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Canyoning-Aus im Ostertalbach-Tobel

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Bis auf weiteres ist der Ostertaltobel bei Gunzesried für Canyoning-Touren Tabu.

Das professionelle Canyoning im Ostertalbach-Tobel bei Gunzesried ist bis auf weiteres verboten. Nach mehreren Gesprächen und Verhandlungen haben sich die Grundstückeigentümer durchgesetzt, die die gewerbliche Nutzung nicht länger dulden wollen.

Die Gemeinde Blaichach und das Landratsamt wollen jetzt drei Jahre „beobachten“, wie sich die Situation im beliebten Tobel entwicklelt.

Zu Beginn des Sommer hatte rund ein Durtzend Grundeigentümer auf den Tisch gehauen und gegen die intensive gewerbliche Nutzung des Ostertalbach-Tobels protestiert. Den Trubel und die Auswüchse, zum Beispiel zahlreiche „wilde“ Pfade und Zustiege auf ihrem Besitz, wollten sie nicht länger dulden. Jetzt wurde im Gemeinderat Blaichach ein dreijähriger Canyoning-Stopp befürwortet.Dann soll die Situation erneut betrachtet werden.

Es gehe bei der Angelegenheit um zwei Rechtsbereiche, erläuterte Bürgermeister Christof Endreß. Zum einen gehe es um öffentliches Recht (Wasserrechte, Betretungsrecht), für das letztlich die Landkreisverwaltung zuständig sei. Zum anderen sei privates Recht tangiert, das die Ansprüche der Grundeigentümer schütze. Wie berichtet, hatten die Besitzer der Tobelgrundstücke im Spätsommer einige „wilden“ Zugänge zum Ostertalbach auf eigene Faust dicht gemacht, um so Canyoning-Gruppen abzuhalten. Zudem wurden Aspekte des Naturschutzes angeführt, wonach die ständige Beunruhigung seltene Vogelarten am Brutgeschäft störe und die Eintrübung des Wassers Fische vertreibe.

Die Untere Natzurschutzbehörde am Landratsamt Oberallgäu hat inzwischen drei Varianten erarbeitet, wie die Tobelnutzung zukünftig geregelt werden könnte. Variante 3, die jetzt vom Gemeinderat favorisiert wurde, sieht eine Aufhebung der Vereinbarung aus dem Jahr 2003 vor, worin damals die Canyoning-Nutzung einiger bekannter Tobel im Alpenraum geregelt wurde. Die neue Regelung sieht ein Verbot der Canyoning-Touren vor und kommt damit den Forderungen der Grundeigentümer weitgehend entgegen. Der klassische in der Bayerischen Verfassung garantierte „Naturgenuss“ bleibe unbeschadet. Gegebenenfalls können auch Einzelgenehmigungen für Betreiber oder Organisationen erteilt werden. Verstöße gegen die geplante Neufassung der Nutzung über die Variante 3 sollen geahndet werden, etwa durch die Polizei oder die Naturpark-Ranger.

Allerdings sollte das „touristische Angebot Canyoning“ nicht gänzlich ausgebremst werden, betonte Gemeinderat Markus Würz. „Das ist wohl zuviel.“ Die jüngsten Beobachtungen, so konterte Bürgermeister Endreß, hätten jedoch gezeigt, dass das Aussetzen der Canyoning-Aktivitäten in den vergangenen Monaten auf allgemein „positive Resonanz“ gestoßen sei. „Eine andere Lösung ist zur Zeit nicht zu finden.“

gts

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