40 Jahren Missionsbasar in Immenstadt

Die Anfänge des Missionsbasars mit (von links) Ehepaar Manz, Stadtpfarrer Konstantin Merk, Frau Mutzel, Frau Junginger, Frau Blocks und Frau Alber.

Seit inzwischen 40 Jahren wird der Missionsbasar mit seinem vielfältigen Angebot von den Immenstädter Frauenbundfrauen vorbereitet und durchgeführt.

Als Kaplan Toni Maier Ende 1969 in die südafrikanische Missionsstation Seven Oaks umzog, begannen die Frauen des Katholischen Frauenbunds Immenstadt unter Leitung von Hedwig Junginger Gebrauchtkleider zu sammeln, in große Säcke zu verpacken und nach Afrika zu versenden. Während die Kleidung von vielen Immenstädter Bürger kostenlos zur Verfügung gestellt und im Marianum angeliefert wurde, erwies sich die Finanzierung der Portokosten angesichts der enormen Anzahl der Kleidersäcke (in drei Jahren kamen 470 Säcke zusammen) als Schwierigkeit.

Um die Arbeit trotzdem weiterführen zu können, kam Hedwig Junginger auf die Idee, zur Finanzierung dieser Portokosten einen Basar zu organisieren. Dies wurde in die Tat umgesetzt, von Anfang an mit großem Erfolg und beständig steigenden Basarerlösen. Gleichzeitig stieg auch die Nachfrage nach Unterstützung in den verschiedenen Missionsländern. Ende der 1970er Jahre ging die Gebrauchtkleidung aus Immenstadt an insgesamt 32 verschiedene Missionsstationen in Afrika, Brasilien, Peru, Chile, Polen und vor allem nach Indien. Zahlreiche Helferinnen des Frauenbunds kümmerten sich in unzähligen ehrenamtlichen Stunden um die erforderlichen umfangreichen Schreibarbeiten für Adressen und Begleitpapiere, um das Nähen der Säcke aus Vorhangstoffen, später um das Sammeln von geeigneten Kartons, die Erledigung des Briefwechsels sowie um die Betreuung der Missionare bei ihren Besuchen in Immenstadt. Ab Beginn der Basare waren auch noch die dafür notwendigen Vorarbeiten für das Warenangebot und die Durchführung zu erledigen.

Auch jetzt noch, nach 40 Jahren, wird der Basar von unzähligen fleißigen Helferinnen und Helfern nach dem Motto „nach dem Basar ist vor dem Basar“ das ganze Jahr über vorbereitet und an einem Wochenende im November durchgeführt. Seit vielen Jahren werden an diesem Wochenende Türkränze, kunstvolle Bastelarbeiten, Waren aus dem Weltladen, Weihnachtsplätzchen, Wäsche und Geschirr und seit einigen Jahren auch gebrauchte Bücher zum Kauf angeboten. Auch die bei Alt und vor allem Jung beliebte Tombola stellt einen festen Bestandteil des zweitägigen Basars dar. Zusätzlich besteht während der gesamten Öffnungszeiten die Möglichkeit, sich zu günstigen Preisen mit Mittagessen, Kaffee und Kuchen zu versorgen.

Im Laufe der Jahre, als sich der Fokus der Missionsunterstützung weg von der direkten Versorgung mit Waren aus den Industrieländern hin zu einer Förderung der Selbsthilfefähigkeit der einheimischen Bevölkerung veränderte, aber auch die Versandkosten und die mit dem Versand verbundenen Schwierigkeiten die Frauen vor immer größere Herausforderungen stellten, wurde auch die Art der Unterstützung angepasst. Seit dieser Zeit wurde der mit dem Basar erzielte Erlös direkt den Missionsstationen zum Bau von Schulen, zur Unterstützung der Ernährung von mittellosen Kindern, dem Bau von Brunnen und vielem anderen mehr weitergeleitet.

Auf diese Weise konnten die Missionsstationen vor allem in Afrika und Indien mit inzwischen mehr als 370 000 Euro unterstützt werden.

Nachdem die Verantwortung für den Basar lange Jahre in den Händen von Ida Kohler und Marianne Höß lag, wurde sie inzwischen in die jüngeren, nicht weniger engagierten Hände von Andrea Basler und ihren Mitstreiterinnen übergeben. Auch Namen und Ziele der Missionsstationen haben sich im Laufe der Jahre verändert, die Idee lebt jedoch auch jetzt nach 40 Jahren noch weiter, auch der Bedarf ist angesichts der Armut in vielen Ländern immer noch groß.

Deshalb wird auch in diesem Jahr der nunmehr 41. Basar von den Immenstädter Frauenbundfrauen vorbereitet und am Wochenende 10. und 11. November durchgeführt. Am Samstag beginnt der Verkauf (auch von Kaffee und Butterbrezen) bereits um 9 Uhr, am Sonntag um 11 Uhr. Das Ende ist jeweils um 17 Uhr. Die veranstaltenden Frauen freuen sich wie in jedem Jahr über viele zahlreiche Helfer und Helferinnen, über zahlreiche Kuchen- , Plätzchen- und Salatspenden, aber auch über immer wieder neue Ideen, die den Basar letztendlich am Leben erhalten.

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