Es ist höchste Zeit zu handeln!

+
Rund 600 Menschen waren am Freitagmittag zum Rathausplatz gekommen, um sich für eine bessere Klimapolitik stark zu machen.

Weltweit haben vergangenen Freitag hunderttausende Menschen für eine bessere Klimapolitik demonstriert. Alleine in Deutschland waren rund 320.000 Menschen auf den Straßen.

In Sonthofen versammelten sich Punkt 13.30 Uhr 600 Schülerinnen und Schüler, aber auch Erwachsene auf dem Rathausplatz. Sie alle waren Teil des globalen Klimastreiks von Fridays for Future.

„Wir sind hier, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut! – „Hop, hop, hop, Kohlestopp!“ Immer wieder skandierten die rund 350 Schüler, unterstützt von etwa 250 Erwachsenen, lautstark ihre Anliegen. „Wählt Klimaschutz – wir dürfen es nicht!“, stand auf einigen der Plakate zu lesen. Zwei Tage vor den Europawahlen eine klare Ansage an die Erwachsenen.

Dass die Schülerinnen und Schüler nicht nur laut sein können, sondern sich wirklich Gedanken über die Auswirkungen der Klimakrise auf die Welt, und somit um ihre Zukunft machen, zeigte sich in den Reden. So beschrieb der 10-jährige Lucian die dramatischen Auswirkungen, die die Erd­erwärmung und der steigende Meeresspiegel bereits heute beispielsweise auf Bangladesch haben: Regelmäßig suchen schlimme Flutkatastrophen das Land heim. Bis zu 60 Prozent des Landes versinken dann in den Fluten, jährlich sterben tausende Menschen durch Überschwemmungen, etwa 250 000 Menschen müssen schon heute jedes Jahr ihre Heimatorte verlassen. Setzt sich die Klimaerwärmung fort, steigt der Meeresspiegel weiter, wird bis in 50 Jahren jeder 6. Bewohner von Bangladesch vor den Auswirkungen der Klimakrise fliehen müssen.

„Auf der ganzen Welt gehen Menschen auf die Straße. Warum? Wegen des Klimawandels! Weil wir wissen, dass der Klimawandel eines der dringlichsten Themen unserer Zeit ist!“, beschrieb Neuntklässler Ferdinand die Motivation von Fridays for Future. Ohne Maßnahmen, so Ferdinand, wird der Meeresspiegel innerhalb eines Jahrhunderts um rund 50 Zentimeter, die Temperaturen um mehr als 5 Grad steigen. Betroffen sind dann nicht mehr nur einzelne Länder. Betroffen sind dann 7 Milliarden Menschen weltweit. Deshalb, so Ferdinand weiter, müssen wir jetzt handeln. Alle miteinander. Jeder Einzelne kann das Bewusstsein für den Klimawandel schärfen, jeder Einzelne kann Ideen in die Gesellschaft einbringen, jeder einzelne kann Handeln, und wenn es nur im Kleinen ist. Natürlich muss auch die Politik handeln. Deshalb rief er dazu auf: „Macht die Europawahl zur Klimawahl!“

Als Vertreter der „Parents for Future Sonthofen“ forderte Andreas Güthler alle dazu auf, die Sorgen und Forderungen der Schüler ernst zu nehmen. „Alle über 70-Jährigen haben zusammen mehr Wählerstimmen als alle unter 30-Jährigen!“, so Güthler. Diejenigen, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sein werden, dürfen noch nicht wählen, appellierte er an alle Wahlberechtigen, „für einen starken Klimaschutz, für die Interessen künftiger Generationen“ zu wählen.

eva

Auch interessant

Meistgelesen

Bauerntage 2019 in Sonthofen
Bauerntage 2019 in Sonthofen
Babyglück im Allgäu
Babyglück im Allgäu
Verkaufsoffener Sonntag in Sonthofen bei strahlendem Herbstwetter
Verkaufsoffener Sonntag in Sonthofen bei strahlendem Herbstwetter
Aus für die "Eisenbreche"
Aus für die "Eisenbreche"

Kommentare