Frischer Wind für den Nahverkehr

Mit dem Nahverkehrsplan soll der Umstieg auf Bus und Bahn attraktiver werden. Foto: Josef Gutsmiedl

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JOSEF GUTSMIEDL, Oberallgäu - Besser werden soll der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) im Landkreis Oberallgäu. Mit dem Nahverkehrsplan wollen die Verantwortlichen eine Reihe von Maßnahmen einleiten, um Verbesserungen im Landkreis und der Stadt Kempten zu erreichen. Vor allem Ziele mit „hohem Nutzen“ sollen vorangebracht werden: Schülerbeförderung, Bedienung von Veranstaltungen und Verknüpfung und Vertaktung der Nahverkehrslinien. Ebenso wie der Kemptener Stadtrat sprach sich der Kreistag Oberallgäu einstimmig für den Nahverkehrsplan aus. „Jetzt gilt es, diesen Plan mit Leben zu erfüllen“, unterstrich Landrat Gebhard Kaiser das Maßnahmenbündel und „Schritt für Schritt umsetzen“. Der öffentliche Personennahverkehr sei „eine Pflichtaufgabe der Kreise“, stellte ÖPNV-Fachmann im Landratsamt, Roland Merkle, fest. Der Nahverkehrsplan verstehe sich als „Richtschnur für die nächsten fünf bis zehn Jahre. „Alle Beteiligten tragen diesen Plan mit“, sagte Merkle weiter; das sei nicht Gang und Gäbe. Nicht zuletzt die Verkehrsunternehmen stünden hinter den Zielen und Maßnahmen. Der Nahverkehrsplan für das Oberallgäu ist zunächst ein Maßnahmenkatalog und als Zielvorgabe zu verstehen. Alle Schritte wurden nach dem bekannten Schulnotensystem bewertet und untersucht auf das Kosten-Nutzen-Verhältnis: Hoher Nutzen entsprach Note 1, geringer Nutzen Note 3. Bei den Kosten reichte die Skala von 1 „geringe Kosten“ bis 3 „sehr hoch“. Unter den zusammengestellten Zielen rangiert die Verbesserung des Schülerverkehrs ganz oben. „Hoher Nutzen bei geringen bis mittleren Kosten“ so die Einstufung bei Note 1,5. Ähnlich bedeutsam wird die Erweiterung der Taktverkehre beschrieben. Dazu soll ein rechner-gestütztes Betriebsleitsystem die erforderliche Datenbasis vorhalten und Abläufe steuern. Hier stehen, so die Entwickler des Nahverkehrsplans, einem hohen Nutzen allerdings auch hohe Kosten gegenüber. Damit verknüpft ist auch die Abstimmung der Steuerung von Ampelanlagen auf Buslinien. Hohe Priorität räumt der Maßnahmenkatalog auch dem „Auftritt“ der Busbahnhöfe ein. „Moderne und funktionsfähige Verknüpfungspunkte“ sollten etwa in Oberstaufen, Sonthofen, Oberstdorf, Bad Hindelang und Fischen den Sprung auf den ÖPNV-Zug erleichtern. Wegen der hohen Kosten rangieren diese Ziele mit Note 3,5 allerdings nicht ganz vorne. Ein „dynamisches Fahrgast-Informtionssystem“ werde zwar viel Geld kosten, dafür aber die Attraktivität des Nahverkehrs wesentlich erhöhen, so ein weiteres Ziel des Plans.

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