Frischer Wind im "Landhaus Geborgenheit"

„Landhaus Geborgenheit“ heißt das Vereinsheim des Oberstdorfer Tierschutzvereins, das seit 1995 im Ortsteil Kornau herrenlose und kranke Tiere - vor allem Katzen - aufnimmt. Leider machte es im vorigen Jahr durch Negativschlagzeilen seinem Namen keine besondere Ehre. Inzwischen hat ein neuer Vorstand das Ruder übernommen und für frischen Wind gesorgt.

„Wir wussten am Anfang nicht wo wir zuerst beginnen sollen“, beschreiben Udo Busche und Martina Weidinger die Verhältnisse, als sie das Haus im vorigen Mai übernahmen. In den letzten Wochen und Monaten haben die beiden – zusammen mit den anderen Vorstandsmitgliedern - den Zufluchtsort für die Vierbeiner wieder in einen tiergerechten Zustand versetzt. Auch der finanzielle Kollaps des Vereins wurde abgewendet. Vor einem Jahr stand der Tierschutzverein vor dem Aus. Dem Heim drohte wegen Hygienemängel die Schließung, ein Schuldenberg und unbezahlte Rechnungen hatten sich angehäuft. Die eigenen Mitglieder sprachen sich für eine Auflösung des Tierschutzvereins aus, weil sie keine Zukunftschancen sahen. Die erste Amtshandlung des neuen Vorstandes hieß „Großputz, Desinfizieren und Renovieren“. Oberstdorfer Vereine, Betriebe und Privatpersonen beteiligten sich mit Spenden, Arbeitszeit und Sachleistungen - wie Baumaterial und Möbeln - am Neuanfang. Das Haus wurde komplett auf den Kopf gestellt, damit Tier und Mensch sich in dem alten Bauernhaus wieder wohlfühlen können. Der nächste Schritt war die Finanzen wieder in Ordnung zu bringen. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut“, lobt Busche Behörden und Finanzamt. Auch die zwischendurch aberkannte Gemeinnützigkeit wurde wieder bestätigt. So konnte nach und nach auch das Vertrauen in der Bevölkerung wieder zurück gewonnen werden, freuen sich die Verantwortlichen. Zur Zeit kümmert sich das kleine Team um 32 Katzen, 30 Kaninchen und Meerschweinchen und 20 Vögel. Hunde werden an das Tierheim in Immenstadt weiter gegeben. Dennoch ist der Verein weiterhin auf Hilfe angewiesen. Zwar sind die Schulden beglichen und die Tierarztkosten konnten durch verbesserte Fütterung und Hygiene reduziert werden. Trotzdem kostet der Unterhalt des Tierheims rund 4000 Euro monatlich. Ein Teil des Geldes soll über die Vermietung von zwei Ferienwohnungen herein kommen, die zu dem Haus gehören und ebenfalls in Eigeninitiative renoviert wurden. Auch die Arbeitsbelastung macht den Ehrenamtlichen zu schaffen. Vor allem für die Abendfütterung der Tiere (eine Stunde) und den „Außendienst“ wie Futterspenden abholen, sich um entlaufene Tiere kümmern oder Beschwerden nachgehen, werden dringend Helfer gesucht. „Irgendwann sind wir sonst mit unserer Kraft auch am Ende“, so Weidinger und Busche unisono, die die letzten Monate ihre Freizeit komplett in den Tierschutz gesteckt haben. Auch weitere Bauarbeiten stehen an, für die der Verein sich tatkräftige Unterstützung wünscht. So bald der Schnee weg ist, soll das Freigelände für die Tiere neu hergerichtet werden. Ebenso braucht das schlecht isolierte Gebäude dringend eine bessere Wärmedämmung um die Heizkosten zu reduzieren. So freuen sich die beiden über jeden, der bereit ist dem Tierschutz in Oberstdorf unter die Arme zu greifen. Sei es durch Muskelkraft, organisatorische Arbeit oder durch Spenden. Um den Nachwuchs an den Tierschutz heran zu führen, will der Tierschutzverein demnächst so genannte „Schnupperwochen“ für Jugendliche ab 16 Jahren anbieten. Geöffnet ist das Tierheim täglich von 10:30 bis 11:30 und von 17 bis 18 Uhr. Das Spendenkonto bei der Raiffeisenbank Oberallgäu Süd hat die Nummer 125547. Weitere Informationen unter Telefon 08322 / 80492.

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