Regional ist Trumpf - Claudia Roth auf Genuss- und Biotour

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Die beiden Käser der Bergkäserei Steibis Jan Biebricher und Florian Altenried, Grünen-Kreissprecherin Christina Mader und die Bundestagsabgeordnete Claudia Roth.

Steibis/Lindau – Regional produzierte Lebensmittel sind den Grünen ein wichtiges Anliegen und eine Alternative zu Massentierhaltung und industriell hergestellten Nahrungsmitteln. Wenn zusätzlich noch biologisch produziert – umso besser.

Bei ihrer Genuss- und Biotour im Oberallgäu und in Lindau besuchte die Bundestagsabgeordnete und Bundestagsvizepräsidentin Claudia Roth eine konventionell produzierende Sennerei, ein Biohotel und einen Bio-Weinbaubetrieb.

Claudia Roth informierte sich über die Arbeitsabläufe und die wirtschaftliche Situation der Betriebe. Im Biohotel Schratt in Steibis traf sie sich mit Oberstaufens Bürgermeister Martin Beckel und den neuen Tourismuschef Christopher Krull zum Austausch über die Situation im Tourismus. Am Anfang der Tour stand die Bergkäserei Steibis. Von den beiden Käsern Jan Biebricher und Florian Altenried ließ Roth sich die Produktion erklären und besichtigte den Reifekeller. Etwa 2000 Liter Milch von Bauern aus der direkten Umgebung werden hier täglich zu Allgäuer Bergkäse, Emmentaler und anderen Produkten verarbeitet. „Hier steckt eine Menge Handarbeit dahinter“, sprach Roth sich dafür aus, die kleinbäuerliche Landwirtschaft zu unterstützten. Sie kritisierte, dass die Bundesregierung nicht Willens sei, das umstrittene Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat zu verbieten. Man kümmere sich mehr um Monsanto und Bayer als um die Bauern.

Ebenfalls in Steibis, besuchte Roth mit dem Biohotel Schratt eines der ersten biozertifizierten Hotels im Oberallgäu und ließ sich ein Bio-Menü schmecken. Markus Schratt erläuterte die Geschichte des Hauses, dessen Inhaber schon in den 1980er Jahren konsequent auf vegetarischen Kost und Bio-Lebensmittel umgestellt hatten. „Jeden Tag das Beste geben“, so das Motto des Familienbetriebes. Lebensmittel und Getränke stammen komplett aus Bio-Produktion. „Das war mutig zu dieser Zeit auf Bio umzustellen“, lobte Roth das Konzept.

Während des Essens diskutierte sie mit Bürgermeister Beckel und Touristikern über die Zukunft des Tourismus im Zeichen des Klimawandels. Wobei es unter Anderem um alternative Tourismuskonzepte, Winterwandern, Mountainbiking, Schneekanonen und Marketing ging. „Winterwandern spielt in der Tourismuswerbung immer noch eine untergeordnete Rolle“ fand Roth. Man müsse endlich begreifen, was der Klimawandel weltweit für Auswirkungen hat.

Winzerin Teresa Deufel begrüßte in Lindau/Bad Schachen den prominenten Besuch auf ihrem gleichnamigen Weingut zur Weinprobe mit Bodensee-Champagner. Sie hat im Jahr 2009 den Betrieb übernommen und auf biologischen Weinbau und andere Rebsorten umgestellt. Auch für die Winzer ist der Klimawandel spürbar, so Deufel auf die Nachfrage von Roth. In Form von mehr Unwettern und verfrühtem Wachstum der Reben. In diesem Jahr drohen 40 bis 50 Prozent Ernteausfälle durch die Nachtfröste im Mai.

„Ich habe Hochachtung vor den Menschen, die trotz mancher Hindernisse hochwertige Lebensmittel erzeugen und verarbeiten“ zog Roth ein Fazit ihrer Reise: „Wir müssen wieder begreifen, welchen Wert diese haben und was an Arbeit dahinter steckt." Man müsse alles tun um diesen Reichtum zu erhalten und Betriebe fördern, die noch Bezug zu ihren Produkten haben. Nach Möglichkeit gelte es, Bio und Regional zu verknüpfen.

Heinrich Bonert

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