Frische Milch, frisch gezapft

Schon Stammkundschaft an der neuen Milchtankstelle in Immenstadt-Thanners sind Katharina Immler und der kleine Jonas aus dem Nachbardorf Eckarts. Foto: Josef Gutsmiedl

An Ladenöffnungszeiten soll der Verkauf von frischer Milch und regionalen Lebensmitteln „ab Hof“ nicht scheitern. In Immenstadt-Thanners eröffnete jetzt eine „Milchtankstelle“, wo der Kunde rund um die Uhr frische Rohmilch „zapfen“ kann. Und Wurst, Käse und Eier gibt es hier ebenfalls zu jeder Tages- und Nachtzeit.

Die Idee, Milch und andere Lebensmittel aus der eigenen Erzeugung direkt auf dem Hof zu verkaufen, ging Thomas Kögel zwei Jahre nicht mehr aus dem Kopf. Die lange „Anwärmphase“ sei aber nicht umsonst gewesen, meint der 29-jährige Landwirt, galt es doch, möglichst viele Informationen zu sammeln und „Nägel mit Köpfen“ zu machen. Und erste Erfahrungen hatte Familie Kögel schon: Vater Max Kögel vermarktet seit Jahren Fleisch und Wurst aus eigener Schlachtung. Die Sache mit dem Milchautomaten faszinierte den Jungbauern. „Einen eigenen Hofladen wollten wir nicht einrichten, da wäre der Aufwand zu groß; aber Verkauf aus Automaten konnten wir uns gut vorstellen“, sagt Thomas Kögel. Seit kurzen stehen in einem kleinen Blockhaus-Anbau zwei blitzblanke Automaten: die Milchtankstelle und der „Kollege“ für Wurst, Käse, Butter, Eier. Täglich wird der Milchtank mit frischer Rohmilch der Kögel-Kühe betankt. Kunden können die gekühlte Rohmilch dann selbst zapfen - im mitgebrachten Gefäß oder in einer Glas- oder Plastikflasche, die der zweite Automat neben regionalen Lebensmitteln bereit hält. An der Menge soll’s ebensowenig scheitern wie am Kleingeld: der Milchautomat „spukt“ immer soviel Milch aus, wie es für den eingeworfenen Geldbetrag gibt. Wer mehrere Flaschen füllen will, muss zum Wechseln nur kurz den „Tankvorgang“ unterbrechen. Und Rückgeld gibt es auch, wenn der eingeworfenen Betrag dann doch zu groß war. Qualität schreibt Thomas Kögel groß. Die Rohmilch muss „Spitze“ sein, und auch die kleine Tankstelle muss immer sauber und einladend wirken. Der Milchautomat wird täglich gereinigt bevor die neue Rohmilch bereitgestellt wird. Nicht verkaufte Restmilch verfüttert Kögel an die Kälber. Damit der „erste Eindruck“ stimmt, scheuten Thomas und Stefanie Kögel auch die Investition in die massive Blockhütte nicht. Hier kann man auch bei Regen oder Schneetreiben bequem einkaufen – rund um die Uhr obendrein. „Eine solche Sache muss man mit Leidenschaft verfolgen und leben“, betont Thomas Kögel. „Und die ganze Familie muss dahinter stehen. Das klappt bei uns.“ Thomas Kögel setzt bei der Milch zudem auf „Hornmilch“, also Milch von Kühen, die ihre Hörner tragen dürfen. Aber ob diese Hornmilch „besser“ ist als die Milch von hornlosen Kühen, will er nicht beurteilen. „Irgendeine Rolle wird das Horn wohl spielen, sonst hätten die Kühe keine...“, meint er. Rangkämpfe von hornlosen Kühen führten allerdings häufiger zu ernsthaften inneren Verletzungen, während eine Auseinandersetzung unter Hornrindern schneller „klare Verhältnisse“ schaffen würde.

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