Ganz dicht an den Medaillen

Philipp Buhl glänte bei der Europamaisterschaftd er Laser-Segler in Tallin / Estland mit einer spektakulären Leistung. Er erzielte nach zwölf Wettfahrten und mehreren Tagessiegen den vierten Platz und verpasste nur knapp die EM-Medaillenränge.

Der zweifache und noch amtierende Junioren-Europameister vom Segelclub Alpsee Immenstadt sorgte während des sechstägigen Wettkampfgeschehens in Estland für Furore wie kaum ein anderer der 148 Segler aus 30 Nationen. Er verbuchte insgesamt drei Wettfahrtsiege, davon zwei in Serien. Nach der zehnten Wettfahrt hatte er sich eindrucksvoll bis an die zweite Position vorgesegelt. Eine Medaille und ein weiterer Spitzenerfolg seiner traumhaften Karriere war jetzt greifbar nahe. Doch es sollte am Ende nicht sein. Und Buhl nahms gelassen an: „Macht nichts. Ich bin trotzdem in guter Stimmung und sehr zufrieden.“ Nicht eine einzige Trainingsminute zur Reviererkundung ließ Buhls dichter Terminkalender und das übliche Test-Rennen wurde wegen zu viel Wind nicht durchgeführt. Dabei begann die Wettkampfwoche für Philipp Buhl wenig Erfolg versprechend: Er kam auf dem 75. Platz zu liegen, was sich vor allem später bei der Entscheidung um den Titel als Hemmnis erweisen sollte. Am zweiten Tag kam der Segler vom Alpsee jedoch auf Touren. Zunächst noch ein 19. Aber in der vierten Wettfahrt war Buhl offensichtlich richtig justiert. Er segelte Bestzeit und ließ den Verfolgern von der Startkreuz bis ins Ziel keine Chancen auf erfolgreiche Angriffe. Im Zwischenklassement bedeutete den ersehnten Rutsch nach vorne auf den 34. Rang. Der dritte Tag sollte ein besonderer für den Sportsoldaten aus Sonthofen werden. Kräftiger bist starker Wind mit bis zu 6 Beaufort kam Buhl zugute, der für solche Bedingungen eine Vorliebe hat. Trotz nicht ganz optimalem Start war er nach der Startkreuz bereits Zweiter hinter Geritzer (Österreich). An der zweiten Kreuz segelte der Deutsche die bessere Taktik im ablandigen drehenden und böigen Wind und hängte den österreichischen Olympiamedallisten und das gesamte Feld ab. Im Ziel genoss Buhl seinen zweiten Wettfahrtsieg bei dieser EM. Eine weitere Trumpfkarte zog Buhl auch in der anschließenden Wettfahrt. Er hielt bereits ab der ersten Luvmarke und über den gesamten Kurs die komplette Konkurrenten seines Fleets im Schach. Mit zwei Wettfahrtsiegen an einem Tag war Buhl nun sensationellerTagessieger und schob sich auf den 18. Rang der Gesamtwertung vor. In den letzten Qualifizierungs-Races des vierten Tages brachte Buhl mit einem dritten und achten Rang erneut sehr gute Ergebnisse auf seinem Konto ein. Er marschierte im Zwischenklassement nun unter die Top-10 auf Platz acht vor. Am fünften Tag trat das beste Drittel der 148 Teilnehmer im Goldfleet zu den ersten Final-Races an. In ganztags höchst schwierigen taktischen Situationen bei drehendem und ungleichem Mittel- bis Leichwind demonstrierte Buhl sein scharfsinniges Windlesen und seine ganzes segeltechnisches Können. Beide Wettfahrten waren an spannenden Positionskämpfen um die Führung nicht zu überbieten. Im ersten Race querte Buhl mit keinem halben Meter Rückstand zum Australier Pulk Ryan das Ziel. Im Folge-Race gelang ihm hinter seinem Kaderkollegen Grotelüschen erneut ein zweiter Platz. Mit diesen exzellenten Resultaten war Buhl erneut Tagesbester und lag mit nur vier Punkten Rückstand jetzt auf Platz zwei der Gesamtwertung - voll auf Medaillenkurs, vor den ganz Berühmten wie etwa Slingsby, Goodison, Geritzer, Thompson. Der Finaltag begann für den Shooting Star aus dem Oberallgäu vermutlich mit höherer innerer Anspannung, mit großer nervlicher Belastung. Buhls überragende Stärke der Vortage war indes etwas abgeflaut, und er verpasste mit einem 29. und 14. Rang am Ende ganz knapp die Bronze-Medaille.

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