"Handwerk ist Kopfsache"

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Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben (von links), mit den Ausgezeichneten Jonas Mayr, Josef Bodenmüller, Franziska Prestel, Rainer Schrägle und Vanessa Gruhne, Hans-Peter Hartmann, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Kempten, Anmar Salah Patros und Josef Mayr, Bürgermeister von Kempten, sowie Matthias Merkle.

Allgäu – „Handwerk ist selber denken, selber entscheiden und selber handeln, Handwerk ist Kopfsache“, brachte Hans-Peter Hartmann, Kreishandwerksmeister der Kreishandwerkerschaft Kempten, bei der Freisprechungsfeier im Kornhaus in Kempten seine Aussage „Handwerk ist Kopfsache“ auf den Punkt.

Nur durch die enorm leistungsfähige, kurze Datenleitung vom Kopf bis in die Hand funktioniere die Arbeit des Handwerkers. „Blitzschnell denken und entscheiden, das ist unsere Stärke“, betonte Hartmann. Außerdem, in unserer schnelllebigen Zeit habe Wissen keinen langen Bestand. Wer heute meine, für alle Zeiten ausgebildet zu sein, der irre gewaltig. Neue Entwicklungen und Trends erforderten ständiges Weiterlernen.

Aber, so Hartmanns Mahnung an die 220 Auszubildenden, die an diesem Abend freigesprochen wurden, sie sollten nicht vergessen, was sie gelernt haben, nämlich mit dem Kopf zu denken und mit dem Herzen zu entscheiden. Hartmann appellierte an die Auszubildenden, stets auch an die Gemeinschaft zu denken. „Machen sie ihre Lebensplanung zur Kopfsache und nehmen Sie andere dabei mit“, so Hartmann. „Die Zukunft liegt in Ihren Händen, Kopf hoch!“ ermunterte der Obermeister die Junggesellen.

Auch Hans-Peter Rauch, Präsident der Handwerkskammer für Schwaben, untermauerte in seinem Grußwort die Bedeutung guter Ausbildung und ständiger Weiterbildung mit einem Zitat des Weltklasse-Basketballers Dirk Nowitzki. Dieser sagte: „Ich messe den Erfolg nicht an meinen Siegen, sondern daran, ob ich jedes Jahr besser werde.“ Das sei auch das Credo der handwerklichen Ausbildung, so Rauch. Als Rat für ihre berufliche Zukunft gab Rauch noch den Junggesellen eine Erkenntnis des Universalgelehrten Galileo Galilei mit auf den Weg: „Die Neugier steht immer an erster Stelle eines Problems, das gelöst werden will.“ Sie sollten ihre Neugier beibehalten, dann würden sie jede Hausforderung meistern, betonte Rauch.

„Karriere mit der Lehre“, dieser Satz sei kein Schlagwort, sondern sie sollten ihn in die Tat umsetzen, forderte Kemptens Bürgermeister Josef Mayr die Junggesellen auf. Mayr bezeichnete das Handwerk, aufgrund seiner Aus- und Weiterbildungsleistungen, als den „Qualifizierungsmotor der deutschen Wirtschaft und damit eine der wichtigsten Triebkräfte für die Förderung unseres größten Standortvorteils, nämlich der hohen Qualifikation von Arbeitnehmern und Selbständigen“.

Auch der neue Oberbürgermeister von Memmingen, Manfred Schilder, betonte die Bedeutung einer handwerklichen Ausbildung. Schilder lobte die Junggesellen, dass sie sich bewusst dafür entschieden hätten und kritisierte den immer noch bestehenden Trend hin zu einer akademischen Ausbildung. Die duale Ausbildung sei unerlässlich. „Wir brauchen Menschen, die mitarbeiten und das Land vorwärtsbringen“, so der Memminger Oberbürgermeister.

Die Übergabe der vielen Gesellenbriefe wurde dank Gottfried Voigt, Geschäftsführer der beiden Kreishandwerkerschaften, wieder einmal zu einer kurzweiligen Angelegenheit. Besonders ausgezeichnet wurden 16 junge Handwerker, die ihre Berufsausbildung mit großem Erfolg und hervorragenden Leistungen abgeschlossen haben. Das sind aus dem Bereich der Kreishandwerkerschaft Kempten (in Klammer die Ausbildungsbetriebe):

Bäckerin: Vanessa Gruhne (Bäckerei Gschwill, Halblech)

Bau/Maurer: Jonas Mayr (Bauunternehmen Baab GmbH, Kempten)

Elektroniker, Fachrichtung Energie- und Gebäudetechnik: Rainer Schrägle (Allgäuer Elektrohaus, Kempten)

Fleischerei-Fachverkäuferin: Franziska Prestel (Feneberg Lebensmittel GmbH, Kempten)

Metallbauer Fachrichtung Konstruktionstechnik: Sebastian Eder (Metallbau Kössel GmbH, Immenstadt) und Matthias Merkle (Mühlen u. Maschinenbau Kunze, Weißenhorn)

Anlagenmechaniker (Sanitär-, Heizung- und Klimatechnik): Anmar Salah Patros (Fechtig GmbH, Waltenhofen)

Klempner: Josef Bodenmüller (Kalchschmid GmbH, Waltenhofen)

prb

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