Ein "Geschenk" zur Generalsanierung

Offenbar auf dem richtigen Weg mit der Generalsanierung des Gymnasiums ist die Stadt Sonthofen. Zumindest wurde das Konzept einer ganzheitlichen Lösung jetzt zum zweiten Mal von der Deutschen Bundestiftung Umwelt mit einer Förderprämie ausgezeichnet. Nach der ersten Runde mit 125000 Euro, stellt die Stiftung jetzt weitere 386000 Euro zur Verfügung. Damit will die Stiftung das große Umweltengagement würdigen, das in die Planungen eingeflossen sei.

Am "dicken Brocken" der Generalsanierung kommt die Stadt nicht vorbei. Wie diese unvermeidliche Fitnesskur für das Gymnasium aussehen soll, hat ein Konsortium aus Architektenbüros, Vertretern der Schule, des Energie- und Umweltzentrums Allgäu eza!, der Energieagentur und anderen in Zusammenarbeit mit der Stadt seit zwei Jahren ausgetüftelt. Dabei, so Architekt Werner Haase, mussten die Vorstellungen vom Schulgebäudebau der 1960-er und 1970-er Jahre quasi auf den Kopf gestellt werden. Damals spielten Energiekosten kaum eine Rolle, heute sind sie entscheidendes Kriterium für die Wirtschaftlichkeit. Aspekte der Raumluftqualität oder der Lichtausnutzung waren vor vier Jahrzehnten kein Thema. Allein die Energiekosten belasten die Stadtkasse jährlich mit rund 100000 Euro. Werner Haase und seine Arbeitsgruppe sehen ein Sparpotenzial ohne Ende und „eine dauerhafte Entlastung der Stadt", wenn die Sanierung wie geplant durchgeführt wird. In Zukunft soll eine Photovoltaikanlage die Sonne „anzapfen". Das eingesparte Geld könne in Schuldentilgung fließen. Ziel ist es, das alte Schulgebäude so fit zu machen, dass es die Werte eines Niedrigenergiehauses erreicht. Hubert Buhl ist überzeugt: „Damit schaffen wir ein Schulgebäude, in dem es Spaß macht, zu Lernen und zu Lehren." Neuwertiges Gebäude Die Kosten der ganzheitlichen Sanierung werden mit rund 15 Millionen Euro veranschlagt; die Stadt muss mit acht Millionen einsteigen. „Dafür erhalten Sie ein neuwertiges Gebäude", tröstet Architekt Haase. Auch wenn die Betonkonstruktion erhebliche Mängel und Alterungserscheinungen zeige, „das Fundament hält noch 500 Jahre", meint Haase. Ein Abriss und Neubau würde deutlich teuerer kommen. Die Überlegungen, die seit dem Jahr 2007 "in hunderten Stunden" angestellt wurden, wie Schulleiter Hubert Thiele berichtet, fanden das Interesse der Deutschen Bundesstiftung Umwelt. Der erste Schritt, eine Bestandsaufnahme und die Entwicklung eines Konzeptes, wurde von der Stiftung mit 125000 Euro gefördert. Vorzeigeschule „Wir brauchen in Deutschland Vorzeigeobjekte; Schulen, wo engagierte Bürgermeister und Stadträte, Lehrer und Architekten, zusammenwirken", sagt Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt, der den neuen Förderbescheid jetzt überbrachte. Die Ergebnisse der rund zweijährigen Vorarbeit überzeugten die Bundesstiftung. Die Umsetzung des Konzeptes begleitet die Stiftung mit einer weiteren Förderung in Höhe von 386 000 Euro. Brickwedde deutet auch schon an, dass der „Problembär" Gymnasium Sonthofen durchaus bald Vorbildcharakter haben könnte. Die Gesamtförderung der Bundesstiftung von Höhe von 511000 Euro hält er für „gut angelegtes Geld". Allein die Energiekosten würden um 80 Prozent niedriger ausfallen. Und auch auf der „Ebene Mensch" erreiche man mit der ganzheitlichen Sanierung ein besseres Klima, eine positive Lern- und Lehratmosphäre. In zwei Jahren, so Brickwedde weiter, werde er gerne wiederkommen, um die Ergebnisse zu sehen.

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