Geld soll in der Region arbeiten

Oberallgäu - Die Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd eG konnte im vergangenen Jahr ihren Erfolgskurs halten. Trotz der überaus schwierigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland und den Folgen der Finanzkrise setzte die Bank den „qualitativen Wachstums-kurs“ fort. Anlässlich der jüngsten Vertreterversammlung der Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd konnten Vorstandsvorsitzender Otto Schmid eine hervorragende Bilanz für das regionale Bankhaus vorlegen. Zusätzlich zur Dividende von fünf Prozent gibt es für die rund 18000 Mitglieder einen Bonus von zwei Prozent in der Ausschüttung.

Offenbar gut gefahren mit dem genossenschaftlichen Grundprinzip „Einer für Alle - Alle für Einen“ sei die Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd eG auch im Jahr nach der Finanzkrise, skizzierte Vorstandsvorsitzender Otto Schmid in der Vertreterversammlung die Position des Unternehmens. Das Wohl der Region stehe an erster Stelle. Und die Bank habe, räumt Schmid ein, von einer „insgesamt guten wirtschaftlichen Entwicklung der Region“ profitiert. Das häufig inszenierte Krisenszenario, so Schmid weiter, halte er - zumindest für die Region - für übertrieben. Dennoch: die Gesamtwirtschaft stecke unzweifelhaft in der Krise. In seinem Kurzbericht zur Bilanz 2009 stellte der Aufsichtsrat die wichtigen Eckpunkte heraus: Die Ertragslage ist gut, die Vermögenslage der Bank ist solide. Und: „Die Risikolage ist insgesamt günstig.“ Die Raiba-Kunden setzen Vertrauen in die „ihre Bank im Allgäu“ und erhöhten das Kundendepot-Volumen deutlich um acht Prozent auf 188 Millionen Euro. Schmid: „Auch im Jahr eins nach dem Zusammenbruch großer Geldhäuser stand die sicherheitsorientierte Anlagepolitik unserer Kunden im Vordergrund.“ Dieser Strategie schreibt der Vorstandsvorsitzende die Tatsache zu, dass so genannte Sichteinlagen deutlich zulegten, während befristete Einlagen und Schuldverschreibungen einbrachen. Entsprechend der geschäftspolitischen Prämisse leiht die Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd die bei ihr angelegten Gelder weitestgehend in der Region wieder aus. „Der Kreislauf soll Konsum und Investitionen in der Region fördern und dient so zur Sicherung von Arbeitsplätzen und der Wohlstandsmehrung“, sagt Schmid. Von einer „Kreditklemme“, also sehr restriktiver Vergabe von Krediten, sei hier nichts zu spüren, ergänzt Schmid. Im Gegenteil: Mit 103 Millionen Euro Volumen bei den Neukrediten wurde ein Spitzenwert erreicht. Es sei zudem gelungen, Neukunden zu gewinnen. Andererseits sei dieser Anstieg nötig gewesen, um ein Wachstum bei Kreditvolumen von 1,6 Prozent oder 7,4 Millionen zu erreichen, meint Otto Schmid. Die Raiba habe Kunden, die ihre Kredite auch zurückzahlen könnten, lobt der Bank-Chef die Bonität der Kreditnehmer. Aus dem eigentlichen Bankgeschäft, Einlagen anzunehmen und Kredite zu gewähren, stamme der stattliche Zinsüberschuss von 16 Millionen Euro, die dominierende Größe der Erfolgsrechnung, erläutert Otto Schmid. Unter dem Strich ergab sich im Jahr 20090 ein Betriebsergebnis von 9,1 Millionen Euro. Daraus lässt sich in der Bilanz eine Aufwand-Ertragsrelation von 65 Prozent (nach 72 im Vorjahr) ableiten. Schmid: „Wir müssen 65 Cent aufwenden, um einen Euro zu verdienen.“ Diesen (erfreulichen) Rückgang schreibt Schmid nicht zuletzt dem Engagement der 240 Mitarbeiter in den insgesamt 24 Geschäftsstellen im südlichen Landkreis Oberallgäu zu. Das gute Ergebnis kommt über die Gewerbesteuer direkt der Region und den Kommunen zugute. Etwas mehr als eine Millionen Euro zahlt der Steuerzahler Raiba an Gewerbesteuer. „Wir sind seit Jahren ein verlässlicher Gewerbesteuerzahler und leisten damit einen nicht unerheblichen Beitrag bei der Mitfinanzierung kommunaler Haushalte“, unterstreicht Otto Schmid. Dass die Genossenschaftsbanken möglicherweise bei einer zukünftigen Bankenabgabe mit „bluten“ sollen, geht dem Vorstandschef allerdings nicht in den Kopf. „Wir, die Genossenschaftsbanken, waren die einzigen, die ohne staatliche Hilfe durch die Krise gingen“, stellt Otto Schmid verärgert fest. Als Investor in der Region sieht sich die Raiba in der richtigen Rolle. „Wir müssen nicht Geld unserer Kunden bei Lehmann anlegen, sondern investieren hier in der Region“, spielt Schmid auf die Reihe von Bankenpleiten in aller Welt an. Schmid verweist auf den aktuellen Neubau des Gesundheitszentrums in Immenstadt mit einem Gesamtvolumen von 12,3 Millionen Euro. Nach Steuern verbleibt ein Betrag von rund sechs Millionen Euro. Der Bilanzgewinn in Höhe von 1,2 Millionen wird etwa zur Hälfte für die Dividendenausschüttung gesteckt, zur Hälfte in Rücklagen. Zur regelmäßigen Dividende von fünf Prozent für die 18000 Mitglieder kommt diesmal ein Bonus von zwei Prozent (statt einem) für das zurückliegende Geschäftsjahr. Nicht nur ihren Mitgliedern will die Bank „Gutes tun“. Die Raiffeisenbank Oberallgäu-Süd engagiert sich dem Motto „aus der Region für die Region“ getreu auf vielfältige Weise seit vielen Jahren als Sponsor und Förderer von Vereinen und Einrichtungen, sowie kulturellen, sozialen oder sportlichen Projekten. Ihrer gesellschaftlicher Verantwortung trage die Bank als Steuerzahler und Arbeitgeber genauso Rechnung wie als verlässlicher Kreditgeber, so Vorstandsvorsitzender Schmid.

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