Für den Ernstfall geprobt

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Gemeinsame Versorgung eines Schwerverletzten durch Kräfte des BRK und Ersthelfern der Bundeswehr.

Sonthofen – Das Kreisverbindungskommando Oberallgäu führte vergangenes Wochenende eine Katastrophenschutzübung mit der Freiwilligen Feuerwehr Sonthofen, dem Technischen Hilfswerk Ortsverband Sonthofen, dem Bayerischen Roten Kreuz Oberallgäu und der Bergwacht Sonthofen durch.

Das Kreisverbindungskommando hat den Auftrag, im Katastrophenfall den Landrat bezüglich einer Unterstützung mit Fähigkeiten der Bundeswehr zu beraten und diese anzufordern. Diese Aufgabe erlangt eine immer größere Bedeutung, weil heutzutage die Bundeswehrkräfte kaum mehr vor Ort sind. Der ehemals übliche kleine Dienstweg vom Landrat zum Bataillonskommandeur ist heute eher die Ausnahme. Bei Notlagen wie beim Elbe- oder Donau-Hochwasser werden irgendwo in Deutschland stationierte und verfügbare Bundeswehrkräfte beauftragt, die lokalen Katastrophenschutzkräfte zu unterstützen.

Da das Kreisverbindungskommando Oberallgäu vor kurzem personell neu aufgestellt wurde, wollte Oberstleutnant a.D. Hans Ehrenfeld als der „Beauftragte der Bundeswehr für die Zivil-Militärische Zusammenarbeit im Landkreis Oberallgäu“ die Zusammenarbeit von Reservedienstleistenden mit Oberallgäuer Blaulichtorganisationen üben. Die Einsatzkräfte sollten dabei sich und ihre unterschiedlichen Einsatzverfahren kennenlernen.

Hierzu wurden Reservisten im Rahmen einer kurzen Wehrübung im Löschen von Entstehungsbränden und im Einsatz von mobilem Bundeswehrrettungsgerät zum Retten und Bergen von Personen und Material ausgebildet. Zum Abschluss des Trainings mussten die Soldaten dann das Gelernte unter Beweis stellen.

Am Samstagmorgen befanden sich die Einsatzabschnittsleitung der Feuerwehr und Kräfte des THW (Ortsverband Sonthofen) mit dem Fachberater Deichbau an der Sandsackfüllstation der Bundeswehr in der Jägerkaserne als eine gewaltige Gasexplosion die Kaserne erschütterte und Gebäude zum Einsturz brachte, so das Übungsszenario.

Die an der Füllstation arbeiteten Soldaten eilten sofort zur Schadensstelle als Ersthelfer. Der Sonthofer Feuerwehrkommandant Andreas Kracker, der Fachberater Deichbau des THW Robert Denz und der Chef der Reservisten von der Regionalen Sicherungs- und Unterstützungskompanie Oberstleutnant August Freudenthal führten sofort eine gemeinsam Lagebeurteilung durch.

Unverzüglich wurden die Feuerwehr mit einem Löschzug, das Bayerische Rote Kreuz mit Rettungskräften und Rettungshundestaffel, das Technische Hilfswerk mit Rettungskräften und die Sonthofer Bergwacht mit ihrem Drohnenaufklärungstrupp alarmiert.

Am Schadensort gab es unendlich viel zu tun. Überall war Hilfe notwendig. Es war ein einziges Chaos. Dafür hatte Herbert Zaloukal, der Leiter der Selbstschutzausbildungsanlage, gesorgt. „Anfangs war es total chaotisch,“ sagte der Oberstleutnant der Reserve Freudenthal, „dann wurden wir im Laufe der Zeit durch die helfende Führung der Blaulichtorganisationen immer sicherer. Die Zusammenarbeit mit denen war super.“

Der THW-Abschnittsleiter Alexander Gringel bestätigte dies: „Die Bundeswehr tickt anders. Im Anfangschaos mussten wir uns in der Zusammenarbeit erst darauf einstellen, aber wir haben uns dann gut aufeinander eingespielt.“

Der Sonthofer Feuerwehr-Einsatzabschnittsleiter Andreas Kracker sah es als schwierig an, mit unbekannten Kräften zusammenzuarbeiten. „Unsere Rettungsorganisationen kenne ich aus vielen gemeinsamen Übungen. Aber bei fremden Kräften wie hier, besteht ein hoher Abstimmungs- und Erklärungsbedarf“, erläuterte er und sah durchaus einen Übungsbedarf mit Kräften der Bundeswehr.

Der Leiter des Kreisverbindungskommandos Oberallgäu, Oberstleutnant der Reserve Michael Grüner, konnte ein äußerst positives Fazit dieser mit 85 Teilnehmern großen zivil-militärischen Übung in Sonthofen ziehen. Der Leiter des Bezirksverbindungskommandos Schwaben, Oberst der Reserve Roland Hettmer, wünschte sich eine Wiederholung dieses gelungenen Trainings für weitere Reservisten.

Hans Ehrenfeld

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