Ein letztes "Singen und Musizieren zum Advent und zur Weihnachtszeit" unter der Regie des Heimatdienstes

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Auch das Bläserensemble der Stadtkapelle Sonthofen war 22 Mal bei „Singen und Musizieren zum Advent und zur Weihnachtszeit“ dabei.

Sonthofen – Zum letzten Mal hatte der Heimatdienst Sont­hofen e.V. die Menschen mit dem traditionellen „Singen und Musizieren zum Advent und zur Weihnachtszeit“ in der Sonthofer Täufer Johannis Kirche verzaubert.

Der Heimatdienst hätte sich für sein finales 47. Adventskonzert keinen schöneren Rahmen vorstellen können: draußen zeigte sich eine romantische, schneebedeckte, kalte Winterlandschaft mit leichtem Schneefall, während die Kirche hell erleuchtet, adventlich geschmückt und warm den Besuchern eine gemütliche „Stube“ bot. Diesem Rahmen wohnte der typische Zauber der Allgäuer Advents- und Weihnachtszeit inne. Draußen war die herbe Schönheit der winterlichen Natur und drinnen die Behaglichkeit wie in Allgäuer Stuben – gut, man musste schon den Mantel anlassen – zu erleben, welche Geborgenheit und Frieden ausstrahlen.

Unter diesem Zauber war es den Musikern, den Hirten und der Sprecherin mit alpenländischen Weisen, „Liedle, Stückle und G’schichtle“ gelungen, die Herzen der Menschen in einem kurzen Moment des Innehaltens zu berühren. Die berührende Faszination dieser Musik lag in den einfachen Ausdrucksformen, in der Klarheit und Ursprünglichkeit der Klänge, in der Reinheit der Drei- und Vierklänge sowie in der Ruhe der Darbietung. Das Programm war abwechslungsreich und fein abgestimmt.

So spielte das Blechbläserensemble der Stadtkapelle Sont­hofen das Weihnachtslied „Es wird scho glei dumpa“ mit einer raumfüllenden Fulminanz. Die Altstädter Stubenmusik verzauberte mit zarten Klängen von Harfe und Zither. Der Fischinger Viergesang beeindruckte mit der wohligen Harmonie von Männerstimmen. Das Sonthofer Volksmusikquintett erfreute der Menschen Herz mit lieblichen Flötenweisen. Der Monika-Dreig’sang aus Seeg trug liebevoll harmonische Weihnachtsliedle vor. Ein frecher Kontrast zu den meditativen Stückle waren die Vorträge des Klarinettentrios. Denn es spielte flott, tänzerisch, fröhlich und erwartungsfroh, so wie Kinder in Erwartung der Bescherung sind. Zwischendurch trug Christa Fischer Allgäuer G’schichtle zum Nachdenken und Schmunzeln vor. Die Hirtenkinder waren auch dabei und führten mit großem Applaus ein Krippenspiel „D’Krippenwuurzla“ von Christa Fischer in Mundart auf. „Wiehnächt isch bei mir heuer a gonz bsunders Fescht …“ meinte ein Hirte, ob er da wohl dem Vorsitzenden des Heimatdienstes aus dem Herzen sprach?

Denn auf dem Höhepunkt der besinnlichen Stimmung ließ der Vorsitzende des Heimatdienstes, Dr. Stefan Kracker, eine Bombe platzen: „Der Heimatdienst Sont­hofen e.V. wird sich im Frühjahr auflösen, weil sich kein neuer Vorstand findet“, so Kracker. „Zum Glück wird der Gebirgstrachten-Erhaltungsverein Edelweiß Sonthofen diese Veranstaltung fortführen.“

Kracker dankte seinen Mitgliedern, insbesondere Christa und Hans Fischer, für ihr Engagement. Ebenso dankte er den Musikern für ihr jahrelanges Mitwirken beim Adventskonzert. Er erinnerte, dass der Heimatdienst in den 46 Adventskonzerten Spendenerlöse in Höhe von rund 50 000 Euro erzielt habe, welche ausschließlich für soziale und caritative Zwecke wie für die Unterstützung der Lebenshilfe Südliches Oberallgäu verwendet worden seien.

Der Vorsitzende der Lebenshilfe, Joachim Wawersich, dankte dem Heimatdienst für diese großartige Unterstützung. Ganz besonders dankte er der Organisatorin Christa Fischer, „Herz und Seele des Adventskonzertes“, für dieses wunderbare Veranstaltung.

Das besinnliche Singen und Musizieren des Heimatdienstes zum Advent und zur Weihnachtszeit endete wieder traditionell mit dem gemeinsamen Lied „O du fröhliche“. Doch heuer klang es leiser und nachdenklicher.

Hans Ehrenfeld

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