So geht es von der Schillerstraße bis zur Nordstraße mit dem Rad

Einfach, schnell, bequem: Neue Fahrradstraße in Sonthofen kommt voran

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Einige Kreuzungen entlang der Schillerstraße wurden bereits gepflastert, um die Fahrradstraße optisch abzugrenzen.

Sonthofen – Vor rund drei Jahren stellte der Stadtrat die ersten Überlegungen zur Radstadt Sonthofen an. Unter dem Motto „Einfach. Schnell. Bequem“ hat sich die Stadt Sonthofen das Ziel gesetzt mehr Menschen zum Radfahren zu bewegen. Dafür sind sichere und komfortable Radwege notwendig. Die Errichtung einer Fahrradstraße in der Schillerstraße ist ein zentraler Punkt auf dem Weg zur fahrradfreundlichen Stadt. Seit April laufen die Bauarbeiten – jetzt sind erste Abschnitte fertig gestellt.

Die Verbindung Schillerstraße-Nordstraße ist eine zentrale Radverbindung in die Sonthofer Innenstadt und Bestandteil der touristischen Radrouten „Radrunde Allgäu“, „Bodensee-Königssee-Radweg“ und „Dörferrunde Sonthofen“. Die neue Fahrradstraße soll die touristische Positionierung als Radstadt stärken, aber auch den Einzelhandel in der Altstadt und die Fußgängerzone aufwerten.

Was ist eine Fahrradstraße? 

Laut der Straßenverkehrsordnung dürfen Fahrradstraßen ausschließlich vom Radverkehr benutzt werden, es sei denn, es gibt ein Zusatzzeichen wie „Anlieger frei“. Für den Fahrverkehr gilt dann aber eine Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, muss der Kraftfahrzeugverkehr die Geschwindigkeit weiter verringern. Das Nebeneinanderfahren mit Fahrrädern ist erlaubt. Auch in der Fahrradstraße Schillerstraße wird der Radverkehr Vorrang haben. Außerdem werden Kreuzungspunkte teilweise gepflastert. Die Fahrgasse wird rot markiert sowie durch Grüninseln eingefasst.

Was ändert sich für die Radfahrer? 

Die Fahrradstraße ist (gegenüber der Grüntenstraße) eine sichere, schnellere und komfortablere Verbindung des Sonthofer Nordens in die Innenstadt. Da es keine Ampeln auf der Fahrradstraße gibt und ab der Nordstraße bis zur Traube-Kreuzung für Radfahrer Vorfahrt gilt, kommen die Radfahrer schnell voran. Außerdem ist die Fahrradstraße ein sicherer Weg für den Radverkehr. Die Vorfahrt an Kreuzungspunkten wird baulich gesichert, die Fahrgasse wird auf 4,50 Meter eingegrenzt und das Parken von Autos einseitig geregelt, um Kfz-Höchstgeschwindigkeit von 30km/h zu gewährleisten, unsichere Überholmanöver zu reduzieren und den Sicherheitsabstand zu parkenden Autos zu gewährleisten. Und da man sogar nebeneinander fahren darf, ist die Nutzung des Fahrradwegs auch durch mehrere Personen komfortabel.

Was ändert sich die Autofahrer? 

Die Fahrradstraße ist für „Anlieger frei“. Das heißt alle Fahrzeugführer, die Anlieger sind oder mit diesen in Kontakt treten wollen, sind berechtigt die Straße auch mit dem PKW zu nutzen. Anlieger können Dienstleister, Lieferanten, Besucher, Kunden oder Menschen sein, die hier ihre Arbeitsstelle haben. Für alle Fahrzeugführer, die die Straße lediglich durchfahren oder ohne Anliegergrund dort parken wollen, ist die Benutzung jedoch untersagt. Parken ist nur auf den gekennzeichneten Flächen erlaubt. Radverkehr hat auf der Fahrradstraße Vorrang. Gegebenenfalls müssen Autofahrer ihre Geschwindigkeit reduzieren und Überholvorgänge unterlassen, wenn es den Radverkehr beeinträchtigt oder behindert. Der Radverkehr muss allerdings genauso Überholvorgänge zulassen, wenn diese möglich sind.

Was ändert sich für Fußgänger?

Für Fußgänger ändert sich durch die Einrichtung der Fahrradstraße wenig. Die Querung der Kreuzungsbereiche wird durch geringere Geschwindigkeiten auch für Fußgänger sicherer.

Die Einrichtung der Fahrradstraße wird im Rahmen des Sofortprogramms „Saubere Luft“ der Bundesregierung und der Kommunalrichtlinie des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages gefördert. Die Gesamtkosten für die insgesamt drei Bauabschnitte belaufen sich auf rund 356 000 Euro, wovon gut die Hälfte aus Bundesmitteln kommen.

Mit einem attraktiven und vor allem sicheren Radwegenetz möchte die Stadt Anreize schaffen, um vom Auto auf das Rad umzusteigen. „Radfahren ist nicht nur besser für die Umwelt, sondern auch besser für die Gesundheit der Menschen“, erklärte Thiemo Graf vom Institut für innovative Städte im Jahr 2018 bei der Präsentation des Konzepts. Das Institut hat das Radverkehrskonzept für Sonthofen erstellt. Damals lag die Zahl der innerörtlichen Radfahrten in Sonthofen bei rund 23 Prozent, die der innerörtlichen Autofahrten bei rund 44 Prozent. Dabei legten die Sonthoferinnen und Sonthofer bei innerörtlichen Fahrten im Schnitt nur 2,1 Kilometer zurück. Deshalb ist es ein Ziel des Radverkehrskonzept die Zahl der innerörtlichen Autofahrten soweit als möglich zu reduzieren. Laut Graf könnten mit der Umsetzung des Radverkehrskonzeptes bis zu 47 Prozent der innerörtlichen Wege auf das Fahrrad verlagert werden.

Neben der neu eingerichteten Fahrradstraße in der Schillerstraße fördert die Stadt Sonthofen den Radverkehr auch durch ein öffentliches Fahrradverleihsystem und durch ein Förderprogramm für die Anschaffung von Lastenfahrrädern.

Weitere Informationen zur Radstadt sowie den genauen Verlauf der Fahrradstraße sind unter www.stadt-sonthofen.de/radstadt zu finden.

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