Hindelanger Bauauschuss bremst

Womöglich wird der geplante Naturkindergarten an einem anderen Standort errichtet. Die Gemeinde hält den Platz, den der Verein schon weitgehend vorbereitet hat, jedenfalls für nicht optimal.

Kopfschütteln und Enttäuschung beim Verein Naturkindergarten Bad Hindelang: Der Bauausschuss des Gemeinderates hat den Antrag des Vereins abgelehnt, auf dem Grundstück eine Wetter-Schutzhütte zu errichten.

Der Verein hat das Grundstück bereits weitgehend für den geplanten Kindergartenbetrieb im Herbst vorbereitet und zeigt sich über den Beschluss verärgert. Jetzt will die Gemeinde ein Grundstück zur Verfügung stellen, damit das Kindergarten-Projekt doch noch verwirklicht werden kann.

Der Bauausschuss begründete seine Absage unter anderem mit der „mangelnden Erschließung des Grundstücks“. Es gebe weder eine ausgewiesene Straße zu dem Gelände, noch Parkmöglichkeiten oder eine Feuerwehr- oder Rettungszufahrt. Beim Verein Naturkindergarten wertet man diesen Umstand sogar als Vorteil. Es sei geplant, dass die Kinder zu einem nicht weit entfernten Treffpunkt gebracht würden und das Wegstück zum Kindergartengelände zu Fuß zurücklegten, berichtet Lena Behrendes vom Verein Naturkindergarten Bad Hindelang. Die betroffenen Grundeigentümer hätten eine Duldung zugesichert. Auch die Stellplatzfrage hätte einvernehmlich geklärt werden können, so Behrendes weiter. „Es hätten sicher noch einige Details besprochen werden müssen. Aber wenn der Wille dagewesen wäre, hätte man diese Probleme lösen können.“ Sie habe den Eindruck, die Gemeinde wollte das Kindergarten-Projekt an diesem Ort scheitern lassen.

Behrendes berichtet weiter, dass der Verein in den vergangenen Monaten viel Zeit in das Herrichten des Grundstückes und weitere Planungen investiert habe. „Die Aussagen mancher Mitglieder des Bauausschusses haben uns klar gemacht, dass es eine generelle Ablehnung des Naturkindergartens an diesem Ort gibt. Besonders verärgert habe die Vertreter des Vereins, dass der Bauausschuss über viele Details bis zuletzt nicht richtig informiert war und noch während der Sitzung viele Fehlinfomationen kursierten. Da ihnen als Verteter des Verein kein Rederecht eingeräumt worden sei, habe man diese Dinge nicht richtigstellen können, beklagt Behrendes. Mit einer Wertschätzung des Engagement des Vereins habe das nichts zu tun, meint sie.

Immerhin habe man ihr versichert, dass sich die Gemeinde um einen anderen Standort für das Projekt bemühen werde. Bauamtsleiter Stefan Wechs ist optimistisch: Die Suche laufe; man habe sogar „ein gutes Plätzle in Aussicht“, das die Anforderungen wohl besser erfülle als der vom Verein zunächst ins Auge gefasste Platz. Die Kommune sei jedenfalls grundsätzlich offen für das Kindergartenprojekt.

gts

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