Flotte Schwimmküken

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KREISBOTE, Sonthofen - Da steht ein Grüppchen Zwerge, ein bisschen im Kreis, ein bisschen quer durcheinander, und jeder versucht, bei den Aufwärmübungen mitzuhalten. Für die Drei- bis Sechsjährigen ist das gar nicht so einfach, doch sie sind voll bei der Sache. Armkreisen, Hüpfen, auf der Stelle laufen, das alles gehört zum Programm für die kleinen Schwimmanfänger, bevor sie dann ins Wasser steigen. Jeden Samstagmorgen von acht bis neun Uhr lernen 36 Kinder in vier Gruppen im Wonnemar in Sonthofen das Schwimmen, jeden Mittwochnachmittag weitere 26 in zwei Gruppen in der Grundschule Mitte. „Mit so einem Andrang haben wir niemals gerechnet!“, gibt Ramona Lau, die Erste Vorsitzende des Schwimmvereins (SV) Sonthofen 1964, unumwunden zu, und während sie sich über dieses große Interesse freut, bedauert sie zugleich, dass sich einige Kinder zunächst mit einem Platz auf der Warteliste begnügen müssen. „Aber wir arbeiten auf Hochtouren daran“, versichert sie. „Wir brauchen vor allem Schwimmkapazitäten.“ Damit meint die engagierte Trainerin freie Bahnen in Sonthofens Schwimmhallen. Die Albert-Schweitzer-Schule habe bereits grünes Licht signalisiert, jetzt hofft der Verein noch auf das Ja der Behörden. „Die Trainer stehen schon in den Startlöchern“, freut sich Ramona Lau, der es sonst nicht leicht fällt, zuverlässige Helfer zu finden. Vor allem, weil der Verein so schnell wächst. Als sie vor gut drei Jahren ihr Amt als Vorsitzende angetreten hat, zählte der SV Sonthofen 100 Mitglieder, heute sind es 270, und würden nicht fehlende Hallenzeiten das Wachstum immer wieder ausbremsen, wären es noch weit mehr. Mit der Attraktivität ist auch das Einzugsgebiet des SV Sonthofen gewachsen; es erstreckt sich von Immenstadt über Fischen und Oberstdorf bis ins Kleinwalsertal. Das Spektrum der Aktiven reicht vom Hobby-Sportler bis hin zu Wettkampfschwimmern, von der Seniorengruppe zu den Schwimmanfängern. Das Besondere bei den Kleinen ist, dass sie bleiben dürfen, bis sie eine Bahn ohne Hilfe schwimmen können. „Normalerweise sind reglementierte Schwimmkurse üblich“, erläutert Ramona Lau. Doch sie weiß aus Erfahrung, dass die dort gängigen zehn Unterrichtsstunden nicht ausreichen, um einem durchschnittlich begabten Kind das Schwimmen beizubringen. Außerdem strebe der Verein danach, so Lau, dass jeder Interessierte seinen Sport zu moderaten Preisen ausüben könne. Es gehe nicht an, meint die Vorsitzende, dass einerseits ganz Deutschland über die wachsende Unsportlichkeit unter Kindern und Jugendlichen diskutiere, während andererseits Kursgebühren von bis zu 100 Euro die Sportbegeisterung des Nachwuchses schon im Keim erstickren. Wenigstens für die 62 kleinen Anfänger konnte der Verein eine Lanze brechen: Die meisten von ihnen werden im nächsten Jahr als diplomierte „Seepferdchen“, schwimmerfahren und mit Urkunde das Training abschließen. Doch dann ergeben sich schon wieder neue Probleme, denn aufgrund der Kapazitätsengpässe kann keinem Kind die Übernahme als Mitglied garantiert werden. „Wir hoffen, dass sich bis dahin neue Möglichkeiten ergeben“, meint Ramona Lau zuversichtlich und bittet Helfer und Interessierte um Unterstützung. Informationen zum Verein und den Trainingsmöglichkeiten gibt es im Internet unter www.sv-sonthofen.de sowie im Schaukasten am Rathausplatz, bei der 1. Vorsitzenden Ramona Lau, ebenso bei der 2. Vorsitzenden Erika Weber unter Telefon 0162/4691600.

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