Frieden schaffen ist harte Arbeit

Noch bis Ende Januar ist die Ausstelluang des Friedenshistorischen Museums im Literaturhaus Allgäu in Immenstadt zu sehen. Unter dem Titel „Friede ist möglich“ werden wichtige Exponate aus dem Friedenshistorischen Museum in Bad Hindelang der Öffentlichkeit präsentiert und die ständige Herausforderung des „Frieden stiftens“ erläutert.

Schwerpunkt der aktuellen Ausstellung „Frieden ist möglich“ sind Dokumente und Zeitzeugnisse zum Themenkreis Friede und Versöhnung. Begriffe, die nach Thomas Wechs, dem Leiter und Betreuer des Friedenshistorischen Museums in Bad Hindelang, die Bausteine eines guten Miteinanders der Menschen bilden. Im Hindelanger Friedensmuseum wird die Friedens-Geschichte, die Lebens- und oft auch Leidensgeschichte vieler Friedensstifter lebendig. Und das ist wesentliches Ziel, das Thomas Wechs seit gut zehn Jahren mit „seinem Museum“ verfolgt. „Ziel der Friedensmuseen in aller Welt ist es nicht, den Frieden quasi in einen goldenen Käfig einzusperren“, beschreibt Wechs sein Engagement für das Friedensmuseum und die generelle Zielrichtung der weltweit rund 100 Friedensmuseen, „sondern die Verpflichtung, über die Vergangenheit nachzudenken, damit wir lernen, welche Wege dem Frieden dienen und welche Wege in den Untergang führen.“ Neben der Einsatz bekannter Persönlichkeiten skizziert die Ausstellung auch die Bemühungen weithin unbekannte Menschen , etwa des Kriegsdienstverweigerers Michael Lerpscher aus Missen-Wilhams oder des österreichischen Bauern Franz Jägerstetter. „Gott mehr gehorchen als dem Zeitgeist -ist das noch ein allgemeines Erziehungsziel“, fragt Thomas Wechs und meint mit einem Zitat von Albert Einstein: Nicht die Atombombe sei das Problem, sondern das Herz des Menschen. Alljährlich stellt der Papst seit 1968 diesen Tag unter ein besonderes Motto, um zur aktiven Friedensarbeit aufzurufen. Naheliegend also, dass das seit langem in Bad Hindelang beheimate Friedensmuseum unter der Leitung von Thomas Wechs jetzt am Weltfriedenstag in Immenstadt eine Sonderausstellung eröffnete. In seinem Grußwort zur Ausstellungseröffnung stellte der Apostolische Nuntius, Jean-Claude Périsset fest: „Der Friede entsteht nicht von selbst, weil er des Nachdenkens über meine Beziehung zu anderen bedarf, und des Einsatzes, diese so zu gestalten, dass sie sowohl für mich als auch für die anderen vorteilhaft ist.“ Die Ausstellung wie die in Immenstadt gezeigte Dokumentation der fortwährenden Arbeit am und für den Frieden, so der Nuntius weiter, diene einer privaten Globalisierung, in der alle Menschen sich um die anderen Mitmenschen kümmerten. „Die Armen sind heute – wie immer – die ersten, die von der jetzigen Wirtschaftskrise betroffen sind, und um den Frieden in der Gesellschaft zu wahren – sei es in Deutschland, Bayern, im Allgäu oder überall in der Welt – sind wir deshalb aufgerufen, solidarisch mit den Ärmeren unserer Mitmenschen zu wahren.“ Mit diesen Worten nahm der Nuntius Bezug auf die Botschaft Papst Benedikt XVI. zum Weltfriedenstag am 1. Januar 2009, die unter dem Motto steht „Die Armut bekämpfen – den Frieden schaffen.“ Dass Friede persönliches Engagement verlange und ein vielfältiges ständiges Bemühen, unterstrich auch Immenstadts Kulturreferent, Stadtrat Harald Dreher. „Friede muss ständig und hart erarbeitet werden“, stellte Dreher fest. Teil dieser wichtigen Arbeit seien die vielen Friedensinstitutionen, Organisationen, private Initiativen - und auch die aktuelle Ausstellung des Friedenshistorischen Museums. Der Schwäbische Europa-Abgeordnete Markus Ferber erinnerte in seinem brieflichen Grußwort an das Beispiel der Europäischen Einigung nach dem Zweiten Weltkrieg: „Wir müssen uns immer wieder bewusst machen, dass der Frieden die Grundlage unserer gesamten Existenz in Europa darstellt, dass wir nichts wären, wenn wir nicht auf so sicherem Boden lebten. So wie die Gesundheit das wichtigste Gut eines jeden Einzelnen ist, so ist unsere Gesellschaf nur dann 'gesund', wenn sie in Frieden lebt.“ Ferber unterstrich, dass der so genannte Vertrag von Lissabon notwendig sei, um die Einheit der Union weiter zu garantieren – und damit den Frieden in Europa. Die Ausstellung mit begleitender Information über Friedensdienste und Fachliteratur im Literaturhaus Allgäu in Immenstadt ist bis 31. Januar zu den Öffnungszeit der Stadtbücherei zugänglich: montags 14 – 18 Uhr, dienstags 9 – 11 Uhr und 14 – 18 Uhr, mittwochs 14 – 19 Uhr, donnerstags 14 – 18 Uhr, freitags 12 – 16 Uhr und am Samstag von 10 – 12 Uhr.

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