Ein Paket für den Minister

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Nach dem Tourismusgespräch diskutierte Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer (von links) noch im kleinen Kreis mit seinem Landtagskollegen Eric Beißwenger, Angelika Soyer vom Verein „Mir Allgäuer“, Franz Hage vom Alpwirtschaftlichen Verein, dem Oberallgäuer Landrat Anton Klotz und Alfons Zeller (ArGe Bergbauern).

Zu einem Kurzbesuch war Bayerns Wirtschaftsminister Franz Josef Pschierer ins Oberallgäu gekommen. Neben Firmenbesuchen stand ein vom Oberallgäuer Landtagsabgeordneten Eric Beißwenger arrangiertes Tourismusgespräch in Sonthofen im Mittelpunkt.

Allgäuer Kommunalpolitiker und Unternehmer wollten wissen, wie es mit staatlichen Fördermöglichkeiten weitergehe, etwa für Berg- bahnen und Beschneiungsanlagen, mit Programmen für andere touristische Einrichtungen oder für die Gastronomie. Er nehme „einiges“ mit nach München, so der Staatsminister nach der zweistündigen Gesprächsrunde.

Für die Bergbahn-Förderung könnte die Uhr ticken. Das staatliche Programm zur Seilbahnförderung läuft Ende kommenden Jahres aus. Doch ohne diese Millionenbeträge könnten die meisten anstehenden Ausbaupläne im Oberallgäu wohl nicht mehr umgesetzt werden, unterstrich Peter Schöttl, Vorsitzender des Verbandes deutscher Seilbahnen und Vorstand der Nebelhornbahn AG in Oberstdorf. Die Nebelhornbahn beschäftigt sich derzeit intensiv mit einem Neubauprojekt, das schon im nächsten Jahr angepackt werden soll.

Schöttl: „Es ist Dank der Förderung viel passiert im Allgäu.“ Es gehe nicht um die Finanzierung der Seilbahnen, sondern um eine Verbesserung des touristischen Angebotes. Auch die Beschneiung sei für die meisten Bergbahnen wesentlich, um eine Saisonverlängerung zu erreichen. Entscheidend für den Tourismus im Allgäu und die Bergbahnen sei inzwischen der Ganzjahresbetrieb, ergänzte der Oberallgäuer Landrat Anton Klotz: „Das Förderprogramm muss dringend weitergeführt werden. Wir brauchen es!“ Pschierer musste einräumen, dass die Fortschreibung der Seilbahnförderung über das Jahr 2019 hinaus noch nicht gesichert sei. Die Begeisterung außerhalb der CSU-Fraktion halte sich in Grenzen.

Mehr staatliche Unterstützung erwartet sich der Oberallgäuer Landrat beim ÖPNV im ländlichen Raum. Klotz mit Blick auf den zunehmenden Autoverkehr: „Wir brauchen Unterstützung für einen deutlichen Ausbau.“ Ein leistungsfähiger ÖPNV auf dem Land sei auch für den Tourismus wichtig, bemerkte Fischens Bürgermeister Edgar Rölz zur staatlichen Förderung.

Auch den Hinweis von Vize-Landrat Alois Ried, die Förderpakete für die Kommunen transparenter und „durchschaubarer“ zu machen, will der Staatsminister mit in den Landtag nehmen. Eine Koordination auf Landesebene sei jedenfalls „schon in Gang“, ebenso die Erstellung eines Förderleitfadens.

Was den neuen Ferienpark „Center Parcs“ bei Leutkirch gehe, so Pschierer, müsse man sehen, ob dabei auch die Region profitieren könne.

gts

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