Stoppt die Tütenflut!

Irene Kraus (von links), Marga Schreiber, Karin Koths und Elisabeth Andreas-Arnold von der Frauen Union Oberstdorf.

Die Frauen der Frauen Union Oberstdorf apellieren an Einzelhändler und Verbraucher, weniger Plastiktüten zu benutzen. Die Aktion „Zur Plastiktüte sag ich nein, es passt alles in den Korb hinein“ wird seit 2015 von den Frauen gestaltet. Ursprünglich geht sie zurück auf eine Idee aus dem Jahr 1989.

Immer wieder sprechen die Frauen den Handel und die Verbraucher auf ihre Aktion an und verteilen ihre grünen Flyer. Wer aufmerksam durch den Ort geht, sieht diese grünen Plakate an vielen Stellen. Hildegund Engelmaier beantragte, diese wichtige Umweltschutzaktion auch in diesem Jahr wieder zum Thema zu machen.

Der Handelsverband Deutschland ( HDE ) setzte 2015 auf die freiwillige Selbstverpflichtung der Läden. Danach sollten alle Tragetaschen nur noch gegen eine Gebühr abgegeben werden. Dieses Vorhaben wurde und wird von der Frauen Union Oberstdorf unterstützt. 2015 wurden an den Kassen insgesamt noch 5,6 Milliarden Tüten ausgehändigt. 2016 waren es nur noch 3,6 Milliarden, ein Rückgang von immerhin 33 Prozent (erhoben von der Gesellschaft für Verpackungsmarktforschung).

Elisabeth Andreas-Arnold von der Frauen Union Oberstdorf sagt: „Jeder Kunde soll gefragt werden, ob er eine Tragetüte oder Tragetasche haben möchte. Das einfache Einpacken der Ware in eine Plastiktüte muss ein Ende haben. Plastiktüten müssen etwas kosten, erst dann wird der Kunde zum Nachdenken angeregt und kann seinen Verzicht aussprechen.“ Mit dieser Forderung auch von Seite des HDE wurde erreicht, dass der Pro-Kopf-Verbrauch von 68 Tüten im Jahr 2015 auf nur noch 45 Tüten im Jahr 2016 zurück gegangen ist.

Besonders stark ist der Rückgang bei Modehändlern (50 bis 80 Prozent weniger), so der HDE-Sprecher Kai Falk. Deutschland nähert sich also der EU Forderung, bis 2025 nur noch 40 Plastik-Tüten maximal pro Kopf zu verwenden.

Die Papiertüte ist jedoch auch keine optimale Alternative. Für ihre Herstellung sind viele Ressourcen nötig, darunter Zellstoff, Wasser, Energie und vor allem auch Chemikalien. Hinzu kommt, dass sie nur begrenzt wieder verwendbar sind – in Bezug auf Reißfestigkeit, aber auch Feuchtigkeit setzt den Papiertüten zu.

Die Ortsvorsitzende der Frauen Union Oberstdorf, Irene Kraus, sagt hierzu: „Die Einkaufstasche, der Korb oder die Jutetasche müssen wieder zum Standard beim Einkauf werden! Wir in Oberstdorf wollen dabei Vorbild sein!“

Die Frauen sprechen sich einstimmig auch gegen den widersinnigen Verpackungsmüll aus. „Von Büchern bis zu Karotten muß nicht alles eingeschweißt werden! Wenn die eigene Einkaufstasche oder der Korb dabei sind tut jeder etwas für die Umwelt.“

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