Es geht auch ohne Binnen-I

Gendern ohne Sonderzeichen: Nachrichtenagenturen wollen weniger diskriminieren

Berichterstattung ohne Diskriminierung: Deutsche Nachrichtenagenturen
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Berichterstattung ohne Diskriminierung: Deutsche Nachrichtenagenturen haben nun eine Vereinbarung getroffen

Berlin — Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen AFP, APA, dpa, epd, Keystone-sda, KNA, Reuters und SID wollen häufiger auf generisches Maskulinum verzichten.

Die deutschsprachigen Nachrichtenagenturen AFP, APA, dpa, epd, Keystone-sda, KNA, Reuters und SID haben ein gemeinsames Vorgehen vereinbart, um diskriminierungssensibler zu schreiben und zu sprechen. Das generische Maskulinum wird in kompakter Nachrichtensprache noch vielfach verwendet, soll aber schrittweise zurückgedrängt werden. Ob die Nachrichtenagenturen in einigen Jahren ganz darauf verzichten können, hängt von der weiteren Entwicklung der Sprache ab.

Nachrichten ohne Sonderzeichen

Noch ist unklar, ob und welches der Sonderzeichen (Genderstern, Unterstrich, Doppelpunkt etc.), die auch nicht-binäre Geschlechtsidentitäten abbilden sollen, sich im allgemeinen Sprachgebrauch durchsetzen wird. Bis auf weiteres verzichten die Nachrichtenagenturen daher auf die Verwendung dieser Zeichen. Bislang entsprechen sie auch weder dem amtlichen Regelwerk der deutschen Rechtschreibung noch dem allgemeinen Sprachverständnis beziehungsweise der allgemeinen Sprachpraxis. Aber viele andere Möglichkeiten zur Vermeidung diskriminierender Sprache und zur Sichtbarmachung von Diversität sind konsequent zu nutzen.

Die Nachrichtenagenturen wollen die Entwicklung der Sprache in den nächsten Jahren gemeinsam beobachten und in enger Abstimmung mit ihren Medienkunden regelmäßig neu bewerten.

Geschlechtsneutrale Berichterstattung muss nicht ungewöhnlich klingen oder unleserlich und unverständlich sein. Folgende Tricks machen diskriminierungsfreie Sprache ganz einfach:

  • Doppelformen/Paarformen: z.B. Schülerinnen und Schüler.
  • Geschlechtsneutrale Pluralformen: z. B. die Feuerwehrleute, die Angestellten, die Pflegekräfte
  • Substantivierte Partizipien z.B. die Studierenden
  • Sache statt Person: z.B. das Fachgremium, die Redaktion, die Teilnahmeliste
  • Neutrale Funktionsbezeichnung: z.B. Vorsitz, Leitung, Personalvertretung, Direktion, Team, Belegschaft
  • Syntaktische Lösungen: Wer raucht, hat eine kürzere Lebenserwartung. (statt: Raucher haben eine kürzere Lebenserwartung.)
  • Plural statt Singular: alle, die... (statt: jeder, der...).
  • Umschreibung mit Infinitiv: Der Antrag ist vollständig auszufüllen (statt: Der Antragsteller muss das Formular vollständig ausfüllen.)
  • Partizip Perfekt: herausgegeben/betreut von (statt: Herausgeber/Betreuer).
  • Adjektiv statt Substantiv: der ärztliche Rat (statt: der Rat des Arztes).

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