Wohnortnahe Arbeit

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An ihrem ersten Arbeitstag in der neuen Förderstätte in Sonthofen wurden die zwölf schwerstmehrfach behinderten Kollegen mit Musik willkommen geheißen.

Sonthofen – Mit den Klängen der Jugendblaskapelle Sonthofen und einem riesigen Willkommensschild marschierten Beschäftigte der Allgäuer Werkstatt Sonthofen von der Eisenschmelze 21 hinüber zur Eisenschmelze 25 a und begrüßten auf diese Weise die zwölf schwerstmehrfach behinderten Kollegen aus der Förderstätte in Kempten.

Ab sofort haben diese hier ihren neuen Arbeitsplatz – wohnortnah und sozialraum-orientiert.

Schön sind sie geworden, die neuen Räume – lichtdurchflutet und funktionell angeordnet. „Wir haben lange dafür gekämpft, dass die schwerstbehinderten Menschen eine Heimstatt in der Nähe ihres Zuhauses bekommen“, so Allgäuer Werkstätten-Geschäfts- führer Michael Hauke. „Heute ist ein schöner Tag.“

Mit dem symbolischen Umzug ist nun ein neues Kapitel in der Geschichte der Allgäuer Werkstätten in Sonthofen realisiert worden: die Förderstätte Sonthofen als Zweigstelle der Förderstätte in Kempten kann ihren Betrieb aufnehmen. In den nächsten Tagen und Wochen folgen zudem zwei Werkstattgruppen aus der Eisenschmelze 21. Die Beschäftigten mit seelischer Behinderung sollen ebenso in diesem separaten Gebäude ihr eigenes Reich bekommen. Schon seit drei Jahrzehnten wünschen sich die Angehörigen von schwerstmehrfachbehinderten Menschen eine wohnortnahe Unterbringung. Vor rund 15 Jahren stieß Roland Lowinger, damaliger Werkstattleiter, das Thema erneut bei Geschäftsführung und Verwaltungsrat an. 2013 kam dann endlich die Baugenehmigung durch den Bezirk und die Regierung von Schwaben. Bis zum Ausscheiden Lowingers am 31. Dezember 2013 war der neue Bau aber nur zu 80 Prozent fertig geworden.

Die Gesamtinvestitionssumme für das neueste Objekt beläuft sich brutto auf 2,3 Millionen Euro. Gefördert wird das Projekt durch den Freistaat Bayern, die Bundesagentur für Arbeit und den Bezirk Schwaben. Rund 50 Prozent der Kosten müssen als Eigenmittel von der Allgäuer Werkstätten GmbH aufgebracht werden.

Lowingers Nachfolgerin Barbara Grözinger überwachte die abschließenden Arbeiten am Ergänzungsbau. An einem Tag der offenen Tür am 18. Juli sollen die Sonthofer Bürger und natürlich alle Interessierten Gelegenheit bekommen, die so lang ersehnte Einrichtung zu besichtigen. Mit dem Umzug der zwölf Förderstättler aus Kempten beschäftigt die Werkstatt in Sonthofen nunmehr rund 150 Personen mit Behinderung.

mori

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