstraße OA 5 aus Tiefenbach und die Optimierung des sogenannten Geiger-Kreisels wurde in der jüngsten Sitzung des Kreis-Bauausschusses nicht eingeläutet.

Während das Staatliche Bauamt Kempten auf den Um- und Neubau drängt und deutliche Verbesserungen an dem Stauschwerpunkt vor Oberstdorf sieht, lehnt der Gemeinderat in Fischen das Projekt nach wie vor kategorisch ab. Der Bauausschuss empfahl der Verwaltung, die Planungen voranzubringen und ab kommendem Jahr umsetzen. Baurecht besteht bereits; es fehlt das Ja aus Fischen.

Die Lösung aller Verkehrsprobleme der B 19 im südlichen Oberallgäu werde das Projekt der beiden Kreisverkehr nicht bringen. „Aber eine Verbesserung für alle Straßen im Bereich der B 19 und OA 5“, unterstrich Markus Kreitmeier vom Staatlichen Bauamt Kempten vor dem Bauausschuss. „Es ergibt sich eine wesentliche Verbesserung des Verkehrsflusses. Wir halten das Projekt für sehr sinnvoll und eine gute Investition.“ Das Bauamt hat inzwischen die Pläne für den Kreiselneubau überarbeitet und durch einen eigenen Bypass ergänzt, der die Parkplätze auf der Ostseite der B 19 erschließen soll.

Seine Kollegin Christine Stelz untermauerte die Position mit den Ergebnissen eines aufwändigen Feldversuchs und kam zu dem Schluss: „Die Gesamtsituation wird sich erheblich verbessern.“ Es ergebe sich sowohl eine größere Leistungsfähigkeit am Geiger-Kreisel und eine insgesamt flüssigere Verkehrsabwicklung, als auch eine wesentliche Verbesserung für den Bereich der Einmündung der Kreisstraße OA 5 (Tiefenbach) am Mc Donald‘s.

Die überarbeitete Planung des Bauamtes sieht einen „Bypass“ für den Geiger-Kreisel vor, der den Verkehrsfluss ins Kleinwalsertal und ins Stillachtal (Fellhornbahn) beschleunigen soll. Ein neu zu bauender Kreisverkehr soll desweiteren die Situation an der Einmündung der OA 5 entschärfen. Hier gibt es immer wieder Rückstaus – zum einen durch Linksabbbieger auf der OA 5 aus Tiefenbach, zum anderen durch Linksabbieger auf der B 19, die in das Fischinger Gewerbegebiet an der Kreisstraße OA 5 einfahren wollen. Unterm Strich komme der Feldversuch zu einer „erheblichen Verbesserung“, so Christine Stelz. „Aber wenn die B 19 voll ist, ist sie voll!“

Ganz anders sieht der Gemeinderat in Fischen das Szenario. Man verkenne nicht die Gesamtsituation an der B 19, die „heillos überfordert“ sei, betonte Bürgermeister Edgar Rölz. „Das ist halt so.“ Es sei „hammerhart“ was die Menschen hier aushalten müssten. Aber die Planungen würden letztlich an der Verkehrsbelastung nichts ändern. Ihn und den Gemeinderat treibe die Sorge um, dass es letztlich nur eine Einzelmaßnahme sei, die weitere Rückstaus mit sich bringe. Und Staus habe man das ganze Jahr. Alle Erläuterungen seitens des Bauamtes hätten die Bedenken nicht zerstreut. Man lehne nicht alles in Bausch und Bogen ab, sondern „ringe um eine Lösung“, verteidigte Rölz die Haltung.

Von unbedingtem Handlungsbedarf sprach Dr.Stefan Hangleiter vom Büro Modus Consult in Ulm: „Die Praxis und das Ergebnis des Feldversuches zeigten: Wir brauchen hier eine Verbesserung! Es wäre ein großer Fehler, die Situation so zu belassen. Eine Bypass-Lösung im Geiger-Kreisel wird die Situation verbessern.“ Es sei ohne Zweifel sinnvoll, die beiden geplanten Maßnahmen zu einer zusammenzufassen. Ein Kreisel sei einer Ampelanlage allemal vorzuziehen, so Hangleiter. Kreisverkehre trügen zur „Verstetigung“ des Verkehrsflusses bei: Es laufe zwar langsamer, aber flüssiger.

„Wir sollten den Empfehlungen der Fachleute folgen“, meinte Kreisrat Josef Geiger. Er könne von seinem Arbeitsplatz aus den Geiger-Kreisel Tag für Tag beobachten. Der zweite Kreisel am Mc Donald‘s sei ohnehin „eine Idee aus Fischen“. Und die Nachbargemeinde habe ja schließlich das Gewerbegebiet an der OA 5 angesiedelt.

Das Staatliche Bauamt steht jedenfalls schon in den Startlöchern und hofft auf eine baldige Einigung bei der Zwei-Kreisel-Frage. Mit den Vorarbeiten könnte Markus Kreitmeier zufolge bald begonnen werden. Die Förderzusage liege schon vor. Die eigentlichen Bauarbeiten könnten im kommenden Jahr anlaufen. Der Bauausschuss sprach sich mehrheitlich dafür aus, das Projekt weiter zu verfolgen und möglichst im kommenden Jahr die Bauarbeiten in Angriff zu nehmen.

gts

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