Gemeinsamer Neujahrsempfang von Stadt Sonthofen und Bundeswehr

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Der Bahnhofsplatz in Sonthofen soll noch in diesem Jahr umgebaut werden.

Die Bundeswehr gehört zu Sonthofen – und sie fühlt sich dort auch daheim. Beim gemeinsamen Neujahrsempfang von Stadt und Bundeswehr stellten dies sowohl der Standortälteste, Oberst Volker Quante, als auch Sonthofens 1. Bürgermeister Christian Wilhelm in ihren Reden heraus.

 „Die Würde des Menschen ist unantastbar. Sie zu achten und zu schützen ist Verpflichtung aller staatlichen Gewalt.“ Mit Artikel 1 des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland eröffnete Oberst Volker Quante, Standortältester und Kommandant der Schule ABC-Abwehr und Gesetzliche Schutzaufgaben, seine Begrüßungsrede zum Neujahrsempfang. Wie in jedem Jahr waren auch heuer wieder zahlreiche Vertreter aus Politik, den Sonthofer Vereinen, Kirchen, Schulen und weitere Ehrenamtliche zum Empfang gekommen, um sich untereinander auszutauschen. 

Der politische Diskurs in Deutschland habe an Qualität verloren, so Quante in seiner Begrüßung weiter. Es bereite ihm große Sorge, dass keine sachlichen Auseinandersetzungen mehr möglich seien. In den Diskussionen werden ganze Gruppen diffamiert – die „immer prügelnde Polizei“, die „immer rechte Bundeswehr“, um nur zwei Beispiele zu nennen. Mit dieser Verallgemeinerung nehme man dem Einzelnen seine individuelle Würde. Natürlich gebe es in jeder Gruppe schwarze Schafe – trotzdem dürfe man nicht ganze Bevölkerungsgruppen unter Generalverdacht stellen. 

Außerdem, so Quante weiter, sei diese undifferenzierte Verallgemeinerung die Saat von Hass und Gewalt. Gewalt, wie sie in den vergangenen Jahren gegen Vertreter aus Politik und Gesellschaft zunehme – wie beispielsweise beim Mord am Kasseler Regierungspräsident Walter Lübcke im vergangenen Jahr. 

Kommunikation ist alles! 

In dasselbe Horn blies Sonthofens 1. Bürgermeister Christian Wilhelm in seiner Rede. „Es gibt so Momente, da habe ich den Eindruck, wir haben verlernt, miteinander zu reden!“ – die Art und Weise der Kommunikation in den sozialen Netzwerken, die Art und Weise, wie Angestellte in öffentlichen Behörden und die Menschen untereinander beschimpft würden, sei teils unerträglich. 

Er, Wilhelm, frage sich des Öfteren, ob wir verlernt hätten, empathisch zu sein und uns nicht mehr in andere Menschen hineinversetzen könnten, und ob wirklich nur noch die eigene Meinung zähle, ohne Rücksicht auf das Gegenüber, ohne Rücksicht auf Fakten und Tatsachen. „Darum freue ich mich, dass Sie heute Abend hier sind und dass Sie alle miteinander reden und diskutieren und vielleicht künftig wieder eine gute, sinnvolle Kommunikation der Menschen untereinander – und zwar auf Augenhöhe – gefördert wird.“ 

Gemeinsam sind wir stark! 

Im Rückblick auf das vergangene Jahr stellte Wilhelm für Sont­hofen viele positive Entwicklungen fest: die Verringerung des Schuldenstandes ermöglicht der Stadt den notwendigen Spielraum für eigene Projekte. Sont­hofen ist „Fahrradfreundliche Kommune“ und wird eine weiterführende Hochschuleinrichtung erhalten. Das Modelprojekt Glasfaserausbau war erfolgreich und die Stadt konnte viele Projekte – wie den Umbau des Bahnhofsumfeldes – auf den Weg bringen. 

Jedoch, so Wilhelm, gab es auch schmerzvolle Rückschläge – in erster Linie die drohende Schließung des Voith-Werkes. Wilhelm gab sich zuversichtlich, dass für jeden einzelnen Beschäftigten von Voith eine Lösung gefunden werde. „Und ich hoffe auch hier auf das Netzwerk innerhalb der großen Sonthofer Familie, die heute Abend hier versammelt ist. Gemeinsam sind wir stark genug, um Perspektiven zu entwickeln!“ Die Konzernleitung von Voith, so der Bürgermeister, habe bis heute keine plausiblen Daten und Fakten als Begründung der Standortschließung genannt. „So etwas macht mich traurig und auch manchmal wütend!“ 

Perspektiven schaffen 

Die Planung für ein „zukunftsfähiges Sonthofen“ sei eine der dringlichsten Aufgaben des Stadtrates – Sonthofen als Wohnort, Arbeitsplatz, Einkaufsstadt und Urlaubsregion müsse attraktiv bleiben. „Man mag einfach gerne hier sein“, so sein Motto für ein zukunftsfähiges Sonthofen. Die Neugestaltung des Bahnhofsumfeldes, die Umwidmung des Bahnhofes als Hostel mit Buchladen, Bäckerei und Reisezentren soll dem Gebäude wieder Leben einhauchen und einen positiven Eindruck der Stadt vermitteln. Das durch den Landkreis verabschiedete 100-Euro-Ticket für den ÖPNV im Oberallgäu sei eine gute Grundlage, den ÖPNV attraktiver zu machen. „Ich stehe hinter dieser Entscheidung!“, so Wilhelm. Die Finanzierung sei machbar, nun müssten nur noch andere Landkreise und natürlich Kempten mit einsteigen. 

Weiter erläuterte Bürgermeister Wilhelm, dass das Thema Fahrrad in diesem Jahr weiter vorangetrieben werden soll – so sollen die ersten Bauarbeiten in der „Fahrradstraße“ Schillerstraße beginnen. Auch dringend benötigter Wohnraum soll in diesem Jahr geschaffen werden, ebenso wie benötigte Gewerbeflächen. 

eva

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