Eins mit Stern für die "Powerfrau"

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Der Schülerchor riet der „Powerfrau“ Hildegard Schröder (hintere Reihe 4. von links) für den Start in den Ruhestand: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit..“

Sonthofen - „Du bist ‘ne Powerfrau“, sang der Schülerchor der Unterstufe. Kaum treffender charakterisierten die weiteren Reden zur Verabschiedung von Hildegard Schröder, Rekorin der Albert-Schweitzer-Schule in Sonthofen, das „Kraftpaket“ und Energiebündel, das seit 1997 die Schule geleitet hatte.

Der Chor hatte auch den Tipp des Tages parat, als er das zweite Lied präsentierte: „Probier’s mal mit Gemütlichkeit...“ 

„Jetzt ist für Dich wohl wirklich Schulschluss“, meinte Konrektor Eberhard Vaas. Doch den Rat der Kinder, den Ruhestand mit Gemütlichkeit anzugehen, werde Hilde Schröder wohl kaum beherzigen. Sie habe das bevorstehende Schuljahr schon geplant – und dabei ihren eigenen Ruhestand vergessen. 

Was sie sage, setze sie auch um, berichtete Vaas, der seit 1999 mit der Rektorin zusammen gearbeitet hat und im Herbst ihre Nachfolge als Rektor antritt. „Geduld ist nicht ihre Stärke.“ Sogar ihr Schutzengel – so berichtete ein kleiner Sketch – habe seine liebe Not und komme der Schutzbefohlenen kaum hinterher... 

Hildegard Schröder habe die Albert-Schweitzer-Schule, das Sonderpädagogische Förderzentrum, stets als einen Ort verstanden, der den Schülern Sicherheit gebe und Freude am Lernen vermitteln soll. „Du hast immer größten Wert auf das Wohl der Schüler gelegt, die Schule als Ganzes gesehen“, sagte Vaas. Hilde Schröder hinterlasse auf jeden Fall große Fußspuren. 

Auch Landrat Gebhard Kaiser musste einräumen, dass Hilde Schröder in mehr als 15 Jahren „ihren Stempel aufgedrückt“ habe. Mehr noch: die Rektorin habe sich „hier ein Denkmal gesetzt“, so Kaiser. Gäbe es die Note „Eins mit Stern“ – Hildegard Schröder würde sie von ihm, dem Landrat, bekommen. „Sie haben ihr Klassenziel erreicht!“ Als „Schulleiterin mit Leib und Seele“ sei ihr die Arbeit nie lästige Pflicht gewesen, sondern immer „ein Auftrag, ja eine Erfüllung.“ Die „starken Seiten“ der Schulleiterin habe er als Landrat mehr als einmal erlebt. Etwa wenn die Powerfrau um Lehrerstunden oder Ausstattung für die Schule kämpfte. Hilde Schröder habe immer alles für ihre Schule herausgeholt, erinnert sich Kaiser. „Auf charmante wie hartnäckige Art hat sie sich durchgesetzt.“ 

„Geprägt vom stetigem Einsatz für Deine Schüler“ sei die langjährige Berufstätigkeit gewesesen, ergänzte Claudia Thoma von der Regierung von Schwaben. Dabei sei sie mitunter auch ungewöhnliche Wege gegangen. Getragen vom Gedanken ‘Förderschule ist kein Platz der Aussichtslosigkeit’ habe Hildegard Schröder jedem Schüler Perspektiven aufgezeigt, Chancen gegeben. „Dir war nichts zuviel, um die Schule als Lernort bestmöglich zu gestalten.

Josef Gutsmiedl

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