Erst mal zu dritt am Ruder

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Bis Ende Oktober wird das Trio mit Johannes Krieg (von links), Peter Schöttl und Henrik Volpert die Nebelhornbahn „steuern“.

Zum 31. Oktober diesen Jahres wird der langjährige Allein-Vorstand der Nebelhornbahn AG, Peter Schöttl, in den Ruhestand gehen. Der 59-Jährige soll aber nicht einfach „abgelöst“ werden.

Von Mai bis Oktober wird Schöttl die Geschäfte gemeinsam mit Henrik Volpert (Vorstand der Oberstdorf Bergbahn AG), und Johannes Krieg, Geschäftsführer der Fellhornbahn GmbH, führen. So soll der Stabwechsel in bester Kontinuität vollzogen werden. Ab November bilden Volpert und Krieg eine neue Doppelspitze bei der Nebelhornbahn AG.

„Beide sind mit den Oberstdorf-Kleinwalsertal Bergbahnen bestens vertraut und im Bergbahn-Business zuhause“, unterstreicht Schöttl. Den für das kommende Frühjahr geplanten Baubeginn für die neue Nebelhornbahn wird Peter Schöttl also noch als aktiver Geschäftsführer miterleben. Sein Vorstandsvertrag endet regulär am 31. Oktober. Dem zwischenzeitlichen Trio an der Spitze der Nebelbahn bleibe genügend Zeit, um sich mit den Aufgaben umfassend vertraut zu machen und bisherige Tätigkeiten zu übergeben.

Was den Neubau der Nebelhornbahn angehe, so Schöttl, seien die wesentlichen Planungs- und Projektarbeiten sehr weit gediehen. Demnächst stehe der Erörtungstermin ins Haus; Finanzierung und Förderverfahren seien so gut wie unter Dach und Fach. Größere Hürden erwarte er jetzt nicht mehr, und die AG könne bald schon den eigentlichen Bauantrag einreichen. Seine Nachfolger müssten dann „nur noch bauen“, merkte Schöttl mit Blick auf das Großprojekt beiläufig an, ohne die Herausforderung zu schmälern. Dabei könnten noch manche Probleme auftauchen.

Auch auf der zweiten Baustelle der Oberstdorfer Bergbahnen, dem Söllereck, soll es noch heuer losgehen. Henrik Volpert rechnet für den Frühsommer mit dem Spatenstich für die neue Schattenwang-Bahn. „Dann wird das Gebiet nach 25 Jahren aus seinem Dornröschenschlaf erwachen.“

Sowohl Volpert als auch sein Geschäftsführer-Kollege Johannes Krieg sehen den gewählten Modus für den Wechsel an der Spitze als Ausdruck der Kontinuität der gesamten Unternehmensgruppe. Die „Gesamtmarke“ stehe nach außen hin schon lange im Mittelpunkt, betonte Henrik Volpert. Der Gast sehe die gesamte Destination, nicht einzelne Bergbahnen oder Firmen. „Die Gesamtdestination tritt gegen Mitbewerber an. Die Eigenständigkeit der Unternehmen werden von der gemeinsamen Vorstandstätigkeit nicht berührt, so Volpert. Vielmehr solle die Personalunion den gemeinsamen Auftritt der Marke stärken. „Die hervorragende Mannschaft im Hintergrund steht. Es ist alles gut vorbereitet“, meint Krieg.

Der vertrauensvolle Wechsel sei auch für die Mitarbeiter ein gutes Zeichen, ergänzt Peter Schöttl. „Ohne schlechtes Gewissen“ könne er nach 45 Berufsjahren in den Ruhestand gehen. Ab und zu werde er wohl noch an der Baustelle der neuen Nebelhornbahn auftauchen: „Mein Herz hängt an der Bahn.“

Nach dem „Ausstieg“ bei der Nebelhornbahn AG, wo er seit 1993 tätig war, wird Schöttl auch seinen zweiten Geschäftsführerposten bei der Wendelsteinbahn abgeben. Und dann muss der 59-Jährige auch den Vorsitz des Deutschen Seilbahn-Verbandes räumen: An der Spitze des Verbandes darf nur ein aktiver Geschäftsführer einer Bergbahn stehen. Auch diese weiteren Wechsel seien sehr gut vorbereitet, deutet Peter Schöttl an.

Josef Gutsmiedl

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