Ostertaltobel bleibt dicht

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So nicht: Bis auf Weiteres bleibt der Ostertaltobel bei Gunzesried dicht für Canyoning-Touren.

Die Gemeinde Blaichach hält an ihrem Nein zum Canyoning im Gunzesrieder Ostertaltobel fest. Ein Antrag auf eine Ausnahmegenehmigung liegt dem Landratsamt Oberallgäu vor.

Der Gemeinderat in Blaichach befürwortete den Antrag eines ortsansässigen Anbieters nicht und unterstrich vielmehr, dass bis auf weiteres jede gewerbliche Nutzung des Ostertaltobels wie im Herbst vergangenen Jahres festgelegt worden war, untersagt bleiben müsse.

„Das trifft uns extrem hart“, brachte Robby Lange seine Situation als Anbieter von Outdoor-Aktivitäten auf den Punkt. Sein Unternehmen sei zudem nur wenige hundert Meter vom Ostertaltobel entfernt und mit seiner Infrastruktur gar nicht im eigentlichen Tobelbereich präsent. Lange unterstrich im Gemeinderat weiter, dass er sich nicht als Canyoning-Anbieter „im klassischen Sinn“ verstehe, sondern den Schwerpunkt im pädoagogischen Aspekt des Outdoor-Erlebnisses sehe. Es gehe im Regelfall um Fluss-Durchläufe mit Jugendlichen wobei seine Gruppen auf die Natur achteten. Die kritisierten Canyoning-Touren biete er nur selten an. Vor diesem Hintergrund wolle er eine Sonderregelung für seine naturnahen Outdoor-Erlebnisse erlangen. „Es geht mir um eine explizite Ausnahme für einen ortsansässigen Betrieb“, so Lange.

Albert Hatt, einer der Grundeigentümer im Tobel, konterte: „An unserer Position und Meinung hat sich nichts geändert.“ Man werde Grund und Boden nicht für eine gewerbliche Nutzung zur Verfügung stellen.

Die zahlreichen Cayoning-Touren im Ostertaltobel waren seit langem ein Ärgernis für Naturschützer und die Grundeigentümer, die zunehmende Beschädigungen im Gelände feststellten. Wilde Zustiege, Trampelpfade, lärmende Gruppen, nächtliche Begehungen, Abseilaktionen und nicht zuletzt ein ständiger Massenbetrieb brachten das Fass offenbar zum Überlaufen. Zudem hatten Wanderer immer wieder beklagt, dass kaum noch ein Durchkommen sei. Im vergangenen Sommer schaltete sich die Naturschutzbehörde am Landratsamt Oberallgäu ein, und die Grundeigentümer machten einige Seiteneinstiege in den Tobel auf eigene Faust dicht (wir berichteten).

Die seit dem Jahr 2003 geltende Nutzungsvereinbarung wurde nach zahlreichen Gesprächen mit Outdoor-Anbietern und Grundeigentümern aufgehoben. Es habe viele Gespräche gegeben, doch nie sei es zu einer Lösung in dem Konflikt gekommen, so Bürgermeister Christof Endreß. Stattdessen wurde vereinbart, das Canyoning für den rund einen Kilometer langen Tobelbereich bis auf Weiteres zu untersagen. Der Wanderweg bleibt selbstredend frei zugänglich, ebenso der Zugang zum Ostertalbach.

In zwei Jahren soll eine neuerliche Prüfung erfolgen. Endreß: „Es ist in dieser Situation nicht dienlich, diesen Beschluss aufzuzweichen.“ Es müssse erst einmal zwei Jahre „Ruhe sein“ an dieser Stelle. „Auch wenn das einem Anbieter mit einem besonderen Standortvorteil weh tut.“

In der Zwischenzeit soll die Möglichkeit ausgelotet werden, ob neue naturnahe Erlebnisformen rund ums Wasser im Tobel nicht besser geeignet seien als Canyoning-Angebote. Der Gemeinderat lehnte in seiner Stellungnahme für das Landratsamt den Antrag auf eine Sondergenehmigung einstimmig ab.

gts

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