Zwangsschließung bedroht die Existenz der Handwerksbetriebe

»Wir machen schön – nicht krank«

Friseure protestieren in Sonthofen
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Mit Grablichtern und Friseurstühlen versammelten sich am Montagabend Friseurinnen und Friseure aus dem Oberallgäu und Kempten zu einer Kundgebung und Schweigeminute in Sonthofen. Sie fordern die Öffnung ihrer Betriebe zum 1. Februar.

Sonthofen – Bereits zum zweiten Mal seit Ausbruch der Corona-Pandemie befinden sich Friseursalons im Lockdown. In Sonthofen fand deshalb eine Kundgebung der Friseur-Innungen Oberallgäu und Kempten statt. Im Februar, so die Forderung, soll wieder geöffnet werden.

Mit Grablichter und Rollhocker demonstrierten am Montagabend Friseurinnen und Friseure auf dem Marktplatz in Sonthofen gegen die Schließung ihrer Betriebe. „Wir machen schön, nicht krank“, war auf den Transparenten zu lesen. Mit einer Schweigeminute brachten die Teilnehmer ihre Verständnislosigkeit über die geschlossenen Betriebe zum Ausdruck.

Eindrücke von der Kundgebung in Sonthofen

Friseure demonstrieren in Sonthofen
Friseure demonstrieren in Sonthofen © Tulachan
Friseure demonstrieren in Sonthofen
Friseure demonstrieren in Sonthofen © Tulachan
Friseure demonstrieren in Sonthofen
Friseure demonstrieren in Sonthofen © Tulachan
Friseure demonstrieren in Sonthofen
Friseure demonstrieren in Sonthofen © Tulachan
Friseure demonstrieren in Sonthofen
Friseure demonstrieren in Sonthofen © Tulachan
Friseure demonstrieren in Sonthofen
Friseure demonstrieren in Sonthofen © Tulachan
Friseure demonstrieren in Sonthofen
Friseure demonstrieren in Sonthofen © Tulachan
Friseure demonstrieren in Sonthofen
Friseure demonstrieren in Sonthofen © Tulachan

„Wir sind das einzige Handwerk, das nicht arbeiten darf“, kritisierte Jutta Sonntag, Obermeisterin der Friseur-Innung Oberallgäu, in ihrer Rede. Die erneute Schließung sei eine Ohrfeige der Politik. „Mit der Überbrückungshilfe klappt es nicht, für Unternehmer gibt es kein Kurzarbeitergeld, wir müssen weiter unsere Sozialversicherungsbeiträge bezahlen, unsere Existenz und viele Arbeitsplätze stehen auf der Kippe!“, so Sonntag weiter.

Sabine Salbeck-Döring, ist seit 30 Jahren Friseurmeisterin und Unternehmerin. Auch sie kritisierte in ihrem Redebeitrag die Schließung: „Viele Betriebe stehen kurz vor dem Aus.“ Die staatliche Hilfe sei weder für Unternehmer noch für Angestellte ausreichend. Außerdem merkte sie an, dass körperlich eingeschränkte Kunden, ihre Haare nicht selbst waschen könnten. „Hier geht es doch auch um Körperhygiene“, bekräftigte sie. „Unser Handwerk braucht Sie, liebe Politiker aus der Region, als Sprachrohr, damit unsere Sprachlosigkeit ein Ende hat.“ Die Forderung der Innung an die Politik ist deutlich: „Wir fordern die Öffnung zum 1. Februar, ganz klar!“

Landrätin Indra Baier-Müller war ebenfalls bei der Kundgebung in Sonthofen anwesend und beantwortete die Forderungen mit viel Zuspruch und Verständnis. „Ich weiß, dass viele von Ihnen Existenzängste plagen. Sehr gerne nehme ich Ihre Forderungen mit und spiele sie weiter nach München. Ich bin im Austausch mit Wirtschaftsminister Aiwanger. Es geht darum, Ihnen eine Perspektive für die Zukunft in Ihrem Handwerk zu geben. Das ist auch mir ein Herzensanliegen.“ Die Landrätin betonte jedoch auch die Gefahr des Virus. „Die Politik hat die große Herausforderung die wirtschaftliche Sicherheit der Menschen zu unterstützen und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass sich das Virus nicht weiter ausbreitet.“

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