"Wir freuen uns, dass die Kunden bewusst regional einkaufen"

Ein Schritt Richtung Normalität: Viele Geschäfte sind wieder geöffnet

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Claudia Roth ist in ihrem Blumenladen „Vergiss mein nicht“ gut auf den Muttertag vorbereitet und freut sich auf ihre Kundschaft.

Oberallgäu – Mitte März verhängte die Regierung eine Zwangsschließung für alle Geschäfte, die nicht zur Grundversorgung zählten. Von heute auf morgen mussten die Betriebe schließen. Es war keine einfache Zeit. Die Ladenbesitzer freuen sich sehr, dass sie ihre Geschäfte wieder öffnen dürfen. Auch wenn es strenge Hygienevorschriften gibt, kehrt damit etwas Normalität zurück.

Antonia Feurstein (links) und Petra Schafroth (rechts) von Baby Bolz sind für ihre Kunden da. Sandalen, kurze Hosen, Spielzeug: Sie haben alles, was man für den Frühling braucht.

Petra Schafroth von Baby Bolz in Immenstadt berichtet: „Wir waren auch während der Zeit der Zwangsschließung für unsere Kunden da und haben zum Beispiel per WhatsApp beraten. Die Eltern haben die Füße ihrer Kinder ausgemessen und wir lieferten die gewünschten Schuhe nach Hause – alle Schuhe haben gepasst! Diesen Service bieten wir auch weiterhin, falls jemand nicht in den Laden kommen kann.“ Petra Schafroth erzählt, dass gleich nach der Öffnung viele Kunden ins Geschäft kamen: „Sie überlegten jedoch genau, was sie kaufen. Manche der Kunden sind in Kurzarbeit und so wird jede Anschaffung genau abgewogen.“ Die Maskenpflicht werde von den Kunden akzeptiert, allerdings sei es gerade für ältere Menschen oft nicht so einfach mit der Maske gut zu atmen.

Auch weitere Einzelhändler berichten, dass die Mund-Nasen-Masken zum Teil zu einer kürzeren Verweildauer in den Geschäften führen. Für viele Menschen sei es ein beklemmendes Gefühl, eine Maske zu tragen. Karl Bufler von Mode Bufler hält deshalb Einwegmasken für seine Kunden bereit. „Durch die Einwegmasken kann man etwas besser atmen als durch das ein oder andere selbst gebastelte Modell“, erklärt Bufler. Das Modehaus hat auch während der Schließung die Stammkunden auf dem Laufenden gehalten und freute sich über guten Zulauf nach der Wiedereröffnung. Bei Mode Bufler hängt die Frühlingsware bereit und die Beraterinnen und Berater geben Tipps zur aktuellen Mode.

Tobias Schaber zeigt unternehmerische Flexibilität: Schaber Trachtenmoden fertigt nun komfortable und modische Mund-Nasen-Masken in der eigenen Schneiderei.

Tobias Schaber von Schaber Trachtenmode setzt auf Kreativität und Flexibilität. „Es wird sicher kein einfaches Jahr, aber wir versuchen das Beste aus der Situation zu machen. Wir fertigen jetzt in unserer Schneiderei modische Mund-Nasen-Masken und legen dabei großen Wert auf einen hohen Tragekomfort.“ Die Masken können im Ladengeschäft in Immenstadt gekauft werden. Bei der Auswahl der Stoffe und Schnitte achten sie besonders darauf, dass man trotz Maske gut atmen kann.

Auch die Firma Held ist überregional bekannt für beste Beratung und Produkte auf höchstem Leistungsniveau. Das Familienunternehmen beschäftigt über 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Burgberg und Sonthofen. Geschäftsführer Markus Held berichtet: „Es ist keine einfache Zeit. Gerade der April ist für uns ein wichtiger Monat. Aber wir freuen uns, dass wir jetzt wieder öffnen dürfen. Und auch unsere Kunden sind sehr froh, mal wieder raus zu kommen. Man merkt, dass sie den Kontakt im Laden sehr genießen“. Außerdem lobt Held das Engagement der Wirtschaftsförderung, des Bürgermeisters und der Wirtschaftsvereinigung ASS.

Brigitte Kuschel vom Impuls e.V. hofft, dass durch die Aufhebung der Ausgangsbeschränkung noch mehr Menschen einen Einkaufsbummel unternehmen. „Es ist schön, dass etwas los ist in der Stadt und die Händler sind erleichtert, dass sie ihre Geschäfte wieder öffnen können. Gerade in Immenstadt haben wir viele Inhabergeführte Einzelhändler. Wir freuen uns, dass die Kunden bewusst regional einkaufen und versuchen, die Händler vor Ort zu unterstützen. Hierfür möchten wir uns bedanken.“

Georg Beer von Eisenmann Immenstadt hat die Zeit der Schließung genutzt und sein Geschäft renoviert sowie neue Ware ins Sortiment aufgenommen.

Georg Beer, Inhaber von Eisenmann in Immenstadt, hat die Zeit der Zwangsschließung genutzt und neue Ware in sein Sortiment aufgenommen. Es gibt vieles in den frisch gestrichenen Räumlichkeiten zu entdecken. „Natürlich ist es für alle eine schwere Zeit, aber wir denken positiv und versuchen unsere Kunden aufzumuntern“, erklärt Georg Beer.

Auch die Blumen von Claudia Roth verbreiten Freude. In ihrem kleinen Laden „Vergiss mein nicht“ in der Bahnhofstraße darf sich jedoch immer nur ein Kunde aufhalten. Deshalb hat sie sich gerade im Hinblick auf den Muttertag „Blumen To Go“ ausgedacht. Gestecke sind handlich verpackt und Sträuße stehen fertig gebunden im Eingangsbereich. So kann der Blumengruß ohne lange Wartezeit gekauft werden.

Die Händler freuen sich gerade jetzt über jeden Kunden, der regional einkauft und damit die Arbeitsplätze im Oberallgäu im Handel sichert.

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