Die Weichen sind gestellt

Oberallgäu – Die Weichen für eine ausreichende Betreuung Pflegebedürftiger sind gestellt: vergangene Woche überreichte Dr. Alois Kling, Leiter des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Kempten, den Leader-Zuwendungsbescheid „Demenzhilfe Allgäu“ an den Aufsichtsratsvorsitzenden der Allgäu GmbH, Landrat Gebhard Kaiser.

Damit wird das bisherige Projekt „Ehrenamtliche Demenzhilfe Allgäu“ professionell weitergeführt, um die Herausforderungen des Demographischen Wandels stemmen zu können. So diagnostiziert beispielsweise der Demografie-Check Allgäu einen Anstieg der Pflegebedürftigen um über 5.000 Menschen auf 16.300 im Jahr 2028. Auch eine im Landkreis Ostallgäu durchgeführte Bürgerbefragung ergab einen anhaltend hohen Bedarf an gemeinde- und bürgernahen Betreuungsangeboten. 

In enger Zusammenarbeit mit den Seniorenbeauftragten der kreisfreien Städte und Landkreise erarbeitete die Allgäu GmbH das Leader-Projekt „Demenzhilfe Allgäu“. Im Allgäu gibt es bereits viele engagierte Verwaltungen, Organisationen und ehrenamtliche Initiativen die sich dem Thema Demenz, Hilfen für pflegende Angehörige und in diesem Bereich tätige ehrenamtliche Helfer zuwenden. 2012 wurden im Rahmen des Alpine-Space-Projektes Demochange neue Angebote in Immenstadt, Lamerdingen und Obergünzburg entwickelt und die „Ehrenamtliche Demenzhilfe Allgäu“ entstand, ein regionales Netzwerk von Experten, welches sich für den weiteren Ausbau der Demenzhilfe ausgesprochen hat. 

„Das Leader-Projekt „Kontaktstellen Demenzhilfe Allgäu“ soll die nachhaltige Entwicklung der bereits entstandene Betreuungsangebote sichern, die Angebote ausbauen und die Initiativen professionell vernetzen“, erklärt Klaus Fischer, Geschäftsführer der Allgäu GmbH. Hiermit möchte die Allgäu GmbH flächendeckende Kontaktstellen schaffen, die ortsansässige Vereine, Initiativen und Organisationen bei ihrer Arbeit unterstützen. Die Zusammenarbeit der verschiedenen Initiativen soll in den Bereichen Fortbildung, Schulungen sowie Kommunikation und Erreichbarkeit der Angebote verbessert werden. 

Zudem sollen Freiwillige für die Betreuung pflegebedürftiger Menschen gewonnen werden. Die Entlastung der Angehörigen ist damit ein Schwerpunkt. Über Leader - das europäische Programm zur Förderung ländlicher Räume – stehen der Allgäu GmbH 126.050 Euro Fördergelder für die geplanten Maßnahmen bis 2015 zur Verfügung. Die Gesamtkosten des Projekts, koordiniert von Andrea Adorf, belaufen sich auf 250.000 Euro brutto, förderfähig sind 60 Prozent der Nettosumme. Die fachliche Projektumsetzung übernimmt der gemeinnützige Verein Familiengesundheit 21 e. V. aus Memmingen. Der Verein hat unter anderem die Trägerschaft der Ehrenamtlichen Demenzhilfe Memmingen-Unterallgäu inne und ist Teil des regionalen Netzwerks „Ehrenamtliche Demenzhilfe Allgäu“. „Mit dem Förderbescheid für das Leader-Projekt Demenzhilfe Allgäu ist ein wichtiger Schritt getan um den Auswirkungen des Demographischen Wandels im Bereich Pflege mit den engagierten Akteuren im Allgäu in Organisationen, Verwaltungen und Initiativen entgegenzutreten“, bekräftigt Landrat Gebhard Kaiser, Aufsichtsratsvorsitzender der Allgäu GmbH.

Rubriklistenbild: © Kreisbote

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